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Inhalt

Weihnachten: Wo Gott ins Dunkel kommt

Dort, wo Menschen auf der Flucht sind, in Slums leben müssen oder unter ständig wiederkehrender Gewalt leiden, wird Weihnachten anders gefeiert. Die Ausgestoßenen und Vertriebenen erfahren das, was Maria und Josef in der Heiligen Nacht erlebt haben. Gottes Gegenwart inmitten von Elend und Angst. missio-Projektpartner berichten aus dem Irak, aus Manila und der Zentralafrikanischen Republik.

Gott mit uns: Diese Erfahrung machen die Menschen im Flüchtlingslager. Die Heilige Nacht nannten sie „Maria und Josef im Zelt“. Szene aus einem Flüchtlingslager im kurdischen Erbil.
Gott mit uns: Diese Erfahrung machen die Menschen im Flüchtlingslager. Die Heilige Nacht nannten sie „Maria und Josef im Zelt“. (Flüchtlingslager Erbil) © Andy Spyra / missio

„Emanuel ist mit uns, seit dem ersten Tag der Flucht”

Im Exil: Die wahre Bedeutung von Weihnachten erlebt. © Andy Spyra / missio

Schwester Maria Hanna, 67,
Generaloberin der Dominikanerinnen
der Heiligen Catherina von Siena im Irak.

Schon Weihnachten 2014 war anders als sonst im Leben der irakischen Christen. Es war das erste Weihnachtsfest, nachdem wir aus unserem Land geflohen waren. Das Gefühl, fremd und vertrieben zu sein, hat unsere Weihnachtsvorbereitungen sehr beschränkt. Doch die Gottesdienste halfen uns, das zu feiern, was wirklich essenziell ist: Dass Gott durch Christi Geburt zu uns gekommen ist. Jesu Geburt brachte und bringt der Menschheit immer noch Rettung und Befreiung. An diesem Weihnachtsfest konnten wir die Gegenwart Gottes in unserer Mitte wirklich erfahren. Gott, Emanuel, war bei uns – seit dem ersten Tag, als wir fliehen mussten. Er beschützte uns in der dunklen Nacht, als wir unsere Häuser und Städte verließen, vor ISIS. Er begegnet uns bis heute jeden Tag in vielen großzügigen Menschen, die uns auf unterschiedlichste Weise helfen zu überleben. Die Menschen in den Flüchtlingslagern feierten Christi Geburt auf besondere Weise. Sie nannten es „Maria und Josef im Zelt“. Sie spürten, dass sie erlebten, was die Heilige Familie an Heiligabend erlebt hatte, als nirgend wo Platz für sie war. Sie verstanden, dass die Heilige Familie in ihrem täglichen Überlebenskampf bei ihnen war. Diese Familien hatten nicht nur keinen Ort, an dem sie bleiben konnten, sie hatten überhaupt nichts. Das Schlimmste für die Flüchtlinge war, dass sie an Weihnachten nicht als Familie zusammen sein konnten. Die Familienmitglieder hatten in verschiedenen Städten Kurdistans und außerhalb des Landes Zuflucht gefunden. An Heiligabend hatten wir in den Flüchtlingscamps Gottesdienste im Zelt. Vielleicht war es eines der besten Weihnachtsfeste, das die irakischen Christen gefeiert haben. Denn sie haben die wahre Bedeutung von Weihnachten erlebt. Wie Maria und Josef, dann Jesus und die Jünger im Angesicht der Verfolgung stark blieben, so blieben es auch die irakischen Christen.

„Jesus wird arm geboren, immer wieder“

Hoffnungsschimmer: Pater Carlo im Gottesdienst. © Hartmut Schwarzbach / missio

Pater Carlo Bittante,
Canossianer, lebt und arbeitet in Tondo,
einem Slum in Manila, Philippinen

Da die Familie für die Filipinos sehr wichtig ist, ist das Fest für viele die Gelegenheit, nach Hause zu fahren und das Band der Liebe mit den Angehörigen zu stärken. Natürlich spielen in dem sehr katholischen Land auch die Messen eine große Rolle. Vor Weihnachten werden neun Messen jeweils um vier Uhr morgens gefeiert, in weißer Kleidung und mit Weihnachtsliedern. Alle sehr gut besucht! Als italienischer Missionar, der bereits seit fast 30 Jahren auf den Philippinen lebt, verbinde ich Weihnachten nicht mehr mit Schnee und Kälte. In der Gemeinde San Pablo Apostol im Slum Tondo, wo die Menschen in armseligen Wellblechhütten hausen, meint Weihnachten etwas anderes. Christus, der Mensch wurde und in einer Krippe zur Welt kam, wird hier als Armer hundertfach neu geboren. Er ruft mich täglich auf, die Hütten zu besuchen, zu sehen, zu riechen, Zeit mit den Menschen zu verbringen, ihnen zuzuhören. Er ruft mich dazu auf, ein bescheidenes Zeichen von Gottes Freundschaft und Liebe zu sein. Einfach ist das nicht!

Weihnachten in Tondo meint nicht nur Initiativen zu organisieren, die den Armen helfen, ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen: Gesundheit, Bildung, Ernährung, ein Dach über dem Kopf. Es meint auch, von ihnen zu lernen. Über tiefen Glauben und das Vertrauen in Gott, Gastfreundschaft, Solidarität und Teilen. Weihnachten erinnert uns daran, dass wir, weil wir das größte Geschenk „Jesus“ schon empfangen haben, aufgerufen sind zu teilen. Ihn zu den Menschen zu bringen mit unseren Worten, unserem Handeln, unserem ganzen Leben.

„Friede durch das Licht der Welt“

© privat / missio

Abiba Samory,
Ökonomin der Diözese Alindao,
Zentralafrikanische Republik

In der Krise, die die Zentralafrikanische Republik in einen schrecklichen Gewaltzyklus getaucht hat, konnten wir Weihnachten, dieses große Fest, im Jahr 2014 nicht feiern wie alle anderen. Das trifft besonders auf die Kinder und jungen Leute zu, die unter der Gewalt ganz besonders leiden müssen.

Die Nacht des 24. Dezember war eine Nacht der Angst und der Unsicherheit, die die Menschen davon abgehalten hat, in Ruhe zu schlafen. Die „Mitternachtsmesse“ wurde wegen der Sperrstunde bereits auf 17 Uhr vorverlegt. Daran haben viele Menschen teilgenommen. In Alindao hatten die Kinder nicht das Glück, Weihnachtsgeschenke zu bekommen, weil alle Straßen blockiert waren von Männern in blutverschmierten Mänteln. Sie haben die Händler davon abgehalten, sich auf den Weg zu machen. Es ist erstaunlich: Trotz allem bewahrten sich die Kinder aus Alindao ihr schönes Lächeln. Ob mit oder ohne Spielzeug – sie sind immer fröhlich.

Trotz allem haben wir das Fest der Geburt unseres Herrn gefeiert, der als Licht in die Welt kommt. Ein Licht, das in der Dunkelheit unserer Herzen brennt und den Hass zerstreut. Jesus kommt, um unsere Hoffnungen zu erfüllen. Daran glauben wir fest. Er ebnet uns den Weg zum Frieden. Zum Frieden zwischen den Menschen und zum Frieden mit Gott. Ein Friede, der alle Unterschiede übersteigt und alle Konflikte überwindet.

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