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50 Jahre Zusammenarbeit und Solidarität

1. Juli 2011

Die Vereinigung der Bischofskonferenzen Ost-Afrikas (AMECEA) feiert ihr goldenes Jubiläum

Mit einer Vollversammlung, an der rund 300 Bischöfe und Delegierte Ost-Afrikas teilnehmen, sowie einer Jubiläumsfeier mit 2000 Gästen feiert die Vereinigung der Bischofskonferenzen Ost-Afrikas (AMECEA) in diesen Tagen in Nairobi / Kenia ihr 50-jähriges Bestehen. Zur Vereinigung der Bischofskonferenzen Ost-Afrikas gehören die nationalen Bischofskonferenzen von Eritrea, Äthiopien, Kenia, Malawi, Sudan, Tansania, Uganda und Sambia. Djibouti und Somalia sind assoziierte Mitglieder.

Fragen an den Generalsekretär der AMECEA, Father Pius Rutechura (Foto).

Father Pius, die AMECEA feiert in dieser Woche ihr 50-jähriges Bestehen. Wie kam es zur Gründung dieser Vereinigung der Bischofskonferenzen Ost-Afrikas?

Father Pius Rutechura: Die AMECEA wurde als ein Organ innerhalb der Kirche Ost-Afrikas gegründet, um die Solidarität und Zusammenarbeit untereinander zu fördern, insbesondere wenn es um wichtige Fragestellungen innerhalb der ostafrikanischen Region geht. Auslöser für die Gründung waren letztlich zwei wichtige Zusammenhänge: zum einen war es der Vorabend der Unabhängigkeit vieler afrikanischer Staaten; zum anderen hatte Papst Johannes XXIII. ein ökumenisches Konzil angekündigt. Es ging also auch um die Frage der engeren Zusammenarbeit als Kirche, um sich vor und während des Konzils gemeinsam zu engagieren.

Die AMECEA fördert die Einheit untereinander, Gerechtigkeit, Frieden und Solidarität. Was bedeutet dies konkret?

Father Pius Rutechura: Wenn wir auf die 50-jährige Geschichte zurückblicken, stellen wir fest, dass die AMECEA große Anstrengungen unternommen hat, als Familie Gottes, d.h. als Kirche, Einheit und Communio zu fördern, enger zusammenzuarbeiten und gemeinsam in wichtigen Fragen Lösungen zu suchen. Zur gleichen Zeit ging und geht es darum, Zeugen zu sein für die Werte des Evangeliums, d.h. für das Leben im umfassenden Sinne. Es geht darum, sich gemeinsam in wichtigen Fragen und Aktivitäten zu engagieren. Die gemeinsame Suche nach Antworten betrifft zum Beispiel die Gewinnung und Ausbildung kirchlicher Mitarbeiter, kirchliche Positionen zu Gerechtigkeit und Frieden in unserer Region, aber auch das gemeinsame Engagement im Bereich der Medien.

© www.amecea.org

Schaut man sich die Region der AMECEA an, sprechen wir von sehr unterschiedlichen Ländern. Was sind Ihrer Meinung nach heute die größten Herausforderungen für die AMECEA?

Father Pius Rutechura: Die größte Herausforderung ist die so schnell wachsende Kirche in der gesamten Region. Wachstum meint zunächst einmal ein rein zahlenmäßiges Wachstum. Dies betrifft sowohl die Mitgliedszahlen als auch die Zahl der kirchlichen Mitarbeiter, der Priester, der Ordensleute etc. Uns ist es sehr wichtig, dass wir uns gerade angesichts des schnellen Wachstums der Kirche der Frage zuwenden, auf welche Art und Weise wir die qualitative Dimension der Evangelisierung sicherstellen können. Zu nennen sind an dieser Stelle natürlich auch die wachsenden Probleme in dieser Region, vor allem die Situation von Migranten, Menschen, die ihre Heimat verlassen, um Arbeit zu finden.

Ein ganz wichtiges Ereignis für die gesamtafrikanische Kirche war vor zwei Jahren die zweite Afrikasynode. Die AMECEA hat sich sehr im Vorfeld und auch während der Synode engagiert. Was ist in der AMECEA – Region seit der Synode geschehen?

