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Die Kirche bildet in beiden Ländern des Sudan nach wie vor eine gemeinsame Bischofskonferenz.

Länderreferent H.-P. Hecking über das Symposium in Juba zur Rolle der Kirche in den beiden Sudan-Ländern. © privat

9. November 2011

Drei Monate nach der Teilung des Sudan fand Mitte Oktober 2011 in Juba ein wegweisendes Symposium mit allen Bischöfen, Vertretern aus Politik und Gesellschaft sowie mehr als 700 Delegierten aus allen neun Bistümern der beiden Sudan-Länder statt. Unser Ostafrika-Referent, Hans-Peter Hecking, nahm an der Veranstaltung teil und berichtet.

Was war das Ziel des Symposiums?

Hecking: In der von missio unterstützten viertägigen Veranstaltung ging es darum, die Rolle der Katholischen Kirche in der Vergangenheit der beiden Sudanländer und vor allem während der verheerenden Kriegsjahre zu reflektieren. Es ging in einem weiteren Schritt darum, eine Standortbestimmung der Kirche in der gegenwärtigen staatlichen und gesellschaftlichen Neufindungsphase vorzunehmen, um vor diesem Hintergrund gemeinsam zu überlegen, wie Kirche die drängenden Herausforderungen in den gesellschaftlich und kulturell, politisch und wirtschaftlich unterschiedlichen Ländern Sudan und Südsudan aufgreifen und lösen helfen kann. Es ging also um die Frage, wie Kirche ihrer prophetischen Rolle in den neuen Gegebenheiten der Zweistaatlichkeit gerecht werden kann.

Gibt es schon erste Ergebnisse?

Hecking: In dem Symposium kamen Vertreter aus den sieben Diözesen im Südsudan und den beiden Diözesen im Sudan zusammen. Dass die Kirche nur drei Monate nach der Teilung des alten Sudan mehr als 700 Leute zu diesem Symposium zusammen gebracht hat, ist allein schon ein unübersehbares Signal in die Gesellschaft hinein, dass Kirche sich in den beiden Sudanländern auch in Zukunft als eine Kirche versteht, bestehend aus verschiedenen Stämmen, Sprachen und Völkern. Entsprechend auch das Motto des Symposiums: „One Church from every tribe, tongue and people“. Die Kirche bildet in beiden Ländern nach wie vor eine gemeinsame Bischofskonferenz. Man will sich also, trotz der gravierenden Unterschiede zwischen beiden Ländern und den konfliktgeladenen Gegebenheiten in jedem der beiden Vielvölkerstaaten, den Herausforderungen gemeinsam stellen. Ob dieses Modell einer gemeinsamen Bischofskonferenz allerdings angesichts der unterschiedlichen Rahmenbedingungen in beiden Ländern, die in den Beiträgen und Diskussionen während der Veranstaltung benannt wurden, langfristig tragfähig ist, muss man sehen.

Erzbischof von Khartoum, Gabriel Kardinal Zubeir Wako, der Vorsitzende der Bischofskonferenz sagte, das Symposium müsse zu konkretem Handeln führen, sowohl auf nationaler als auch auf diözesaner Ebene. Es wird darum gehen, wie Bischof Daniel Adwok feststellte, auf der Grundlage des Symposiums einen synodalen Prozess anzustoßen mit dem Ziel, die Schwerpunkte kirchlicher Handlungsfelder klar zu benennen und in die Tat umzusetzen. Unmittelbar im Anschluss an das Symposium trafen sich die Bischöfe zu ihrer diesjährigen Vollversammlung. Dabei sollten die notwendigen Weichen gestellt werden. Viele Beiträge während des Symposiums machten deutlich, dass die individuelle und gesellschaftliche Aufarbeitung der zurückliegenden Jahre von Unterdrückung, Krieg und Vertreibung ein wichtiges Thema ist, dem sich Kirche annehmen muss. Individuelle und teilweise sehr persönliche Redebeiträge würdigten die herausragende Rolle der Missionare und den Beitrag der Kirche im Kampf gegen die Sklaverei und Bevormundung durch den arabischen Norden.

Die Diözesen in den beiden Sudan-Ländern.

Wie ist die derzeitige Situation der Kirche im Südsudan?

Hecking: Es ist, wie man sehen kann, eine sehr lebendige Kirche, in der die Laien, vor allem die Katechistinnen und Katechisten nach wie vor das Rückgrad des Gemeindelebens darstellen. Das wurde auch in den Beiträgen des Symposiums immer wieder herausgestrichen. Zwar sind die meisten Kirchen und Schulen, Pfarrsäle und Pfarrhäuser auch sechs Jahre nach Ende des Krieges zerstört – doch in den Ruinen treffen sich die Menschen zu Gottesdiensten und Versammlungen, um das Gemeindeleben zu gestalten. Es gibt im Südsudan mehr als 60 Prozent Christen, davon sind mehr als die Hälfte katholisch. Die Bedeutung, die auch die Regierung des Südsudan der Katholischen Kirche als gesellschaftliche Kraft beimisst, kann man allein schon daran erkennen, dass der Informationsminister sich durch einen Vortrag an dem Symposium beteiligte und Staatspräsident Salva Kiir Mayardit dem Abschlussgottesdienst in der Kathedrale von Juba beiwohnte.

Wie wird missio den Aufbau der Kirche im Südsudan unterstützen?

Hecking: Auch sechs Jahre nach Friedensschluss ist einer der wesentlichen Punkte für missio der Wiederaufbau von Kirchenstrukturen, Kirchen und gemeindlichen Versammlungsstätten, denn das meiste ist zerbombt und kaputt. Dies ist so wichtig, weil Kirchen und Pfarrhäuser Orte sind, an denen sich die Menschen während der Hitze oder der Regenzeit treffen können. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Förderung der Aus- und Weiterbildung kirchlichen Personals, vor allen Dingen auch von Laien. Dies war innerhalb des Krieges oft nicht ausreichend möglich, und da ist vieles nachzuholen.

Das Interview führte Christiane Krahl.

Linktipps:
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