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Bischof Kukah: Amnestie für „Boko Haram“ ernsthaft prüfen

Bischof Kukah © Bettina Tiburzy, missio

8. April 2013

Bischof von Sokoto im Nordwesten Nigerias begrüßt gegenüber missio Aachen entsprechende Regierungspläne. „Es braucht Geduld und Fingerspitzengefühl“.

Matthew Hassan Kukah, Bischof der Diözese Sokoto im muslimisch geprägten Nordwesten Nigerias, begrüßt Pläne der Regierung seines Landes, die Möglichkeiten einer Amnestie für die Terror-Sekte „Boko Haram“ zu prüfen. Dies sagte er am Sonntag, 7. April 2013, im Gespräch missio Aachen. Nigerias Präsident Jonathan Goodluck hatte zuvor nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates mitteilen lassen, dass ein Ausschuss gebildet werde, der die Durchführbarkeit einer Amnestie für Mitglieder von „Boko Haram“ prüfen solle. Seit 2009 verübt „Boko Haram“, eine Terror-Sekte, die den westlichen Lebensstil ablehnt, im Norden Nigerias blutige Attentate und will dort die Scharia einführen. Den Anschlägen fallen Muslime und Christen gleichermaßen zum Opfer. Johannes Seibel hat die Fragen gestellt.

Exzellenz, Bischof Kukah, sind Sie von der Entscheidung der Regierung in Nigeria überrascht, eine Amnestie für „Boko Haram“ prüfen zu wollen?

Bischof Kukah: Ich bin sehr glücklich über die Initiative. Ich habe ja schon in meiner Osterbotschaft eindrücklich darauf hingewiesen, dass Nigerias Präsident Jonathan Goodluck die Möglichkeit einer Amnestie offenhalten muss, dass dies aber nicht dasselbe ist, wie eine Amnestie tatsächlich auch schon zu gewähren. Hier nicht genau unterschieden zu haben, führte ja in jüngster Zeit zu Irritationen.

Ist die katholische Kirche in Nigeria in solche Beratungen offiziell mit einbezogen?

Bischof Kukah: Bisher gab es ja erst eine Stellungnahme des Präsidenten, demzufolge ein solcher Ausschuss gegründet wurde. Unsere Beteiligung besteht bisher aber sicherlich in guten, konstruktiven Diskussionsbeiträgen zu dem Thema. Was auch immer jetzt geschieht, wir sind glücklich über die Entwicklung.

Wie schätzen Sie die Erfolgsaussichten dieser Initiative ein?

Bischof Kukah: Es ist zu früh, hier über die Erfolgsaussichten zu spekulieren. Es hängt auch davon ab, ob Präsident Jonathan Goodluck dahingehend beraten wird, das Komitee nicht so zu besetzen, dass es die Probleme noch verschärft, weil zu viele Mitglieder mit zu unterschiedlichen Interessen berufen werden - oder weil zu sehr politische und religiöse Fragen in dem Komitee verhandelt werden. Die Fragen, die das Komitee beschäftigen sollten, sind nicht zuerst religiöser Natur. Vielmehr braucht es Geduld, Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit, die Initiative von tagespolitischen öffentlichen Einmischungen und Vereinnahmungen fernzuhalten.

Hilft eine solche Amnestie überhaupt den Menschen in Nigeria?

Bischof Kukah: Das ist doch klar, das muss man überhaupt nicht mehr eigens erwähnen. Das Phänomen „Boko Haram“ hat den Fortschritt im Land gebremst, und, so glaube ich, auch den Präsidenten einiges an Energie gekostet. Er ist ja mit sehr guten Ideen angetreten, wie man das Land vorwärtsbringen kann. Aber diese Krise hat uns zurückgeworfen, sie erschütterte das Selbstvertrauen der Menschen, sie beeinträchtigte das Vertrauen in die menschlichen Fähigkeiten überhaupt. Deshalb: Je früher wir zur Normalität zurückkehren können, desto besser ist das für die Bürger Nigerias, die Partner des Landes und alle, die es gut mit uns meinen.

Linktipp:
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