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Bischofssynode zur Lage der Christen in der Krisenregion Naher Osten

Aachener Nah-Ost-Experte Dr. Harald Suermann zur Teilnahme berufen

Dr. Harald Suermann, Direktor des Missions- wissenschaftlichen Instituts (MWI), Aachen

7. Oktober 2010

Der Nah-Ost-Experte Dr. Harald Suermann (Foto), Leiter des Missionswissenschaftlichen Instituts (MWI) in Aachen, wird auf Einladung des Vatikan an der "Bischofssynode zur Lage der Christen in der Krisenregion Naher Osten" teilnehmen. Die Sonder-Synode findet vom 10.–24. Oktober 2010 in Rom statt.

Die Synode der katholischen Kirche für den Nahen Osten umfasst arabische und nicht-arabische Länder, die eine weite geografische Region abdecken, von Ägypten bis hin zur Türkei, von Iran bis Israel, alle Golfstaaten, Irak, Libanon, Syrien, Jordanien, Palästina und Zypern. Sie betrifft direkt oder indirekt 14 Millionen Christen in einer Gesamtbevölkerung von 330 Millionen Einwohnern. Nach Einschätzung von William Shomali, Weihbischof des Lateinischen Patriarchats in Jerusalem, ist die Existenz der Gemeinden vielfach bedroht und ihre Auflösung durch Abwanderung und Flucht eine Frage der Zeit, wenn sich die Rahmenbedingungen nicht ändern. Die Synode steht vor der Herausforderung, ein Aussterben des Christentums im Nahen Osten langfristig abzuwenden, so Weihbischof William Shomali gegenüber missio. Es gehe darum, die Christen in ihrer Identität zu stärken und die Gemeinschaft von Kirchen mit neuem Leben zu erfüllen.

Nach Einschätzung von Shomali schwächt der Auszug vieler Christen aus ihrer Heimat das Gemeindeleben. Diese Emigration habe auch die Augen moderater Muslime geöffnet, die in diesem Exodus eine Verarmung der arabischen Gesellschaft und den Verlust moderater Elemente erkennen.

Ein Verlust für die christlichen Gemeinden bedeutet zudem die Bekehrung vieler Menschen zum Islam. So wird geschätzt, dass bis zu 15.000 junge christliche Frauen in Ägypten aus Gründen, die mit der Heirat zusammenhängen, Musliminnen werden. Jedes Jahr ereignen sich ähnliche Fälle in Palästina und Jordanien. Jedes Mal sei das eine Tragödie für die Familie, die im Hinblick auf sich selbst und ihre Religion diese Konversion als einen Verrat empfinde. In den meisten Fällen wird das Mädchen als verloren betrachtet, weil es den Kontakt mit seiner Familie vollkommen verliert, so Shomali.

Der Nahe Osten.

Nach Einschätzung des Nah-Ost-Experten Dr. Harald Suermann „ist der Mittlere Osten von blutigen Konflikten geschunden, die unerbittliche Feindschaften und Ressentiments hervorrufen. Kurden, Iraner, Palästinenser, Israelis, Libanesen haben furchtbar gelitten und ihre Wunden sind noch nicht geschlossen, geschweige denn geheilt. Manchmal ist Religion als Hintergrund eines Konfliktes mit einbezogen, um diesen zu ideologisieren und zu konsolidieren. Die Lösung liegt nicht in der Vergeltung, die einen Teufelskreis von endloser Gewalt schafft, sondern im Dialog und in Vergebung. Dies ist die langfristige Aufgabe von Erziehern. Christen müssen ihren Beitrag leisten zur Lösung von politischen und religiösen Konflikten“, so Suermann.

Er erinnert daran, dass Papst Benedikt XVI. darauf bestanden habe, bei seinen Besuchen im Heiligen Land, in Palästina und in der Türkei muslimische Führungspersönlichkeiten zu treffen. Er tat das gleiche mit der hebräischen Religion, um zum Dialog zu ermutigen. Wiederholte Bitten der Bischöfe aus dem Nahen Osten hätten den Papst veranlasst, die Sonder-Bischofssynode zur Lage der Christen in dieser Krisenregion einzuberufen.

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» siehe auch Pressemitteilung vom 26. Oktober 2010: "Aachener Nah-Ost-Experte Dr. Harald Suermann zieht erste Bilanz"

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