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Nigeria: Christen und Muslime können Boko Haram nur gemeinsam besiegen

Toni Görtz, missio-Länderreferent

missio-Länderreferent Toni Görtz besuchte ein von Terroranschlägen schwer erschüttertes Land

Nigeria steht unter Schock. Ein Berg ausgebrannter Autowracks auf einem Brachgelände gegenüber dem Polizei-Hauptquartier in Abuja. Ein grauer Blechhaufen – Mahnmal, Erinnerung an eine der zahlreichen Attacken von Boko Haram auf die uniformierte Staatsgewalt. Seit 2009 soll Boko Haram bei rund 160 Anschlägen für über 1000 Tote verantwortlich sein, rund 300 davon alleine in den ersten Wochen des neuen Jahres. Terrorakte von geschätzten 300 bis 500 Aktivisten lähmen die 160-Millionen-Nation.

In westlichen Medien wird immer wieder berichtet, dass die islamistische Terrorgruppe Boko Haram „Christenverfolgung“ betreibe, doch das Hauptziel der Anschläge ist der staatliche Machtapparat: Polizeistationen und alles, was den „funktionierenden“ Staat ausmacht. Unter den Opfern sind Muslime in der Mehrheit. Es hat aber auch gezielte Anschläge gegen Christen gegeben, zum Beispiel das Attentat um Weihnachten 2011 auf eine Kirche nahe Abuja. 48 Gottesdienstbesucher kamen ums Leben. – Christen und Muslime in Nigeria fühlen sich gleichermaßen bedroht.

In Maiduguri gründete Mohammed Yusuf 2002 die Sekte Boko Haram, was soviel heißt wie „Westliche Bildung ist Sünde“. Das Ziel war es damals, den „Islam zu reinigen“. Spätestens als 2009 Yusuf verhaftet und von der Polizei ermordet worden ist, wandelte sich Boko Haram zur Terrororganisation. Rache und Vergeltung sind seitdem zur eigentlichen Triebfeder geworden.

© Harald Oppitz, KNA / missio

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Robert Zollitsch besuchte zusammen mit missio-Präsident Klaus Krämer 2009 Nigeria. Sie trafen bei ihrem Besuch bei Erzbischof Ignatius Kaigama (2.v.l.) in Jos den Emir von Wase, Alhaji Haruna Abdullahi (2.v.r.), und den Emir von Kanam, Alhaji Mohammadu Mu‘azu Babangida (l.).

Als Hauptursachen für die Unruhen und das Erstarken von Boko Haram werden von fast allen Kennern der Lage die Korruption in Nigeria und die extremen Gegensätze zwischen Reich und Arm genannt. Stellvertretend mögen zwei statistische Werte deutlich machen, worum es geht: 80 Prozent der Gewinne aus dem nigerianischen Ölgeschäft kommen lediglich einem Prozent der Bevölkerung zugute. Und rund 80 Prozent der Bevölkerung leben unter dem Existenzminimum. In einem solchen Umfeld haben die Extremisten es leicht, Täter zu rekrutieren.

„Ein anderes Nigeria ist möglich!“

Auf dem Weg zu einer Lösung ist es den katholischen Bischöfen wichtig, auf keinen Fall eine Lagermentalität zwischen Christen und Muslimen aufkommen zu lassen. Nigeria habe nur dann eine Chance, wenn es gelingt, ein friedliches Zusammenleben der Religionsgruppen zu erhalten. Ohne Dialog sei dies nicht denkbar. Der Erzbischof von Abuja, John Onaiyekan, fordert demgemäß dazu auf, jetzt ganz besonders gute Beziehung zu den muslimischen Freunden zu pflegen. Wenn sich Christen und Muslime entzweien ließen, bedrohe das die nigerianische Nation. Gleichzeitig fordert Onaiyekan auf, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen und wachsam zu sein.

Zur Person

Toni Görtz, 55, ist seit 1981 Mitarbeiter beim Internationalen Katholischen Missionswerk missio e.V. in Aachen, zurzeit als Projektreferent u.a. zuständig für Nigeria. Im Februar 2012 besuchte er den Norden Nigerias und sprach mit führenden Vertretern der katholischen Ortskirche.

Sein Kollege, der neue Bischof von Sokoto, Matthew Hassan Kukah, ruft in seinem Hirtenbrief: „Habt keine Angst!“ zu drei Maßnahmen auf: Erstens zum Gebet für die Nation, vor allem gegen die Korruption. Zweitens betont auch er die Notwendigkeit, Solidarität zwischen allen Gläubigen, Christen und Muslimen, zu pflegen. Schließlich müssten die religiösen Führer aller Kirchen und Religionen Gewalt und Korruption verurteilen. Und er schließt: „Ein anderes Nigeria ist möglich!“

Wie der Friede Wirklichkeit werden kann, zeigt das spontane Engagement von vielen nigerianischen Gläubigen: Christen bewachen Moscheen während des Freitagsgebetes, und Muslime schützen Gotteshäuser am Sonntag. Wenn sich Christen und Muslime nicht entzweien oder gegeneinander aufhetzen lassen, werden die radikalen Brandstifter es schwer haben, weiter Unterstützung für ihren Terror zu finden.

Karte von Nigeria

missio ist seit vielen Jahren Partner der nigerianischen Ortskirche und hilft, die einheimischen kirchlichen Kräfte sehr gut auszubilden. Das befähigt sie, Probleme in ihrem Land mit eigenen Kräften und Mitteln zu lösen. Kirchliche Mitarbeiter setzen sich für ein friedliches Zusammenleben aller Religionsgemeinschaften ein. Es gibt in Nigeria keine Kirche, die sich so sehr wie die katholische Kirche im christlich-muslimischen Dialog engagiert.

Toni Görtz

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