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Anke Reermann ,
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Die indische Ordensschwester Lilly Francis warb im Bistum Aachen für die Gleichstellung der Frau in Kirche und Gesellschaft

28. Oktober 2010

Der Austausch mit Gästen aus der Weltkirche bringt die Kulturen einander näher. Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden sichtbar und Beispiele aus der Ferne inspirieren zum Nachdenken und Handeln in der Nähe. Das war auch die erfrischende Erfahrung, als Sr. Lilly Francis im Oktober 2010 durch das Bistum Aachen tourte.

Sr. Lilly Francis, Indien, war im Oktober 2010 im Bistum Aachen zu Gast.
© Thomas Hohenschue

Die indische Ordensschwester trommelte auf diversen Stationen für die Botschaft, die sie aus ihrer langjährigen sozialen und politischen Arbeit mitbrachte. Es brauche Hartnäckigkeit und Mut, sich für die Gleichstellung der Frau einzusetzen. Aber es gebe weder für die Frauen selbst als für Kirche und Gesellschaft eine Alternative. Sr. Lilly weiß genau, wovon sie spricht, hat sie doch das große Elend von indischen Frauen und Mädchen in allen gesellschaftlichen Schichten erlebt. Und sie weiß um die tödliche Gefahr, die von der Mitgifttradition ausgeht. Obwohl inzwischen gesetzlich verboten, führt diese Tradition Jahr für Jahr zu zahllosen Kindestötungen. Es ist die Kultur selbst, die sich ändern muss, damit Frauen gleiche oder zumindest ähnliche Lebenschancen erhalten wie Männer. Kirchliche Institutionen können hier einen wichtigen Beitrag leisten, mit dem nötigen langen Atem und vielen kleinen Projekten, welche vor Ort Frauen bilden, stärken und organisieren. Allerdings muss die Kirche auch wollen.

Sr. Lilly Francis, Indien, war im Oktober 2010 im Bistum Aachen zu Gast.
© Thomas Hohenschue

Sr. Lilly Francis hat der Genderfrage einen herausragenden Platz in der indischen Kirche erkämpft. So dramatisch die Ausgangslage im Vielvölkerstaat ist, so innovativ wird dort mit der Aufgabe verfahren. Als erste Bischofskonferenz der Welt haben die indischen Bischöfe verbindliche kirchenamtliche Richtlinien zur Gleichstellung verabschiedet (gender policy). Die Ordensschwester verbucht dieses Dokument als wichtigen Zwischenschritt. Und möchte das gerne exportieren, zum Beispiel nach Deutschland. „In 30 Jahren können wir viel erreichen“, sagt sie zum Beispiel zu den Delegierten des kfd-Diözesanverbandes. Frauen gehörten in alle Organisationen von Kirche und Gesellschaft, auf allen Ebenen. Um dies zu erreichen, sei eine Strategie erforderlich. Für die Kirche entwickle sich die Wahrnehmung und Einbeziehung von Frauen zu einer Überlebensfrage, betonte Sr. Lilly. „Wir geben der Kirche das Leben. Wenn sich nichts ändert, verlassen die Frauen die Kirche. Und nehmen ihre Kinder und Männer mit. Dann wird die Kirche einsam.“ Diese Beschreibung nährte das Gefühl, sich bei aller Unterschiedlichkeit des Alltags und der Kultur in wichtigen Fragen ähnlich und nahe zu sein. Denn die deutsche Kirche steht vor ähnlichen Herausforderungen. Sr. Lilly wies nach, dass es bei diesem historischen Prozess auch um die Befreiung der Männer geht, aus festgefahrenen Rollenzwängen.

Die deutsche Gesellschaft ist darin schon weiter und kennt doch die Herausforderungen durch häusliche Gewalt, durch materielle Benachteiligung, durch mangelhafte Teilhabe. Der "Runde Tisch Gender" der Stadt Aachen ließ sich durch Sr. Lillys Erfahrungen inspirieren, wenngleich der binnenkirchliche Aspekt in ihrem Vortrag für ihn nicht so tragend war. Da rüttelte schon mehr das Kämpferische in dem indischen Gast auf, das immer wieder zum Vorschein kam. Etwa wenn sie den Studierenden der Sozialen Arbeit an der Katholischen Hochschule in Aachen zurief: „Wieviel mehr könnt ihr jungen Leute erreichen.“ Sie verglich Frauen mit schlafenden Elefanten. Diese Elefanten aus ihrem Schlaf zu reißen, ist ihre Mission.

Sr. Lilly Francis war auf Einladung von missio und des Fachbereichs Weltkirche im Bistum Aachen im Oktober 2010 zu Gast. Ihre Rundreise zu Gruppen, Schulklassen und anderen Orten fand im Rahmen der Kampagne zum Monat der Weltmission statt, welcher in diesem Jahr den Einsatz indischer Ordensfrauen in den Blick rückte.

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