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Von Ostafrika nach Berlin

P. Frido Pflüger SJ © jesuitenmission.org

20. März 2012

Pater Frido Pflüger im Gespräch

Im März 2012 hat Pater Frido Pflüger sein Amt als Regionaldirektor des Jesuitenflüchtlingsdienstes (JRS) Ostafrika in neue Hände übergeben. Nach langen Jahren in Ostafrika kehrt er nun nach Deutschland zurück. Als Regionaldirektor des JRS mit Sitz in der kenianischen Hauptstadt Nairobi hat er viele Hilfsmaßnahmen betreut. Im Mittelpunkt der Flüchtlingsarbeit steht die Seelsorge mit Menschen, die auf der Flucht schreckliches erlebt haben: den Tod von Angehörigen, Krieg, Gewalt und große Not.

Was ist die Aufgabe der Jesuiten in Ostafrika?

Pflüger: „Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten in Ostafrika ist für die Länder Uganda, Kenia, Äthiopien, Sudan und Süd-Sudan zuständig. Es geht nicht so sehr um Nahrung oder um ein Dach über dem Kopf für die hunderttausende Flüchtlinge. Das können die großen Hilfswerke in der Regel besser. Unser Schwerpunkt liegt eindeutig auf längerfristiger Hilfe. Nach einer Grundversorgung nämlich brauchen die Menschen in den Lagern mehr, um ein würdiges Leben zu leben. Sie brauchen Hilfe in ihrer seelischen Not, und die vielen Kinder und Jugendlichen brauchen Schulen, damit sie überhaupt etwas zu tun haben. Die Zusammenarbeit mit dem katholischen Hilfswerk missio ist dabei sehr wichtig, auf Spenden sind wir in unserer Arbeit dringend angewiesen.“

Wie sind Sie mit der Situation der Flüchtlinge umgegangen?

Pflüger: „Über ein Viertel der somalischen Bevölkerung befindet sich auf der Flucht vor Dürre und Hunger. Die Jesuiten helfen den Flüchtlingen in der Region. Schätzungen zufolge sind elf Millionen Menschen von der gegenwärtigen Dürre im östlichen Afrika betroffen. Manchmal fühlen wir uns ohnmächtig angesichts der großen Not. Aber wir müssen tun, was uns möglich ist, und wir sind überzeugt, dass wir mit der Art von Hilfe, die wir geben, das Leben der Menschen etwas lebenswerter machen können und zumindest ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft bestärken können.“

P. Frido Pflüger SJ wirkte lange Jahre für den Jesuitenflüchtlingsdienst (JRS) in Ostafrika.
Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) in Ostafrika ist für die Länder Uganda, Kenia, Äthiopien, Sudan und Süd-Sudan zuständig. © Wikimedia / jesuitenmission.org / Montage: R. Simon, missio

Was fasziniert Sie am meisten an den Flüchtlingen?

Pflüger: „Es hat mich am meisten fasziniert, bei so vielen Menschen eine unglaubliche Überlebenskraft festzustellen. In vielen Situationen verhalten sich die Menschen sehr beeindruckend, obwohl sie am unteren Ende der Skala leben. Als westlicher Mensch wäre man in der gleichen Situation oft längst gescheitert. Flüchtlinge haben die Kraft, sich ihrer Lage zu stellen und ihr Leben in Würde zu führen. Vor allem die Kinder faszinieren mich. Oft kommt die Kraft aus der Religion.“

Was bedeutet die seelsorgerische Hilfe für die Arbeit vor Ort?

Pflüger: „Zunächst einmal fällt es auf, dass man bei den Flüchtlingen praktisch nur mit religiösen Menschen zu tun hat. Das erleichtert den Jesuiten als einer christlichen Organisation den Zugang zu den Leuten. Denn unsere Mitarbeiter wollen ja nicht missionieren, sondern den Menschen in dieser schlimmen Situation einfach helfen. Der Glaube verbindet und motiviert alle. Gerade aus ihrem Glauben heraus schöpfen die Menschen auch die Kraft zum Überleben. Mich haben zum Beispiel in Dollo Ado besonders die Kinder, ihre Widerstandskraft gegen das ganze Elend und ihre ansteckende Lebensfreude beeindruckt.“

Wie geht es nach dem Wechsel beim JRS Ostafrika weiter?

Pflüger: „Ein afrikanischer Mitbruder wurde ordensintern als Nachfolger gesucht. Mit Father Deogratias M. Rewezaura SJ ist ein geeigneter Nachfolger für mich gefunden worden. Der 43-Jährige stammt aus Tansania und arbeitete vor seinem neuen Amt als Assistent des Länderdirektors im Tschad. Die Strategie bis 2014 sieht vor, den Konflikt in Somalia und die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika weiter zu bekämpfen. Der JRS verfolgt Projekte in fünf Ländern, wobei missio ein wichtiger Partner vor Ort ist. Seit der Teilung des Sudan in den Nord-Sudan und in den Süd-Sudan komme es immer wieder zu Konflikten in den Grenzgebieten. Auch hier muss aktiv geholfen werden.“

Mit Pater Pflüger sprach Nina Krüsmann.

Der 65-jährige Deutsche Pater Frido Pflüger stammt aus Albbruck an der Grenze zur Schweiz. Er studierte Philosophie, Theologie, Mathematik und Physik und war vor seinem Einsatz in Afrika 20 Jahre lang im Schuldienst tätig. Zuletzt leitete er das St.-Benno-Gymnasium in Dresden.

Beim Jesuitenflüchtlingsdienst in Berlin kümmert er sich nun seit Anfang März 2012 um Flüchtlinge, denen die Abschiebehaft droht. Im Interview blickt er auf seine Tätigkeit im östlichen Afrika zurück.

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