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Voices of Violence – Frauen bekommen eine Stimme

© Bildersturm Filmproduktion GmbH

2. Juni 2016

Thérèse Mema, Traumatherapeutin aus dem Kongo, zu Gast in Mainz

Am Montag, 30. Mai 2016, zeigte die missio-Diözesanstelle Mainz gemeinsam mit den Frauenverbänden des Bistums (kfd und KDFB) und der Erwachsenenseelsorge den Dokumentarfilm „Voices of Violence“ von Claudia Schmid. Im Programmkino „Palatin“, das sich als Veranstaltungsort zur Verfügung stellte, kam ein bunt gemischtes Publikum zusammen. Auch in Deutschland lebende Kongolesen waren gekommen. Im Gespräch mit Thérèse Mema aus der Diözese Bukavu konnten sich die Teilnehmenden ein Bild über die Lage der Menschen, besonders der Frauen, in der vom Bürgerkrieg belasteten Demokratischen Republik Kongo machen. Die Sozialarbeiterin und Traumatherapeutin koordiniert in der Region - von missio unterstützt – Traumazentren, sogenannte „Orte des Zuhörens“.

Thérèse Mema, die zurzeit in Deutschland unterwegs ist, verglich ihr Heimatland mit einem Elefanten. „Die einen wollen das kostbare Elfenbein, andere das Fleisch und wieder andere ein weiteres Stück vom Elefanten. Dabei auf der Strecke bleibt das Gras – die Menschen – zu Füßen des großen Tieres.“ Der Kongo, so Mema, sei ein reiches Land, mit üppiger Vegetation, Wasser und fruchtbaren Böden – und vor allem mit Bodenschätzen wie Koltan, Gold, Silber und andere. Vor allem Coltan, das in elektronischen Geräten, besonders in Mobiltelefonen, gebraucht wird, ist auf dem Weltmarkt heiß begehrt. Die Rebellengruppen im Ostkongo kämpfen mit grausamen Methoden gegen die Menschen der Region, um die Bodenschätze auszubeuten.

Im Fokus des Dokumentarfilms „Voices of Violence“ steht die unvorstellbare Gewalt gegen Frauen im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Systematisch werden Frauen in der Bürgerkriegsregion von rivalisierenden Rebellengruppen entführt, vergewaltigt und zu Schwerstarbeit gezwungen. Die Filmemacherin Claudia Schmid gibt völlig unbekannten Frauen eine Stimme: In langen, konzentrierten Gesprächen veröffentlichen sie zum ersten Mal ihre traumatischen Erlebnisse. Sie erzählen, wie sie überfallen, verschleppt und misshandelt wurden, wie sie aus den Rebellencamps fliehen konnten und warum die Hölle nach der Rückkehr in die Dörfer weiterging. Zugleich zeigt der Film die gesellschaftlichen und politischen Bedingungen auf, die diese Grausamkeiten zulassen.

Die rege Diskussion der Zuschauerinnen und Zuschauer im Anschluss an den Film führte immer wieder zu den Fragen: Leisten auch wir in Deutschland einen Beitrag zu diesem Geschehen? Was können wir tun? Kritischer Konsum, Nachfragen, mit Politikern im Gespräch sein und über die Lage der Menschen im Kongo berichten, das ist die Bitte von Thérèse Mema an uns. Sie glaubt fest daran, dass die Grundlage für den Krieg langsam verschwinden wird, wenn sich das Verhalten der Verbraucher in Europa und weltweit ändert. Bei der Förderung von Diamanten und Gold sei dies schon zum Teil gelungen.

Der Film lässt betroffen und aufgerüttelt zurück. Er stellt die Frage nach dem Stellenwert der Frauen in einer Gesellschaft, die von Männern dominiert wird und nach ihrer Verwundbarkeit. Er zeigt aber auch die Stärke der Frauen, die sich zurück ins Leben kämpfen. Dass Gewalt gegen Frauen nicht allein ein Thema ferner Länder ist, zeigen die Rückmeldungen einiger Zuschauerinnen. Auch in Deutschland und Europa werden Frauen Opfer sexueller Gewalt, sind Frauenrechte nicht selbstverständlich.

Dies wurde auch bei einem Gespräch deutlich, das Thérèse Mema während ihres Besuchs in Mainz mit Mitarbeiterinnen des „Frauennotrufs Mainz – Fachstelle zum Thema sexualisierte Gewalt“ führte. Der intensive Austausch zwischen den Fachfrauen zeigte, dass sexuelle Gewalt – allen kulturellen Unterschieden zum Trotz – von Frauen ähnlich erlebt wird. Zugleich stellten die Gesprächsteilnehmerinnen Parallelen in den Strategien fest, die sie verfolgen, um Frauen bei der Bewältigung der erlittenen Gewalt zu unterstützen.

Thérèse Mema nahm außerdem am Sonntagabend (29. Mai) am Gottesdienst der Cityseelsorge teil und informierte Domdekan Heckwolf, Missionsdirektor des Bistums, in einem Gespräch über ihre Arbeit.

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