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Inhalt

Die Anfänge der Missionsbewegung

Französische Missionare um 1910 in Assam

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand in Europa eine neue Religiosität, die vor allem von der einfachen Bevölkerung getragen wurde. Diese Bewegung weckte ein neues Interesse am Übernatürlichen, Fremden und Geheimnisvollen. Immer mehr junge Menschen zog es in die Kolonien und oftmals war der Weg über die Orden und Missionsbewegungen vorgezeichnet.

Seit der Jahrhundertwende entstanden vor allem in Frankreich neue katholische Missionskongregationen und Missionsgesellschaften. 1805 wurde die „Kongregation des Heiligsten Herzen Jesu und Mariä“ gegründet, deren Mitglieder gemeinhin „Picpusväter“ genannt wurden. Diese Missionare wurden in erster Linie mit der Evangelisierung Ozeaniens betraut. Die Organisationsform dieser und weiterer neuer Missionsgesellschaften war charakteristisch für diese Zeit der im Wesentlichen von Laien getragenen religiösen Erneuerung. Denn während sich die Professen der alten Orden durch feierliche Gelübde („vota solemnia“) ewig banden, legten die Mitglieder der Kongregationen und Gesellschaften („societates“) nur einfache Gelübde („vota simplicia“) bzw. Versprechen ab, die kirchenrechtlich eine wesentlich schwächere Bindung besaßen und der Mobilisierung des katholischen Laientums entgegenkamen. Zwischen 1800 und 1914 wurden allein in Europa, zumeist in Frankreich, 29 dieser Kongregationen sowie zwischen 1818 und 1921 246 Missionsvereine und Hilfswerke gegründet.

Laienbewegung

Pauline-Marie Jaricot © missio-Archiv

Die wiederauflebende Missionsarbeit der katholischen Kirche zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde in erster Linie von der einfachen Bevölkerung gefördert und getragen. In vielen europäischen Ländern bildeten sich zu dieser Zeit Laienbewegungen, so genannte Missionsvereine oder Missionszirkel, die der finanziellen Unterstützung der Missionare und Missionsgebiete dienten.

Der erste offizielle Missionsverein wurde am 3. Mai 1822 in Frankreich ins Leben gerufen. Die Gründung des „Oeuvre de la Propagation de la Foi“ in Lyon ging auf die Aktivitäten von Pauline Jaricot zurück, die als Begründerin dieser Missionsbewegung angesehen wird. Sie sammelte in Arbeiterinnen- und Dienstbotenkreisen für das Séminaire des Missions Etrangères in Paris und die Orientmission.

Das Werk der Glaubensverbreitung in Lyon verdankte Pauline Jaricot seine Struktur, welche Modellcharakter für nahezu alle folgenden Werke in ganz Europa hatte. Pauline Jaricot » beschreibt dies in einem Brief.

Der organisatorische Aufbau, den Pauline Jaricot » in ihrem Brief beschreibt, wurde in den Statuten des neu gegründeten Werkes der Glaubensverbreitung am 25. Mai 1822 beschlossen und festgeschrieben. Die in den Diözesen gesammelten Gelder und Almosen wurden einem Zentralrat in Lyon übergeben, dessen Aufgabe es war, diese an die Missionen zu verteilen.

Darüber hinaus oblag der Zentrale in Lyon die Pflicht, durch regelmäßige Veröffentlichungen das Interesse an den Missionen unter den Mitgliedern des „Oeuvre“ wach zu halten. Letzteres geschah mit den „Annales de la Propagation de la Foi“, deren erstes Heft noch im Jahre 1822 erschien.

Diese Berichte fanden auch in Deutschland schnell Beachtung und so gründeten sich zahlreiche Missionskreise, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Gelder nach dem Lyoner Vorbild für die Missionen zu sammeln.

So entstand in Aachen der niederrheinische Missionskreis, an dessen Spitze der Arzt Dr. Heinrich Hahn stand und in München wurde durch den König Ludwig I. ein Missionskreis ins Leben gerufen. In der Folge entstanden aus diesen Missionskreisen » der Franz-Xaverius-Verein in Aachen und der Ludwig-Missionsverein in München. Aus diesen beiden Gründungen setzt sich das heutige » missio in Deutschland zusammen.

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