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Weiterer Giftgasanschlag in Syrien

Frank Kraus, Leiter der Auslandsabteilung von missio Aachen. © privat

"Assad wird mit aller Härte vorgehen"

In Syrien hat es wieder einen Giftgasangriff gegeben. Kinder sind gestorben, hundert Menschen verletzt. Frank Kraus, Leiter der Auslandsabteilung des katholischen Hilfswerks missio, im domradio.de-Interview über die Lage in Syrien.

domradio.de: Herr Kraus, ein möglicher Chlorgasanschlag - was ist von diesen Meldungen zu halten?

Frank Kraus: Wir gehen schon davon aus, dass die Meldungen real sind, dass es wirklich ein Chlorgasangriff gab. Von welcher Seite dieser Chlorgasangriff nun geschehen ist, ist schwierig zu bewerten.

domradio.de: Das wäre auch meine Frage. Die Inspektoren der Vereinten Nationen sind ja dabei, die Chemiewaffenarsenale zu vernichten. Wie ist so ein Anschlag denn dennoch möglich?

Kraus: Nach unserer Kenntnis ist der Prozess auch noch nicht komplett abgeschlossen und es hängt auch ein Stück davon ab, ob wirklich alle Lager offengelegt wurden. Das ist natürlich für die Kontrolleure etwas schwierig, herauszubekommen, in der Kriegssituation, ob wirklich alle Giftgaslager von der Regierung benannt worden sind und auch benannt worden ist, wo vielleicht auch Rebellen an dieses Gas gelangen konnten. Einige Chlorgase sind auch nicht so schwierig herzustellen, das kann, je nach Ausmaß, auch im Nachhinein geschehen sein, dass man Chlorgas hergestellt hat.

domradio.de: In den letzten Tagen gab es zudem die Meldung, dass Präsident Assad gesagt hat, er habe die Rebellen zurückgedrängt und sozusagen die Wende geschafft im Bürgerkrieg. Wie sieht es aktuell aus im Land?

Kraus: Es stimmt schon, nach allem, was wir wissen können, dass das Assad-Regime wieder etwas gefestigter ist im militärischen Sinne, wobei aber noch sehr weite Teile von Syrien weiterhin nicht von ihm kontrolliert werden oder von seinen Milizen. Ich gehe jetzt auch nicht davon aus, dass ihm die völlige militärische Wendung gelingen wird. Aber an einigen entscheidenden Stellen, gerade in den großen Städten, scheint er wieder die Oberhand zu gewinnen.

domradio.de: Ist es in diesem Zusammenhang denn überhaupt wahrscheinlich, dass so ein Chlorgasanschlag von Assad und seinen Truppen verübt wurde?

Kraus: Ich gehe nicht mehr davon aus, dass in diesem wirren Gelage, es gibt die verschiedenen Gegner Assads - das ist ja nicht nur eine Gruppe und wahrscheinlich nicht nur eine Miliz, die auf Seiten von Assad kämpft - wirklich noch jeder immer die Hand ins Feuer legen kann, was der andere tut. Würde ich nicht machen. Also, es ist durchaus denkbar, dass es vom Assad-Regime explizit gemacht wurde, um weiter Gelände zu verteidigen oder um Strafaktionen zu machen. Aber es ist genauso denkbar, dass eine der verschiedenen Oppositionsmilizen aus derselben Taktik heraus versucht hat, das Chlorgas einzusetzen.

domradio.de: Was ist Ihre Einschätzung, Ihre Hoffnung für die nächsten Wochen? Wie sind die Perspektiven für Syrien?

Kraus: Die nächsten Wochen sind schlecht. Der Winter hört auch in Syrien demnächst auf. Die Frage von Offensiven stellt sich jetzt schon wieder mehr. Die Lage für die Flüchtlinge wird mit Sicherheit in den nächsten Wochen nicht angenehmer werden. Wenn gerade Assad meint, er hätte jetzt eventuell die Möglichkeit, durchzuschlagen, gehe ich davon aus, dass er das mit aller Härte probieren wird, egal, was die internationale Gemeinschaft sagt.

Das Gespräch führte Matthias Friebe.

Mit freundlicher Genehmigung von domradio.de.
Das Interview hönnen Sie sich hier anhören.

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