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Die missio-Diözesanstelle im Erzbistum Berlin
ist zur Zeit nicht besetzt.

Weltkirchlicher Akzent missios beim Papst-Gottesdienst im Berliner Olympiastadion

29. September 2011

Am großen Gottesdienst mit Papst Benedikt XVI. im Berliner Olympiastadion wirkten am 22. September 2011 zwei Menschen bei der Gestaltung der Gabenprozession mit, die sich weltkirchlich engagieren und die von missio ausgewählt worden sind.

Gisèle Nubuhoro aus Ruanda lebt mit ihrem deutschen Ehemann in Berlin und arbeitet im Internationalen Pastoralen Zentrum in Neukölln. Jeyaratnam Cornelis stammt aus Sri Lanka und ist seit mehr als 25 Jahren in der Friedensbewegung Pax Christi aktiv. Er kam mit der großen Fluchtwelle Anfang der 1980er Jahre nach Deutschland.

Gisèle Nubuhoro

Frau Nubuhoro, wie war es für Sie, bei der Gabenprozession beim Papst-Gottesdienst mitzuwirken?

„Als ich 14 Jahre alt war, habe ich das Glück gehabt, Papst Johannes Paul II. zu sehen. Von weitem, aber trotzdem habe ich ihn mit meinen eigenen Augen gesehen und es war für mich eine große Freude. Ich kann es nicht vergessen. Es war im September 1990, als er mein Land besucht hat. Dieses Mal habe ich während der Gabenprozession nicht nur den Papst gesehen, sondern habe auch seine Hand berührt. Für mich als Christin ist das ein Segen von Gott. Es gab mir eine übermäßige, unbeschreibliche Freude und ich kann noch immer nicht glauben, dass mir das passiert ist. Obwohl ich weiß, dass nichts unmöglich ist für diejenigen, die glauben. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Tatsache, dass der Papst auch daran interessiert ist, mit uns zu sprechen und uns dann zu segnen. Ich war auch durch seine Einfachheit beeindruckt.“

Wie ist die momentane Situation in Ihrem Heimatland Ruanda, wie beurteilen Sie die dortige Lage?

„Mein Land hat 1994 Völkermord erlebt. Trotzdem sich die allgemeine Situation in Ruanda sehr verbessert hat, leidet die Mehrheit der ruandischen Menschen an den Folgen des Völkermords. In den Dörfern gibt es immer noch viele arme Menschen, trotz der Bemühungen der Regierung zur Beseitigung der Armut. Angesichts der großen Zahl von Menschen, die HIV-positiv sind und der wachsenden Zahl an AIDS-Waisen, wäre es sehr gut, wenn es noch mehr Unterstützung zur Minderung der Not geben könnte. Es geht nicht nur um Nahrung, sondern vor allem um antiretrovirale Medikamente.“

Wie sieht Ihr Engagement für die Weltkirche aus?

„Ich arbeite für das Erzbistum Berlin im neuen Internationalen Pastoralen Zentrum in Neukölln, ein Gemeinschaftsprojekt unter anderem auch von missio. Mein Engagement für die Weltkirche ist darüber hinaus sowohl das Gebet, als auch Taten, durch die ich Zeugin für Jesus Christus bin.

Jeyaratnam Cornelis

Herr Cornelis, wie war es für Sie, bei der Gabenprozession beim Papst-Gottesdienst mitzuwirken?

„Das war mir eine große Ehre, zumal der Papst sehr offen war und wirkliches Interesse an meiner Person zeigte.“

Wie ist die momentane Situation in Ihrem Heimatland Sri Lanka, wie beurteilen Sie die dortige Lage?

„Ich war gerade vier Wochen im August vor Ort. Dort konnte ich mir selbst ein Bild der Lage machen, das durch eingehende Gespräche mit der Bevölkerung und Kirchenvertretern vervollständigt wurde. Auch zwei Jahre nach dem offiziellen Kriegsende im Norden Sri Lankas kann von Frieden keine Rede sein. Es gibt keine unabhängigen zivilen Strukturen. Das alleinige Sagen hat das Militär. Die tamilische Bevölkerung fühlt sich durch die Allgegenwart der singhalesischen Soldaten in ihrer Meinungsfreiheit, ja in ihrem ganzen Leben unterdrückt. Es herrscht überall Angst. Es gibt ein sogenanntes staatliches Wiederansiedlungsprogramm für die Kriegsflüchtlinge, die lange in Lagern leben mussten. Dieses Programm ist eine Farce, da nur ganz minimal und viel zu kurz Hilfe geleistet wird. Besonders dramatisch ist die Lage der Kriegswitwen und ihrer Kinder. Weder gibt es materielle Hilfe noch - was besonders wichtig wäre - psychologische Hilfe zur Bewältigung der Traumata. Es ist ein täglicher Kampf ums nackte Überleben. Hier wäre Hilfe am dringlichsten.“

Wie sieht Ihr Engagement für die Weltkirche aus? Wie haben Sie die Solidaritätsarbeit mit Nord-Sri Lanka im Rahmen des Pax Christi-Verbands aufgebaut?

„Ich bin kirchlich engagiert und Mitglied des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Berlin. Seit mehr als 25 Jahren bin ich in der Friedensbewegung Pax Christi aktiv. Wir haben eine eigene Projekte-Gruppe, die sich mit Sri Lanka beschäftigt. Dort konnte ich meine guten Kontakte in mein Heimatland einbringen, um die Friedensarbeit vor Ort zu fördern. Auch aus dem Eine-Welt-Fonds des Erzbistums Berlin konnte ich Mittel für einige pastorale und soziale Projekte in Sri Lanka vermitteln. In diesem Jahr feiert die Pax Christi-Projektgruppe Sri Lanka ihr 25-jähriges Jubiläum. Dazu planen wir eine Veranstaltung im November. Dazu laden wir unsere hiesigen Unterstützer sowie unsere Partner aus Sri Lanka ein. Wir haben Kontakte zu den Diözesen Jaffna und Mannar, insbesondere eine Kooperation mit dem Oblaten-Orden.“

Die Interviews führte Nina Krüsmann.

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