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„Ich blicke mit großer Sorge in die Zukunft.“

© V. Vierhaus / missio

18. Mai 2011

Bischof Antonius Aziz Mina zur Situation in Ägypten

Wie schätzen Sie die aktuelle Situation des Umbruchs in Ägypten ein?

Rückblickend betrachtet, ist die Revolution aus meiner Sicht eine gute Sache. Lange Zeit haben wir uns nicht getraut, unsere Meinung zu sagen. Ägypten hat gezeigt, dass Proteste auch friedlich ablaufen können. Dennoch ist die Situation momentan unsicher. Ich blicke mit großer Sorge in die Zukunft. Denn wir wissen nicht genau, was mit uns geschehen wird und ob wir in gute Hände geraten – in Hände, die sich für ein Ägypten einsetzen, in dem wir alle – ob Christen oder Muslime – zusammen leben können. Freiheit spielt dabei eine große Rolle. Ein freies Ägypten, in dem die Menschen arbeiten gehen, einen Platz in der Gesellschaft haben und sich gegenseitig helfen. Das ist das, was wir von der Revolution erwarten.

Wie ist das Verhältnis von Muslimen und Christen?

Die Anschläge auf Kopten zeigen, dass die Religion für politische Zwecke missbraucht wird. Denn es gibt keine Religion, die sagt: „Führt Krieg!“ Fanatische Muslime missbrauchen Worte aus dem Koran, um Krieg zu führen, sie sind gewalttätig und zünden Kirchen an. Im Endeffekt geht es dabei um Macht. Noch vor etwa dreißig Jahren fürchtete man diese Probleme nicht. Christen und Muslime lebten friedlich zusammen. Es gab zwar immer wieder Konflikte, aber Gott ist für alle Menschen da, egal, welcher Religion sie angehören. Denn weder Christen noch Muslime sind Fremde, die nach Ägypten gekommen sind. Seit Generationen leben die Religionen friedlich in einem Land. Ägypten ist Vaterland für alle – ob Christen oder Muslime. Wichtig ist, dass man die anderen Religionen akzeptiert.

Wie funktioniert ein Dialog der Religionen?

Der Dialog fängt im Kleinen an, zum Beispiel bei der Nachbarschaftshilfe. Es sollte selbstverständlich sein, auch als Christ den muslimischen Nachbarn um Hilfe zu bitten, statt zwei Straßen weiter zu christlichen Nachbarn zu gehen. Natürlich gibt es auch auf einer höheren Ebene Maßnahmen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass jede Religion ihr eigenes Dogma hat, das nicht einfach verändert werden kann. Es ist nur wichtig, zu verstehen, dass die Menschen in Ägypten verschieden sind, aber das macht die Schönheit dieses Volkes aus. Wenn ich mir einen Strauß mit nur weißen Blumen kaufe, ist das langweilig. Kaufe ich mir allerdings einen Strauß mit weißen, roten und gelben Blumen, ist der Strauß bunt und schön. Gott erlaubt uns die verschiedenen Religionen, also sollten wir seinen Willen nicht brechen. Dialog bedeutet zu erkennen, dass mein Gegenüber Muslim ist, aber mein Bruder in Christus.

Das Interview führte Verena Vierhaus.

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