Father Pius Rutechura: Zunächst einmal ist in diesem Zusammenhang der Sudan zu nennen, der Südsudan wird als eigenständiger Staat in die Zukunft gehen. Die AMECEA hat sich im Sudan engagiert, um der sudanesischen Kirche in den komplexen Fragen und Problemen angesichts der politischen Entwicklungen zu helfen. Dann ist die Frage der Politik in den unterschiedlichen Staaten zu nennen. Die Mitglieder der AMECEA haben Empfehlungen der Synode aufgegriffen und damit begonnen, in den unterschiedlichen Staaten Ost-Afrikas Verbindungsbüros zur Politik und zu Regierungen aufzubauen, vielleicht vergleichbar mit den katholischen Büros in Deutschland. Es geht darum, in den Dialog mit Politikern einzutreten. Zudem ist eine engere Kooperation zwischen den Caritas-Netzwerken und den Netzwerken der „Gerechtigkeit und Frieden“-Kommissionen auf den Weg gebracht worden, für uns eine ganz wichtige Frage. An dieser Stelle ist auch das Thema „Kleine Christliche Gemeinschaften“ (KCG) zu nennen. In Kooperation mit missio widmen wir uns der Frage der Bedeutung der KCGs für die Region der AMECEA.

© Karl-Heinz Melters / missio

Das Kirchenrecht beschreibt sehr genau Aufgaben und Kompetenzen von Bischöfen und Bischofskonferenzen. Jedoch kennt es keine Vereinigung von Bischofskonferenzen wie es die AMECEA ist. Wie verbindlich sind demnach die Beschlüsse der AMECEA für ihre Mitglieder?

Father Pius Rutechura: Auch wenn das Kirchenrecht keine regionalen Bischofskonferenzen kennt, gibt es auf AMECEA-Ebene doch Übereinkünfte, die die Zusammenarbeit regeln. Mit Hilfe der AMECEA inspirieren sich die verschiedenen Mitglieder gegenseitig. Aber ich stimme auch darin überein, dass es nicht einfach ist, solche Einrichtungen wie die AMECEA auf regionaler oder kontinentaler Ebene zu führen, da das Engagement und die Verbindlichkeit doch sehr unterschiedlich wahrgenommen werden. Andererseits ist jedoch das Engagement der Bischöfe sehr hoch, wenn es insbesondere um dieses originäre panafrikanische Bild der Kirche, der Familie Gottes, geht. Das hohe Interesse an der nun beginnenden Vollversammlung ist ein Beleg dafür. Etwa 300 Bischöfe und Delegierte Ost-Afrikas nehmen an der Vollversammlung teil. Eine ausgesprochen hohe Zahl.

Wenn man auf die 50-jährige Geschichte der AMECEA zurückblickt, was würden Sie als Meilensteine des Wirkens dieser Vereinigung von Bischofskonferenzen in Ost-Afrika ansehen?

Father Pius Rutechura: Zuerst ist ganz sicher das Bemühen der AMECEA zu nennen, die Idee der Zusammenarbeit und Solidarität als Kirche über 50 Jahre aufrechterhalten zu haben. Die Bischöfe arbeiten auf regionaler Ebene zusammen und setzen gemeinsame Projekte um. Dies ist eine großartige Errungenschaft. Aber auch die Art und Weise, Kirche zu sein, die sich durch die Präsenz der Kleinen Christlichen Gemeinschaften ausdrückt, zeichnet die AMECEA aus. Und ich nenne den Bereich der Kommunikation, wozu ich auch die gemeinsamen Publikationen wie z.B. die afrikanische Kirchenzeitschrift „Afer“ zähle. Unsere Art und Weise, pastorale Erneuerungsprogramme auf den Weg zu bringen, die letztlich länderübergreifend eingeführt werden konnten. Aber auch die gemeinsame Errichtung und Leitung der katholischen Universität „CUEA“ – Catholic University of Eastern Africa – in Nairobi ist als Highlight der Arbeit der AMECEA zu bezeichnen. Diese Universität existiert nun schon 27 Jahre. Der Ausbau der Kommunikationsnetzwerke auf AMECEA-Ebene ist zu nennen, der Verbund der katholischen Radiosender, die Vernetzung der Printmedien, alles Initiativen, die durch das AMECEA-Sekretariat inspiriert worden sind. Nicht zu vergessen, das „Gerechtigkeit und Frieden“- Netzwerk, ein ganz wichtiges Netzwerk auf regionaler Ebene, koordiniert vom AMECEA-Sekretariat. Aber auch die Art und Weise der Zusammenarbeit der verschiedenen Sekretariate der nationalen Bischofskonferenzen und des AMECEA-Sekretariats ist ein wichtiger Aspekt.

Das Interview führte Norbert Kößmeier.

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