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Ayliner Plachta, missio-Diözesanreferentin im Bistum Erfurt

Ayline Plachta ,
Diözesanreferentin Erfurt

Regierungsstraße 44a , 99084 Erfurt

Tel.:
+49 (0)361 / 6572-345
Fax:
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"Sehen ist anders als erzählt bekommen"

© Meinrad Rupieper / missio-Diözesanstelle Essen

Mit dieser Weisheit aus Afrika kehrten am Donnerstag, 26. Januar 2017, vierzehn pastorale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus dem Bistum Erfurt, Essen und Hongkong (Partnerbistum Essen) zurück von einer spannenden missio-Begegnungsreise nach Tansania in Ostafrika.

"Karibu Sana" - herzlich willkommen! So werden wir mit offenen Armen auf Sansibar begrüßt. Die Überfahrt allein war voller Eindrücke. Als einzige Gruppe Weißer zwischen Schwarzen und viel mehr leuchtend bunt gekleideten Menschen, die ihre Habe nicht wie wir auf dem Rücken, sondern auf dem Kopf tragen. Es riecht nach Salzwasser, Zimt und Koriander. Auf der Gewürzinsel im indischen Ozean leben 20.000 Katholiken bei 1.2 Millionen Einwohnern. Eine Situation von 3% Katholiken, die uns an die Realität in unseren ostdeutschen Bistümern erinnert. Es lässt die pastoralen Mitarbeiterinnen der Jugend staunen, als wir von diesen Ähnlichkeiten berichten, besonders aber, dass 80% der Ostdeutschen überhaupt nicht christlich sozialisiert sind. Während wir von missionarischer Pastoral berichten, erfahren wir vom schwierigen Miteinander im muslimisch geprägten Umfeld der tansanischen Insel. Sie sprechen von "Alltagsdiskriminierung" bei der Stellenfindung und sogar vom "psychologischen Krieg" und Benachteiligung, in der sich nicht jeder Jugendliche auf Sansibar outen möchte ein Christ zu sein. Dennoch erfahren wir hier eine junge und dynamische Kirche und Jugendarbeit. Sie sieht Jugendliche als "Sponsoren" ihrer Projekte, indem sie sie in Planung, Realisierung und Finanzierung mit einbezieht und schon im Vorfeld sehr umfassend befragt, wie die Kirche aussieht, in der sich junge Menschen wohlfühlen und was sie abhält zur Kirche zu gehen.

  • ... habe ich Kontext und Ziele der Arbeit von missio besser verstehen gelernt.

    ... habe ich Afrika lieben gelernt.

    ... habe ich meine Kollegen aus dem eigenen Bistum neu und intensiv kennen gelernt.

    ... fühle ich mich 15 Jahre jünger.

    ... habe ich eine weitere neue Kultur kennen gelernt und eine konkrete Vorstellung von der Notwendigkeit von Entwicklungshilfe bekommen.

    ... habe ich tiefer zu glauben gelernt.

    ... fühle ich mich im Christsein motiviert.

    ... bin ich vielen Menschen begegnet, die mich sehr berührt und bereichert haben.

    ... habe ich eine warmherzige Gemeinschaft erfahren (und vieles mehr).

    ... habe ich erfahren, dass die Christen ihre Freude am Glauben miteinander teilen.

    ... habe ich erlebt, was Weltkirche ist.

    ... bin ich dankbar geworden.

    ... habe ich wieder neu entdeckt, dass einander fremde Menschen sich durch den gemeinsamen christlichen Glauben vertraut und verbunden fühlen können.

    ... konnte ich nicht nur meinen persönlichen Horizont erweitern, sondern eine neue Form von Dankbarkeit erfahren und wieder einmal erleben, welche Wirkung Musik im Gottesdienst hat.

    ... erfuhr ich viel über die Mission in Afrika.

    ... habe ich gelernt, wie lebendig Kirche sein kann.

