Subnavigation und Schnelleinstieg

Ihr Kontakt zu missio

Unsere Servicezeiten ,
Mo.-Do. 8-17 Uhr Fr. 8-13 Uhr

Goethestr. 43 , 52064 Aachen

Tel.:
0800 / 38 38 393
Kontaktformular:
zum Kontaktformular
Weltmissionssonntag 2017: Navigationselement » Liturgische Hilfen » Gäste » Filme & Reportagen » Downloads » Sonntag der Weltmission » Spenden & Projekte » Aktionen für die Gemeinde » Burkina Faso
Wir bauen ein Haus für Alle Solidarität mit bedrängten Christen Glauben teilen. Weltweit. Aktion Schutzengel - Für Familien in Not. Weltweit.

Projektauswahl

Filterkriterien
.
missio im Web 2.0: Facebook, Twitter, Google+, Youtube, Instagram, Blog » Twitter » Instagram » Youtube » Blog » Google+ » Facebook

Inhalt

Boko Haram geschwächt, doch nicht besiegt

Stand: 30.07.2015

Offenbar inspiriert durch die Terrororganisation "Islamischer Staat" im Irak und in Syrien hatte Boko Haram 2014 ganze Gebiete besetzt und ein Kalifat ausgerufen. Hunderttausende flohen vor den Islamisten. Doch seitdem die Nachbarstaaten Nigerias Boko Haram auch militärisch bekämpfen, konnten einige Erfolge gegen die Terrorgruppe erzielt werden. Nigerias neue Präsident Muhammadu Buhari hat Boko Haram den Krieg erklärt. Die Militärführung tauschte er kurz entschlossen aus. Viele der besetzten Dörfer konnten zurückerobert werden. Doch immer wieder verüben die Islamisten Massaker an der Zivilbevölkerung. Seit neuestem auch in den Nachbarländern Niger, Tschad und Kamerun.

Rückblick: Was will Boko Haram?

Nach eigenen Angaben verfolgt die Terrorgruppe das Ziel, in Nigeria einen islamischen Staat zu errichten.

„Boko Haram“ bedeutet so viel wie „westliche Bildung ist verboten“. So wird die Gruppe in Nigeria genannt. Selber bezeichnen sich ihre Mitglieder allerdings als 'Jama’atu Ahlis Sunna Lidda’awati wal Jihat, „Anhänger der Verbreitung der Lehren des Propheten und des Heiligen Krieges“. Seit Gründung der Organisation im Jahr 2002 tritt Boko Haram für eine strenge Form des Islams ein.

Ihr Anführer Mohammed Yussuf predigte zunächst friedlich gegen den westlichen Einfluss auf die nigerianische Gesellschaft im muslimisch dominierten Norden. Die weit verbreitete Korruption und der Verfall von Moral und Sitten seien die direkten Konsequenzen der westlichen Einflussnahme, glaubte Yussuf. Im vernachlässigten Norden Nigerias, in dem mehr als 40 Prozent der Menschen ohne Arbeit sind, fand er schnell Anhänger, junge frustrierte Männer ohne Perspektiven.

Erst nach der Ermordung ihres Anführers am 30. Juli 2009 radikalisierte sich Boko Haram zunehmend und begann eine blutige Anschlagsserie. Seither sind schätzungsweise mehr als 13.000 Menschen durch ihre Terrorakte ums Leben gekommen.

© Andy Spyra / missio

Gegen wen richten sich die Angriffe?

Anfangs richteten sich die Angriffe in der Mehrzahl gegen den staatlichen Machtapparat: Polizei, Armee und alles, was den „funktionierenden“ Staat ausmacht. Boko Haram-Führer Mohammed Yussuf wurde 2009 von der Armee gefangengenommen, Polizisten übergeben und starb wenig später im Polizeigewahrsam. Rache für seinen Tod war zunächst eines der selbsterklärten Ziele der Gruppe.

Doch schnell begann die Gruppe auch andere Ziele anzugreifen. Sie bombardierte 2011 das UN-Hauptquartier in Nigerias Hauptstadt Abuja, richtete ihre Anschläge gegen Banken, Märkte, Kneipen, Bushaltestationen und sogar gegen die Zeitung „ThisDay“, die sich zuvor kritisch zu Boko Haram geäußert hatte.

