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Stoppschild für Blut-Telefone

An ihrer Schutzengel-Kleidung sind sie zu erkennen. Den jungen Leuten hat der Flashmob nicht nur Spaß gemacht, sondern gezeigt, dass man etwas tun kann. © Claudia Jörg

16. Juni 2013

Mit einem Flashmob haben junge Leute auf dem Flughafen Hahn auf die Situation im Kongo aufmerksam gemacht.

Abflughalle Flughafen Hahn im Hunsrück, Passagiere kommen und gehen, ein ganz normaler Tag. Doch plötzlich sorgt eine Gruppe junger Leute für Aufsehen. Sie tragen gemeinsame „Schutzengelkleidung“, telefonieren lautstark im Pulk. Dann plötzlich ein klares „Stopp“. Das „Stopp“ gilt den Vorgängen im Kongo. „Die Situation im Kongo ist kritisch“, erläutert Gemeindeassistentin Kathrin Altmeppen von der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen, Rayerschied und Schnorbach den Reisenden die Aktion. „Der Rohstoff Coltan, der in unseren sämtlichen Handys eingebaut wird, sollte den Menschen im Kongo zugute kommen und nicht der Zerstörung durch Rebellen dienen, die das Erz illegal verkaufen. Die großen Handyfirmen können das beeinflussen, indem sie einen Nachweis darüber erbringen, dass ihre Handys sauber sind und nicht den Krieg im Kongo finanzieren.“ Die Jugendlichen versuchen, möglichst viele Reisende anzusprechen und sie zu einer Unterschrift zu bewegen. Die Unterschriftenaktion ist Teil der „Aktion saubere Handys“ des Missionswerks missio. Mit der dritten Auflage der „Aktion Schutzengel Für Familien in Not. Weltweit“ stellt missio die dramatische Situation von Familien im Kongo in den Mittelpunkt. Die Handy-Unternehmen werden aufgefordert, nur noch legal Coltan abzunehmen.

Alicia Dumont ist hinterher erstaunt, dass so viele unterschrieben haben und von der Aktion der Jugendlichen angetan waren. „Der Flashmob war lustig, es kostet aber auch Überwindung, mitzumachen“, sagt sie. Ähnlich sieht es Noah Müller. „Es hat voll Spaß gemacht. Auch zuzusehen, wie die Leute reagiert haben. Vor allem, dass so viele unterschrieben haben, war toll.“

Einer der blutigsten Konflikte seit 1945

In der Vorbereitung haben sich die jungen Leute mit der Situation im Kongo befasst, sich über das missio-Projekt informiert und dann eine Aktion überlegt. „Die Jugendlichen sollen durch diese Aktion erkennen, dass sie etwas beeinflussen können und nicht völlig machtlos sind. Sie werden angespornt, sich zu engagieren, weil die Aktion Spaß macht und stecken mit dieser Energie auch andere Menschen an“, erläutert Kathrin Altmeppen. Hintergrund: Die Demokratische Republik Kongo ist seit 1996 Schauplatz eines der blutigsten Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg. Besonders Familien leiden unter der unglaublichen Brutalität. Hoffnung geben Hilfsprojekte der Kirche. Das gilt auch für den Ostkongo, wo die Menschen sich ihres Lebens seit langem nicht mehr sicher sind. Da gibt es ruandische Rebellen, die Mai-Mai-Kämpfer und die kongolesischen Regierungssoldaten. Die Lage ist höchst undurchsichtig und komplex, die verschiedenen Gruppierungen kämpfen gegeneinander, da werden auch die Seiten schon mal gewechselt. Nur die Opfer, die Verlierer, die Leidtragenden des blutigen Gemetzels sind immer die gleichen: Es sind die Mitglieder der Zivilgesellschaft, und hier noch einmal besonders die Frauen. Für sie gilt das Land als der gefährlichste Ort der Welt. Die Kirche gehört zu den wenigen, die sich aktiv gegen die Gewalt stellen und helfen. So errichten sie etwa Trauma-Zentren, in denen versucht wird, den Opfern der Gewalt wieder auf die Beine zu helfen. Erzbischof François-Xavier Maroy, missio-Projektpartner, gehört zu den mutigen Stimmen im Osten Kongos. Er spricht offen über die Ursachen des Krieges und die Verstrickungen der westlichen Welt. Paradox: Das bitterarme Land Kongo gehört zu den rohstoffreichsten Staaten der Welt. Diamanten und Gold kommen von hier. Eine Goldgrube sind auch die Coltan-Minen im Osten des Landes. Das Mineral wird weltweit für die Herstellung von Mobiltelefonen benötigt.

Rebellen erobern gezielt Coltanabbaugebiete

Erzbischof Maroy berichtet, dass die Rebellen gezielt jene Gebiete erobern, wo das wertvolle Coltan zu finden sei. Vergewaltigungen werden als Waffe eingesetzt, um die Familien aus den Abbaugebieten zu vertreiben. „Wenn man weiß, dass man Coltan verwendet oder kauft, für das eine ganze Dorfgemeinschaft niedergemetzelt worden ist, dann muss uns das zum Umdenken bringen und dieser illegale Handel muss eingestellt werden“, sagt Maroy. Mit der „Aktion saubere Handys“ fordert missio daher die führenden Mobilfunkunternehmen Nokia, Apple, Samsung und RIM (BlackBerry) dazu auf, künftig zu garantieren, dass ihre Handys sauber sind und sie kein illegales Coltan aus der Konfliktregion verwenden, mit dem der Krieg finanziert wird. Die Jugendlichen im Hunsrück wollen nach ihrem Flashmob weiterhin für die Aktion werben. Jeder kann dies rasch tun.

Claudia Jörg und Bruno Sonnen

Der Artikel erschien in der Kirchenzeitung "Paulinus", Nr. 29 (21. Juli 2013), des Bistums Trier.

Auch ein gemeinsamer Tanz im Stil des „Harlem Shake“ ist Teil der Aktion auf dem Flughafen.
Auch ein gemeinsamer Tanz im Stil des „Harlem Shake“ ist Teil der Aktion auf dem Flughafen. © Claudia Jörg
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