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missio-Präsident (1970-1985) Prälat Wilhelm Wissing

Der ehemalige missio-Präsident Prälat Wilhem Wissing (1975) © K. H. Melters / missio

"Nicht in Ziegelsteine investieren, sondern in Menschen"

Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio in Aachen von 1972 bis 1985

"Grandseigneur, Missionar und Manager" - so charakterisierte die Katholischen Nachrichten-Agentur Prälat Wilhelm Wissing, der am 31. Januar 2016 100 Jahre alt geworden wäre. Als Präsident entwickelte er zwischen 1972 und 1985 das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen zu einem der wichtigsten katholischen Hilfswerke in Deutschland und Partner der Ortskirche in Afrika, Asien und Ozeanien. Der 1996 im Alter von 80 Jahren verstorbene Pionier kirchlicher Entwicklungshilfe verkörpert beispielhaft die Aufbaugeneration der jungen Bundesrepublik Deutschland nach dem Zusammenbruch der national-sozialistischen Diktatur 1945.

Geprägt durch ideologische Widerstandskraft gegen den Nationalsozialismus

Geboren im münsterländischen Vreden, engagierte er sich früh in der kirchlichen Jugendarbeit. Dabei prägten ihn drei persönliche Begegnungen entscheidend. Der Münsteraner Bischof Friedrich Tenhumberg vermittelte ihm die Spiritualität der Schönstatt-Bewegung. Das ABC der katholischen Verbandsarbeit und der sozialen Verantwortung der Gläubigen für die Gesellschaft lehrte ihn Ludwig Wolker, der damalige Präses des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands. Wilhelm Wissings Freund Karl Leisner, der von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Dachau interniert war und dort - geheim - zum Priester geweiht wurde, erschloss ihm als "begeisternder Erzähler" die Welt der Heiligen Schrift. Kein Wunder, dass der junge Wilhelm Wissing in Konflikt mit dem Nationalsozialismus und dessen menschenverachtender Ideologie geriet. Der Sohn einer Arbeiter- und Landwirtsfamilie mit zwölf Kindern wurde von der Geheimen Staatspolizei sogar sechs Wochen wegen "verbotener Jugendarbeit" in Untersuchungshaft genommen. Das alles und ein dreijähriger Kriegseinsatz brachten ihn aber nicht von seiner Berufung ab. 1946 wurde er zum Priester geweiht.

Über die Jugendarbeit 1958 ins Katholische Büro Bonn

Nach Stationen als Diözesanjugendseelsorger in Münster und Bundeskurat der Katholischen Landjugend Deutschlands (KLJB) im Jugendhaus Düsseldorf wurde er 1959 Leiter des Kommissariats der Deutschen Bischöfe in Bonn, dem Katholischen Büro. Hier gelang es ihm, die Kooperation zwischen Staat und Kirche für die damals sogenannte Dritte Welt einzufädeln. Gemeinsam mit der Evangelischen Kirche gründete er die Zentralstelle für Entwicklungshilfe. Auf dem diplomatischen Parkett erwarb sich Prälat Wissing schnell den Ruf des Grandseigneur. Die damalige Bundesregierung unter Konrad Adenauer betraute ihn mit heiklen diplomatischen Aufträgen gegenüber der DDR. Er verhandelte in Fragen der Familienzusammenführung und Freilassung von Gefangenen. Mit dem damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy sprach er über weltweite Friedenseinsatz-Gruppen, englisch: Peace-Corps. Eine Krankheit zwang Prälat Wissing 1967 aber, die Leitung des Katholischen Büros abzugeben.

Prälat Wissing professionalisiert missio Aachen

Doch selbst diese Krankheit konnte Prälat Wissing nicht bremsen: 1969 berief ihn das damalige "Päpstliche Werk der Glaubensverbreitung" (PWG) mit Sitz in Aachen zu seinem Vizepräsidenten. Ein Jahr später wurde er dessen Präsident des PWG. Hier stellte er die entscheidenden Weichen für die Weiterentwicklung des Werkes, der Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz und der Profilierung innerhalb der Landschaft der Hilfswerke in Deutschland. Ergebnis war 1972 die rechtliche Umbenennung des PWG in Internationales Katholisches Missionswerk missio. Prälat Wissing modernisierte und professionalisierte missio in den Bereichen Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnenfähigkeit entscheidend. Er führte die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern wie EDV-Fachleuten, Unternehmensberatern und Werbeexperten ein. Unter seiner Leitung konnten die Spenden verdreifacht werden. missio war am Ende seiner Amtszeit 1985 eines der größten und am besten aufgestellen Päpstlichen Missionswerke weltweit.

Entscheidende Impulse für Einheimischwerdung der Ortskirche in Afrika, Asien und Ozeanien

So weit der Manager Wissing. Mehr noch aber prägte der Missionar Wissing das Hilfswerk. Seine Devise hieß: "Nicht in Ziegelsteine investieren, sondern in Menschen." Prälat Wissing nahm die Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils auf. Ausbildung wurde mehr und mehr der Schwerpunkt der Projektzusammenarbeit von missio mit den Partnern der Ortskirche in Afrika, Asien und Ozeanien. Davon profitierten Priester, Ordensleute, Katechisten und Laienführungskräfte. So förderte er die Einheimischwerdung der junge Kirche auf diesen Kontinenten und begleitete sie auf dem Weg in die Selbstständigkeit und Emanzipation von den überlieferten, europäisch geprägten Missionsstrukturen.

Wie Prälat Wissing das missionarische Bewusstsein in Deutschland verändern wollte, illustrieren einige seiner Gedanken zum Weltmissionssonntag aus dem Jahre 1969 - der bis heute wichtigsten Kampagne von missio. Prälat Wissing definierte damals die Arbeit von missio als Beitrag, damit die jungen Ortskirchen in Afrika, Asien und Ozeanien eine Kirche "im Volk" sein können. "Dann sind die Anliegen des Volkes - Not, Freude und Hoffnung dieser Menschen - auch ihre Anliegen." missio sollte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser jungen Ortskirchen befähigen, "Lösungen für Gerechtigkeit, Ordnung und Frieden aufzuzeigen". Dafür sei auch die Zusammenarbeit der Missionsbewegung weltweit mit allen großen Weltreligionen notwendig, forderte Prälat Wissing.

Für missio heute ist der gemeinsame Einsatz mit seinen Partnern für den interreligiösen Dialog und Religionsfreiheit eine Frucht dieser Weichenstellung. Bis heute bleibt die Vision von Prälat Wissing für missio verpflichtend, die er 1969 in die Worte fasste: "Die Missionskirche muss zusammenarbeiten mit allen, die Hunger und Not leiden und Hunger und Not bannen wollen, also Zustände schaffen wollen, wo Gewalt überflüssig ist. Wenn diese Bewegungen nicht stark gemacht werden, gibt es Revolutionen ohne Ende."

"Grandseigneur, Missionar und Manager" - Prälat Wilhelm Wissing war auch Prophet.

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