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Kardinal Sandri von der Ostkirchen-Kongregation würdigt Arbeit von missio im Nahen Osten

Leonardo Kardinal Sandri, Präfekt der Ostkirchenkongre-gation im Vatikan und Präsident der R.O.A.C.O. © privat

14. September 2012

Hilfswerke wie das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen sind für die Christen im Nahen und Mittleren Osten seit Jahrzehnten wichtige Mutmacher. Das sagt Kardinal Leonardo Sandri, Präfekt der Ostkirchenkongregation im Vatikan und Präsident der R.O.A.C.O. (Internationale Vereinigung von Hilfswerken), vor der Reise von Papst Benedikt XVI. am heutigen Freitag (14. September 2012) in den Libanon, im Gespräch mit missio Aachen.

Eminenz, Papst Benedikt XVI. reist in den Libanon – welche Rolle spielen westliche Hilfswerk wie missio Aachen für die Christen in den orientalischen Kirchen?

Eine außerordentlich große! Ich habe mich selber immer wieder von der großen und anhaltenden Solidarität der Katholiken weltweit mit den Christen im Mittleren Osten überzeugen können. Die Hilfswerke in Deutschland wie missio Aachen, aber auch in Nordamerika, Frankreich, Italien und so weiter tragen wesentlich dazu bei, dass die Ortskirchen auch weiterhin aus „lebendigen Steinen“ bestehen. Dass der Papst das nachsynodale Apostolische Schreiben zum Mittleren Osten im Libanon überreicht, zeigt die Bedeutung, die er den katholischen Christen im Orient für die ganze Weltkirche zumisst. Ich denke, dass diese Reise den Enthusiasmus der Hilfswerke und der Gläubigen stärken wird, nicht nachzulassen in ihrer solidarischen Nähe.

Die Frage, wie es nach dem sogenannten arabischen Frühling weitergeht, bewegt die Welt – welche Akzente kann hier die Arbeit der Hilfswerke für die orientalischen Kirchen setzen?

Die Christen im Mittleren Osten waren immer schon wesentlicher Teil ihrer jeweiligen Gesellschaften, Zeichen von „Gemeinschaft und Zeugnis“. Die Christen vor Ort fühlen sich dort in ihrer Heimat, also lieben sie auch ihr Zuhause und leiden – gemeinsam mit ihren muslimischen und anderen Mitbürgern – an den Folgen fehlender Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit. Die Christen im Orient wollen ihren spezifischen Beitrag zum Aufbau einer besseren Gesellschaft leisten, denn schon immer wurden Christen für ihr gesellschaftliches Engagement und ihre „Brückenfunktion“ geschätzt. Ich freue mich, dass die Hilfswerke die Förderung entsprechender Initiativen als eine Priorität ansehen.

Sollten die christlichen Kirchen im Westen eigentlich so prononciert von Verfolgung der Christen in muslimischen Gesellschaften sprechen – oder ist das kontraproduktiv?

Ich sprach ja bereits von dem positiven gesellschaftlichen Beitrag der Christen in den dortigen Ländern, die meist von einer muslimischen Mehrheit geprägt sind. Wenn Christen unter Benachteiligung zu leiden haben, dann muss das auch klar gesagt werden, genauso wie Ungerechtigkeiten an anderen Bevölkerungsgruppen angeklagt werden müssen, was unser Papst auch schon getan hat. Wir müssen in der Tat aufpassen und versuchen, bei der Wahrheit zu bleiben. Das ist nicht immer einfach.

Welche Bedeutung für die Gesellschaften im Nahen Osten haben die Investitionen solcher Werke wie missio Aachen in kirchliche Infrastruktur der orientalischen Kirchen: Werden diese helfen, dass die Christen in ihrer Heimat bleiben können?

Ich glaube, es lohnt, sich auch weiterhin für die dortigen Ortskirchen einzusetzen – gerade wegen ihrer wichtigen Bedeutung für die Menschen im Mittleren Osten wie für die Weltkirche. Was das Thema Emigration angeht: Dass Papst Benedikt XVI. in seinem Pontifikat mittlerweile zum vierten Mal* den Orient besucht, ist für mich ein beredtes Zeichen dafür, dass er wirklich an eine Zukunft des Christentums hier glaubt. Seine Apostolische Reise ist eine Einladung an die Christen vor Ort, voll Hoffnung und Vertrauen in ihrer Heimat zu bleiben, der Heimat des Christentums.

Info: Kardinal Leonardo Sandri ist Präfekt der Ostkirchenkongregation im Vatikan. Kongregationen sind die höchsten Behörden der kirchlichen Verwaltung innerhalb des Vatikans, der sogenannten römischen Kurie. Die Ostkirchenkongregation hat den institutionellen Auftrag, die Verbindung mit den katholischen, orientalischen Kirchen des Nahen und Mittleren Ostens zu suchen, um deren Wachstum zu fördern und deren Rechte zu sichern sowie - neben dem liturgischen, disziplinären und geistlichen Erbe der lateinischen Kirche - auch das Erbe der verschiedenen orientalischen christlichen Traditionen lebendig und vollständig zu erhalten.

R.O.A.C.O. (Riunione delle Opere di Aiuto alle Chiese Orientali): Das Engagement der Kongregation zugunsten des Klerus und der katholischen Orientalen in Rom und in den verschiedenen Herkunftsländern ist möglich dank der ihr zu diesem Zweck vom Heiligen Stuhl, von internationalen Hilfsorganisationen und von Privatpersonen zur Verfügung gestellten Mittel. Die R.O.A.C.O. (Riunione delle Opere di Aiuto alle Chiese Orientali) ist eine Vereinigung von Hilfswerken aus verschiedenen Ländern, die sich finanziell in unterschiedlichen Sektoren einsetzen: beim Bau von Kirchen, bei der Bereitstellung von Stipendien, bei der Schaffung schulischer und sozialer Einrichtungen. Außer der Catholic Near East Welfare Association, (U.S.A.), von Papst Pius XI. 1928 approbiert, und der Päpstlichen Mission für Palästina (U.S.A.), 1949 entstanden, gehören zur R.O.A.C.O. Werke, die in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden und Österreich finanzielle Mittel beschaffen.

Vorsitzender der R.O.A.C.O. ist der Präfekt der Kongregation, Kardinal Leonardo Sandri, ihr Vizepräsident Erzbischof Cyril Vasil’ SJ. Sekretär der R.O.A.C.O ist P. Max Cappabianca OP.

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