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Familienpastoral und christlich-muslimischer Dialog auf den Philippinen

© missio-Diözesanstelle Mainz

missio-Gäste unterwegs im Bistum Mainz

3. November 2016

„Alle, die getauft sind, können und sollen in der Kirche Verantwortung übernehmen“ – mit diesen Worten zitierte Nicola Maier bei ihren Vorträgen „ihren“ Bischof Valentin Dimoc. Andere zu befähigen, einen Dienst in der Kirche auszuüben – das ist das Ziel von Nikola Maiers Arbeit im Apostolischen Vikariat Bontoc Lagawe, einem jungen Bistum im Norden der Insel Luzon. Gemeinsam mit ihrem Mann Christian und den drei Töchtern Tabea, Salome und Deborah lebt sie dort seit fast vier Jahren und begleitet die Familienpastoral. Als Fachkräfte in der personellen Entwicklungszusammenarbeit unterstützen Nicola und Christian Maier die einzige hauptamtliche Mitarbeiterin bei der Ausbildung von Freiwilligen als Familienbegleiter. „Es geht dabei nicht darum, Profis auszubilden“, sagt Christian Maier. „Man muss nicht Sozialarbeiter oder Lehrer sein. Jeder, dem Familien am Herzen liegen, kann mitmachen“, betont Christian Maier.

Die Herausforderungen, mit denen die Familien zu kämpfen haben, sind vielfältig: Die Armut in der Region – wie auch in anderen Teilen des Landes – ist so groß, dass vielen Menschen keine andere Möglichkeit bleibt, als in den Großstädten oder auch im Ausland Arbeit zu suchen. Viele Mütter und Väter verlassen ihre Familien, um als Seeleute, Hausmädchen oder Servicekräfte – meist in den reichen Staaten des mittleren Ostens – zu arbeiten.

Die Folgen für die Familien sind dramatisch: Kinder wachsen bei Großmüttern oder Tanten auf und sprechen mit ihren Eltern bestenfalls am Telefon oder per Skype, Ehen gehen in die Brüche, Familien werden sich fremd. Die freiwilligen Familienbegleiter sollen Ehepaaren und Familien helfen, solche Situationen zu bewältigen. Entscheidend ist dabei, die Fähigkeit zur Kommunikation untereinander zu stärken. Denn ein Paar oder eine Familie, die es gelernt haben, miteinander zu sprechen, können auch schwierige Situationen meistern. In diesem Sinne geht es bei der Ausbildung der Freiwilligen vor allem darum, ihnen Beratungskompetenz zu vermitteln und Wege der Gesprächsführung aufzuzeigen.

Bei den Gesprächen und Vorträgen im Bistum war Nicola und Christian die Liebe zu ihrer Wahlheimat anzumerken: Sie sprachen von der Schönheit des Landes – die Reisterassen von Luzon gehören zum UNESCO-Welterbe – und der reichen Kultur der indigenen Bevölkerung, die kaum von der spanischen Kolonialzeit berührt wurde und sich erst vor gut 100 Jahren dem Christentum zuwandte. Und auch wie drei kleine, strohblonde Mädchen das Leben in einem fremden Land bewältigen, war immer wieder Thema. „Jetzt sind wir schon so lange hier, und meine Haut ist immer noch weiß und meine Haare immer noch blond“, beklagte sich die älteste nach einigen Monaten im Land bei ihren Eltern. Ein Höhepunkt war der Besuch der ganzen Familien im Kindergarten Sankt Joseph in Offenbach: Die drei Mädchen zeigten der „Weltentdecker“-Gruppe ihre Schuluniformen und ihre landestypischen Kleider, ihre Spiele und erzählten von ihrem Alltag.

Aminda E. Saño © missio-Diözesanstelle Mainz

Christlich-muslimischer Dialog auf den Philippinen

Ein ganz anderes Thema brachte Frau Aminda Saño ein, die ebenfalls einige Gemeinden im Bistum Mainz besuchte. Die Präsidentin der Silsilah-Dialog Bewegung engagiert sich für den christlich-muslimischen Dialog auf der krisengeschüttelten Insel Mindanao. Dort kämpfen muslimische Rebellen seit vielen Jahren mit Gewalt für Unabhängigkeit und verbreiten Angst und Terror. Christen und Muslime ins Gespräch zu bringen, Vorurteile abzubauen und damit dem friedlichen Zusammenleben von Christen und Muslimen den Weg zu bereiten, ist das Ziel von Silsilah. „Dialog ist keine Strategie, sondern eine Spiritualität“,“ betonte Aminda Saño.

Aller Dialog beginnt in Gott; aus der Liebe zu Gott und der Wertschätzung des eigenen Glaubens erwächst auch der Respekt für andere. Die unmittelbare Begegnung der Menschen verschiedener Religionen ist der Kern der Silsilah-Jugendarbeit: Jedes Jahr nehmen Hunderte Jugendliche an den Sommerkursen von Silsilah teil. Die jungen Leute teilen immer ein Zimmer mit dem Angehörigen der anderen Religion, sie lernen sich kennen beim Sport, bei gemeinsamen Aktivitäten, beim gemeinsamen Gebet. Weit über die Grenzen der Kirche hinaus findet das Programm Anklang. In den vergangenen Jahren mussten die dialogbereiten Kräfte allerdings auch Rückschläge in Kauf nehmen: 2013 besetzten die Rebellen Teile der Stadt Zamboanga. Es kam zu heftigen Kämpfen, Tausende mussten ihre Häuser verlassen, es gab Tote und Verletzte unter den Bewohnern. „Vertrauen muss wieder neue aufgebaut werden, aber wir lassen uns nicht entmutigen und machen weiter“, so Aminda Saño.

Bei den Begegnungen mit unseren Gäste ist auch deutlich geworden: Mission ist keine Einbahnstraße (mehr). Freiwillige, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, nahmen mit großem Interesse die Erfahrungen von Aminda Saño im christlich-muslimischen Dialog zur Kenntnis. In der Familienbildungsstätte in Viernheim tauschten sich die Mitarbeiterinnen mit Nicola Maier über die Begleitung von Familien aus – und was all das mit Kirche und Gemeinde zu tun hat. Die Begegnung mit anderen Ideen und Erfahrungen bereichert und gibt neue Impulse.

Linktipp:
Aminda E. Saño

Downloads

Zwei Berichte aus der Kirchenzeitung "Glaube und Leben" für das Bistum Mainz (mit freundlicher Genehmigung).

Drei Töchter als Türöffner - Ein Ehepaar aus dem Nachbarbistum Limburg hilft Familien auf den Philippinen (PDF, 0.46 MB)
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Wenn die Angst hochkommt - Wie eine Frau auf den Philippinen Frieden lebt (PDF, 0.42 MB)
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