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Erneut blutiger Terror in Nigeria

© Roland Juchem

22. Januar 2012

Bei den bislang blutigsten Bombenanschlägen der Terrorgruppe Boko Haram in Kano im Norden Nigerias starben am Freitag mehr als 160 Menschen. Ziel der fast zeitgleichen Angriffe waren Polizeigebäude, Einwanderungsbüros und ein Gebäude der Geheimpolizei. Die radikal islamistische Sekte Boko Haram bekannte sich zu den Anschlägen und erklärte, Grund für die Attacken seien Verhaftungen ihrer Sektenmitglieder.

Kano ist die zweitgrößte Stadt Nigerias. Die Mehrheit der neun Millionen Einwohner sind Muslime.

Opfer der Terrorwelle in den letzten beiden Jahren waren Christen, aber auch Muslime in Nordnigeria, und Sicherheitskräfte. Boko Haram will nach eigenen Angaben die Regierung stürzen und im gesamten Land die Scharia einführen.

Die Islamisten hatten Weihnachten 2011 bei mehreren Anschlägen auf christliche Kirchen bereits Dutzende Menschen getötet. Kurz danach hatte ein Sprecher der Sekte den Christen im Norden Nigerias ein Ultimatum gestellt. Sie sollten innerhalb von drei Tagen die Region verlassen. Danach hatte es zahlreiche Angriffe auf Christen im Nordosten Nigerias mit 30 Toten gegeben. Viele Christen waren daraufhin in Gebiete geflüchtet, in denen mehrheitlich Christen leben, wie die Stadt Jos im Bundesstaat Plateau. Dies hat der dort ansässige Erzbischof, Ignatius Kaigama, bestätigt.

Der nigerianische Staat scheint angesichts der Krise hilflos. Gerade erst konnte der Hauptverdächtige, der den Anschlag auf die katholische Kirche St. Theresa nahe Abuja zu Weihnachten geplant haben soll, aus der Haft fliehen.

In einer Videobotschaft hatte ein Sprecher von Boko Haram die Anschläge auf Christen gerechtfertigt. Sie seien Vergeltung für das, was Christen Muslimen an Orten wie Jos und Kaduna angetan haben sollen. Er erklärte zudem, das Hauptangriffsziel von Boko Haram seien die Sicherheitskräfte. Sie hatten 2009 den Führer der Sekte Mohammed Yusuf nach seiner Verhaftung erschossen.

An denen vom Boko Haram Sprecher genannten Orten war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu lokalen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen mit Hunderten von Toten gekommen. Nach Meinung von missio-Partnern wie dem Erzbischof von Jos, Ignatius Kaigama, und dem Erzbischof von Kaduna, Matthew Ndagoso, ging es bei vielen Konflikten nicht um Religion, sondern um lang bestehende Rivalitäten verschiedener ethnischer Gruppen, die um Ressourcen wie Land und politischen Einfluss streiten.

Die islamistischen Terroristen werden für mindestens 510 Morde im Jahr 2011 verantwortlich gemacht. Sie hatten unter anderem das Hauptquartier der Polizei und die Zentrale der Vereinten Nationen in Abuja angegriffen.

Weihnachten 2010 hatte die Gruppe sich zu den Anschlägen auf christliche Kirchen bekannt, bei denen 80 Menschen starben.

Nigeria ist mit 160 Millionen Menschen das bevölkerungsreichste Land Afrikas, in dem ungefähr genauso viele Christen wie Muslime leben. Trotz des großen Ölreichtums des christlich geprägten Südens, haben besonders junge Nigerianer kaum Chancen auf Arbeit oder Bildung. Im Norden, in dem mehrheitlich Muslime leben, gibt es kaum wirtschaftliche Entwicklung. Die Menschen leben in großer Armut. Radikale Prediger haben hier leichtes Spiel, junge Männer für ihre Terrorakte zu rekrutieren.

Bettina Tiburzy

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