Heute richtet sich die Gewalt immer öfter auch gegen Schulen und Ausbildungsstätten. Im März 2014 entführten die Islamisten mehr als 200 Mädchen, in der Mehrzahl Christinnen, aus einer Schule in Chibok. Über diese Entführung ist in vielen Medien berichtet worden. Doch sie sind nicht die einzigen Entführungsopfer. Viele Hundert Mädchen und Frauen, über die es keine Medienberichte gibt, sind ebenfalls von Boko Haram verschleppt worden. Im April 2015 gelang es der nigerianischen Armee, fast 300 Mädchen aus dem Sambisa-Wald aus den Fängen der Islamisten zu befreien. Die Chibok-Mädchen waren nicht unter ihnen.

© Andy Spyra / missio

Anschläge gegen Christen

Seit 2010 richten sich die Anschläge der Islamisten zunehmend auch gegen Christen. Weihnachten 2010 zündete Boko Haram zwei Bomben in Jos, Bundesstaat Plateau, und traf damit viele Kirchgänger. Unzählige Angriffe auf Christen und Kirchen vor allen in den Bundesstaaten Yobe, Borno und Adamawa folgten. Bei einem Bombenanschlag zu Weihnachten auf die katholische St.-Theresa-Kirche in Madalla nahe Abuja starben 43 Gottesdienstbesucher, zahlreiche Gläubige wurden verletzt.

Im Januar 2012 stellte Boko Haram den Christen ein Ultimatum. Sie sollten den Norden verlassen oder würden umgebracht. Danach gab es immer wieder Anschläge auf Christen. Über hundert Kirchen wurden niedergebrannt. Viele Christen trauen sich nicht mehr, Gottesdienste zu besuchen.

Mit ganzen Anschlagsserien auf Kirchen an Orten wie Jos und Kaduna, die nicht im Nordosten, sondern im christlich-muslimischen mittleren Gürtel Nigerias liegen, versucht Boko Haram immer wieder dort bestehende Konflikte zwischen rivalisierenden Volksgruppen weiter anzuheizen. Eine gezielte Strategie, um den Staat Nigeria als Ganzes ins Wanken zu bringen.

Glaubenskrieg?

Die Anschläge und Auseinandersetzungen im Norden Nigerias sind in erster Linie kein Konflikt zwischen Christen und Muslimen. Dies haben insbesondere die katholischen Bischöfe des Nordens Nigerias, deren Gemeinden auch zu den Anschlagszielen gehören, immer wieder deutlich gemacht. Ihrer Auffassung nach haben die politischen Eliten und der Staat bei der Armutsbekämpfung und der Durchsetzung von Rechtsstaatlichkeit versagt. Ursachen der Gewalt seien die sozialen und politischen Krisen und die ausufernde Korruption, so die Bischöfe.

Hundertausende Flüchtlinge - wie missio hilft

Viele Hunderttausend Menschen sind vor dem Terror von Boko Haram geflohen. Sie suchen Zuflucht in den Nachbarstaaten und in den Städten Yola und Maiduguri.

Die ARD-Korrespondentin Shafagh Laghai hatte Yola Anfang 2015 besucht und in einem Beitrag für tagesschau.de über die Situation Flüchtlinge und die Hilfe der katholischen Kirche in Yola berichtet. missio unterstützt die Diözese in dieser Notlage nach Kräften. Der Bischof von Yola, Stephen Dami Mamza, ist ein langjähriger missio-Partner. In einem Interview (03.07.2015) mit der KNA berichtet er der Korrespondentin Katrin Gänsler von der dramatischen Lage der Flüchtlinge kurz vor der Regenzeit. Mit Hilfe von missio kann die Diözese Yola die Flüchtlinge mit Lebensmitteln versorgen und Häuser regenfest machen.

Auch das Bistum Maiduguri, das missio seit vielen Jahren unterstützt, ist von den Anschlägen der Terrorgruppe schwer gezeichnet. Der Bischof von Maiduguri, Oliver Dashe Doeme, berichtete bei seinem Besuch bei missio in Aachen im Juni 2015 von der Situation in seinem Bistum. Die Lage der katholischen Kirche in Maiduguri sei von einer humanitären Krise gekennzeichnet, etwa 100 Kirchen seien zerstört, 500 Menschen in seinen Pfarreien getötet und etwa 200 entführt worden, erklärte Bischof Doeme. Eine genaue Aufstellung der Schäden kann hier nachgelesen werden. Trotzdem war Bischof Doeme zuversichtlich: „Viele Dörfer sind schon von Boko Haram befreit, allmählich kehren die Bewohner zurück, auch Christen, das ist eine gute Nachricht“, sagte er.

Lesen Sie außerdem zu diesem Thema:

Diese Seite erreichen Sie auch über die Kurzadresse
arrowmissio-hilft.de/bokoharamarrow

© 2009-2017 missio Aachen