    ... konnte ich der Kirche anders und intensiver begegnen.

    DANKE

© Meinrad Rupieper / missio-Diözesanstelle Essen

Höhepunkte waren die musikalische Sonntagsmesse in der Kathedrale, die schon mit einem besonders rhythmischen Einzug begann und das anschließende Gespräch mit Bischof Augustine Shao. Er bezeichnet Sansibar als "Tor für das Christentum" und betont, dass die Christianisierung Ost-Afrikas von Sansibar ausging. Dies sei in Harmonie mit dem Islam geschehen, an die er zukünftig anknüpfen möchte.

Nachdem auch wir das Baba Yetu-das Vaterunser mit mitgebrachten Instrumenten auf Swahili singen, führt unser Weg von hieraus zurück ins Festland nach Arusha.

Hier treffen wir auf Schwester Leah, deren freundliches Gesicht 2015 das Titelbild der Kampagne (Foto) zum Weltmissionssonntag schmückte. Wiedersehensfreude! Wir werden herzlich in der Gemeinde empfangen und sind überwältigt von afrikanischer Chormusik zur Begrüßung und unaufhörlich tanzenden Ordensschwestern, die uns willkommen heißen.

  • ... hätte ich Sr. Leah und ihre großartige Arbeit nicht kennen gelernt.

    ... würde ich um meine eigenen Probleme kreisen.

    ... hätte ich eine große Chance verloren, den Menschen in Afrika zu begegnen, um von ihnen zu lernen.

    ... wäre ich ärmer an Begegnungen und Erfahrungen.

    ... hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt, eigene Eindrücke von der Lebenssituation der Menschen in Tansania, insbesondere von Christen, sammeln zu können, sie selbst mit ihrer Vitalität und Herzlichkeit und auch ihre Probleme kennen zu lernen.

    ... habe ich viele neue Eindrücke bekommen, die man nur vor Ort erleben kann. Land, Leute und die Situation lassen einen nicht unberührt und werfen viele Fragen auf. Das Erlebte zu verarbeiten wird einige Zeit dauern und mich ein Stück verändern.

    ... hätte ich mein Bewusstsein nicht schärfen können.

    ... hätte ich vergessen, wie wertvoll und kostbar Wasser ist.

    ... hätte ich mein Kopfkissen nicht so vermisst.

© Meinrad Rupieper / missio-Diözesanstelle Essen

Die beiden Pfarrer der jungen Gemeinde erzählen uns von Schwester Leahs Arbeit mit den Massaifrauen. Vor allem aber von den vielen Kleinen Christlichen Gemeinschaften Afrikas. Sie stärken einander zuerst in Gesundheit, Bildung und schließlich auch im Glauben. Mit Schwester Leah sind wir anschließend in eine solche Familie zu einer Andacht mit Bibelteilen eingeladen. Sie ist mit unseren Stationsgottesdiensten oder Wort-Gottes-Feiern vergleichbar. Im Freien, zwischen Hühnern und Hunden werden wir erwartet und erleben, wie wenig es braucht, um sich um das Wort zu versammeln und das Leben und die eigenen Anliegen miteinander zu teilen und einander zu tragen.

Berührt von der Begegnung mit Schwester Leah, überwältigt von der Natur und Tierwelt Afrikas, nachdenklich über die Berührung mit Armut und der Motivation zum Christsein verlassen wir Arusha wie wir es betreten haben: Es ist dunkel, etwas Staub liegt auf unseren Lippen, der Muezzin singt von fern und wir denken 'hier waren wir nicht das letzte Mal'.

Für die Abfahrt zum Flughafen haben wir gelernt uns zu gedulden. Denn wir (die Europäer) haben die Uhr und sie (die Afrikaner) haben die Zeit.

von Ayline Plachta
Referentin für missio und weltkirchliches Lernen im Bistum Erfurt

© 2009-2017 missio Aachen