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Bischofssynode zur Lage der Christen in der Krisenregion Naher Osten

Aachener Nah-Ost-Experte Dr. Harald Suermann zieht erste Bilanz

19. Oktober 2010

Der Nah-Ost-Experte Dr. Harald Suermann, Leiter des Missionswissenschaftlichen Instituts (MWI) in Aachen, hat auf Einladung des Vatikan an der Bischofssynode zur Lage der Christen in der Krisenregion Naher Osten teilgenommen. Die Sonder-Synode endete am Sonntag, 24. Oktober 2010, in Rom.

Herr Dr. Suermann, an der Synode haben Vertreter der Katholischen Kirche im Nahen Osten teilgenommen, aus arabischen und nicht-arabischen Ländern, von Ägypten bis hin zur Türkei, von Iran bis Israel, alle Golfstaaten, Irak, Libanon, Syrien, Jordanien, Palästina und Zypern. Welche Inhalte kamen in der Synode zur Sprache?

Dr. Harald Suermann: Es ging um die Situation der Christen im Nahen Osten, insgesamt 14 Millionen Christen in einer Gesamtbevölkerung von 330 Millionen Einwohnern. Die Herausforderungen: ein Aussterben des Christentums im Nahen Osten langfristig abzuwenden, die Christen in ihrer Identität zu stärken und die Gemeinschaft von Kirchen mit neuem Leben zu erfüllen.

Sondersynode Naher Osten, Rom/Vatikan, Oktober 2010
Ein Blick in die Sondersynode "Naher Osten". © missio

Warum droht den Gemeinden ein Aussterben, warum verlassen die Christen die Region?

Dr. Harald Suermann: Die Teilnehmer der Synode haben ergreifende Berichte über die Situation in der Region gegeben. Der Mittlere Osten ist von blutigen Konflikten geschunden, die unerbittliche Feindschaften und Ressentiments hervorrufen. Kurden, Iraner, Iraker, Palästinenser, Israelis, Libanesen haben furchtbar gelitten und ihre Wunden sind noch nicht geschlossen, geschweige denn geheilt. Meist ist Religion als Hintergrund eines Konfliktes mit einbezogen, um diesen zu ideologisieren und zu konsolidieren. Die politischen Systeme in der Region machen es häufig schwer, ein Leben in Würde und Freiheit zu führen. Diskriminierende Gesetze und Aktivitäten von Fundamentalisten treiben die Christen, aber auch andere zur Auswanderung.

Hat die Synode Antworten und Lösungen für die wichtigsten Herausforderungen gefunden?

Dr. Harald Suermann: Die Lösung liegt nicht in der Vergeltung, die einen Teufelskreis von endloser Gewalt schafft, sondern im Dialog und in Vergebung. Hierzu kann die Kirche aufrufen und in den kirchlichen Schulen ist dies ein zentrales Thema. Die Kirche kann keine politischen Lösungen durchsetzen. Sie kann wohl aber für solche werben. Neben einer Lösung der immer noch aktuellen Konflikte im Irak und in Palästina und Israel, aber auch in anderen Ländern, ist es besonders wichtig für die Christen und Kirchen, sich für die Beachtung der Menschenrechte in der Region einzusetzen. Christen müssen mit muslimischen Partnern am Aufbau einer zivilen Gesellschaft arbeiten. Dies sind langfristige Aufgaben und es sind Aufgaben, die aus dem Kern der Frohen Botschaft erwachsen und damit zur Identität und zur Spiritualität der Christen gehören.

Dr. Harald Suermann in der Sondersynode Naher Osten, Rom/Vatikan, Oktober 2010
Dr. Harald Suermann, Direktor des Missionswissenschaftlichen Instituts (MWI / Aachen) in der Sondersynode "Naher Osten". © missio

Gibt es ganz konkrete Vereinbarungen, die während der Synode getroffen wurden?

Dr. Harald Suermann: Die Synode beschließt nicht und vereinbart nicht, sondern berät den Papst. Vorschläge werden dem Papst vorgelegt, die dieser in einem päpstlichen Schreiben aufgreift. Dieses ist dann die Grundlage für die weitere Arbeit der Kirche in der Region. Es gab viele konkrete und gute Anregungen auf der Synode und ich glaube, dass einige davon auch ohne päpstliche Unterstützung umgesetzt werden.

Der Nahe Osten.

Gibt es ein Signal des Papstes, wie er den Herausforderungen künftig begegnen wird?

Dr. Harald Suermann: Die Besuche von Papst Benedikt XVI. im Heiligen Land, in Palästina und in der Türkei, seine Treffen mit muslimischen Führungspersönlichkeiten sind solche Signale, die zum Gespräch auffordern. Er tat das gleiche mit der hebräischen Religion, um zum Dialog zu ermutigen. Der Dialog ist sicherlich ein wichtiger Beitrag zum friedlichen Zusammenleben. Der Papst hat bei seinen verschiedenen Ansprachen während seines Pontifikats auch immer wieder von der positiven Laizität gesprochen. In ihrer Verwirklichung wird sicherlich ein wichtiger Baustein für die Zukunft der Christen und aller Bewohner der Region liegen. Die Synode selbst ist ein Dialog gewesen, an dem auch Muslime und Juden, wie auch orthodoxe und protestantische Christen teilgenommen haben. Viele Bischöfe aus dem Nahen Osten hatten den Papst hierum gebeten.

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» siehe auch Pressemitteilung vom 7. Oktober 2010: "Bischofssynode zur Lage der Christen in der Krisenregion Naher Osten: Aachener Nah-Ost-Experte Dr. Harald Suermann zur Teilnahme berufen"

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