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Missionswissenschaftliches Institut von missio Aachen baut neue Priesterausbildung in Äthiopien mit auf

MWI-Direktor Prof. Dr. Harald Suermann

25. Juli 2013

„In Äthiopien lernen Priester die Messe noch auswendig, und wenn sie das gut können, dürfen sie die Messe lesen“, weiß Professor Harald Suermann, Leiter des Missionswissenschaftlichen Instituts (MWI) missio, aus eigener Anschauung über die Situation der Kirche in Äthiopien zu berichten. Eine theologische Ausbildung im Priesterseminar gebe es für die meisten Priester nicht, sie würden eher einfach nur angelernt. „Damit sich dies ändert, hilft die katholische Kirche, eine solche fundierte Lehre für den orthodoxen Klerus aufzubauen“, so Suermann. Dazu gehöre auch die Unterstützung beim Aufbau einheimischer, theologischer Literatur, die bisher kaum entwickelt wurde.

„Während der Klerus eher mangelhaft ausgebildet ist, haben viele Kirchenmitglieder eine akademische Bildung genossen. Das ist ein Problem der äthiopisch-orthodoxen Kirche, das sich in Zukunft noch verschärfen wird“, sagt Suermann. „Durch das Universitätsstudium, bei dem auch religiöse Kulturtexte verwendet werden, lernen die Laien in Äthiopien ihren Glauben kritisch zu ergründen und stellen den Priestern Fragen, die diese oftmals nicht beantworten können“, erläutert Suermann die Situation, die im Alltag für Konflikte sorgt.

Deshalb sei es wichtig, den Klerus besser zu schulen und die traditionelle Theologie in Äthiopien für die heutige Zeit aufzuarbeiten. „Ein Teil der traditionellen Theologie ist in Ge‘ez geschrieben, einer toten Sprache“, sagt Suermann. Sie müsse ins Amharische übersetzt werden, eine der Amtssprachen der Christen und bedeutendsten Verkehrssprachen Äthiopiens. So solle unter anderem Augustinus ins Amharische übertragen werden. „Ziel ist es, damit den Blick von der eigenen Kirche auf die weltkirchliche Tradition zu öffnen“, sagt Suermann.

Georgskirche in Lalibela » http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bet_Giyorgis_church_Lalibela_01.jpg
Georgskirche in Lalibela © FlickreviewR / Wikimedia

Deshalb unterstützt das Missionswissenschaftliche Institut in Aachen die Arbeit des vor sechs Monaten gegründeten Forschungszentrums „Capuchin Franciscan Research and Retreat Center“ in Äthiopien. Primäre Aufgaben des Zentrums sind die Erforschung der theologisch-äthiopischen Literatur sowie die Bereitstellung von Übersetzungen in eine der Hauptsprachen, ebenso wie die theologische Forschung in Zusammenarbeit mit der Universität Addis Abeba. Das Forschungszentrum ist an den theologisch-philosophischen Bereich der neu gegründeten katholischen Universität in Addis Abeba angeschlossen. Laien und Priester kommen im Forschungszentrum zum Diskutieren zusammen und übersetzen Schriften ins Amharische. Direkt neben dem „Capuchin Franciscan Research and Retreat Center“ befindet sich das von Kapuzinern geleitete Priesterseminar. Bisher ist im Priesterseminar fast ausschließlich ausländische Literatur zu finden. „Dies soll sich auch ändern“, so Suermann.

Äthiopien gehört mit Armenien zusammen zu den ältesten christlich geprägten Ländern. Äthiopien ist bereits seit dem 4. Jahrhundert christianisiert. Die koptische Kirche ist die größte Kirche im Land. Laien und Pfarrer sind überwiegend noch angelernt. Die katholische Kirche in Äthiopien ist eine sehr kleine Kirche und bildet ungefähr ein Prozent der Bevölkerung.

Linktipp:
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