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Inhalt

“Nachbarschaft” als Grundkomponente von KCG

Grundpfeiler: “Gemeinschaft in der Nachbarschaft”

Die vier Grundpfeiler von Kleinen Christlichen Gemeinschaften sind:

  • Gemeinschaft in der Nachbarschaft
  • Spiritualität/Bibel
  • Soziales Engagement
  • Verbindung mit der Kirche / Teil von Kirche sein

Nachbarschaft und sozialer Nahraum

Das deutsche Konzept von “Nachbarschaft” ist kleiner, enger, als z.B. das englische Konzept von “neighbourhood”. Es geht nicht nur um das Haus nebenan, sondern eher um das Dorf, die Siedlung, konkrete Straßenzüge, den sozialen Nahraum oder auch alle Bewohner eines Hochhauses.

Katholiken einer solchen konkreten “Nachbarschaft” bilden eine Kleine Christliche Gemeinschaft, sind eine Gemeinde oder auch Teil einer Filial- oder Pfarrgemeinde. In Asien und Afrika ist das gesamte Pfarrgebiet in solche "KCGs", wie man die Kleinen Christlichen Gemeinschaften abgekürzt nennt, eingeteilt. Diese treffen sich regelmäßig (wöchentlich, 14-tägl., monatl.) in Privathäusern. Wie jeder Getaufte, der in einer Pfarrei wohnt, zu dieser Pfarrei gehört, so gehört auch jeder Getaufte, der im Gebiet der KCG wohnt, dazu – auch wenn er/sie nicht (immer) an den Treffen teilnimmt.

Damit bilden die Kleinen Christlichen Gemeinschaften die Realisierung von Kirche vor Ort: Liturgia (im Feiern gemeinsamer Gottesdienst in verschiedenen Formen – auch gelegentliche Eucharistiefeier, wenn der Priester in die KCG kommt, meist aber als Wort-Gottes-Liturgien wie z.B. Formen des Bibel-Teilens), Diakonia (im sozialen Engagement im konkreten Lebensumfeld, Krankenbesuche, Mitmachen bei Stadtteil- und Dorfaktivitäten und -initiativen, Nachbarschaftshilfen etc.), Martyria (Übernahme von Katecheseaufgaben im Bereich Erstkommunion-, Beicht-, Ehe- und Taufvorbereitung; Integration von Katechumenen; Zeugnis des Glaubens in der Nachbarschaft durch einladende Präsenz, Besuche, Hilfe) und Koinonia (Gemeinschaft der Glaubenden im regelmäßigen Treffen, Bibel-Teilen und anderen Gottesdiensten, gemeinsamer Aktion, beim Dienste-Teilen und Leben-Teilen und damit auch bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten).

In Deutschland in der Nachbarschaft mit KCGs beginnen?

Die Bedeutung der Nachbarschaft als Lebens- und Beziehungsraum hat in Deutschland und ganz Westeuropa in den letzten Jahrzehnten enorm abgenommen. Besonders in den Städten orientieren sich die Menschen oft nach ganz anderen Kategorien. Wohnort, Arbeitsort, Ort der Freizeitbeziehungen und oft auch der Kirchort fallen auseinander.

Kann man in einer solchen Realität sozialer Beziehungsstrukturen eine lokale Kirchenentwicklung betreiben, die auch nahräumliche Sozialformen (eben Formen von Kleinen Christlichen Gemeinschaften) anstrebt (wie in Afrika, Asien und Lateinamerika) oder sollte man „Nachbarschaft“ in Europa vielleicht im Sinne von „Menschen in meinem Lebenskontext“ interpretieren?

Die asiatischen Experten warnen uns davor, der Herausforderung der räumlichen Nachbarschaft auszuweichen. Die soziale Verantwortung wird ernst und nachfragbar im geografischen Nahbereich der “Nachbarschaft”. Das Kriterium einer klar abgegrenzten Nachbarschaft (die man sich allerdings nicht zu klein vorstellen muss) nimmt der Auswahl neuer Gruppenmitglieder die Beliebigkeit. Eine Kleine Christliche Gemeinschaft muss prinzipiell offen sein für alle Glaubenden, nicht nur für die mir Gleichgesinnten oder die mir Sympathischen. Sonst ist sie nicht mehr Kirche.

„Ich glaube, dass das Konzept der Kleinen Christlichen Gemeinschaften nur in solch heterogenen Gruppen, wie sie die Nachbarschaft bietet, seine integrierende Kraft entfalten kann und vor spiritueller Elitenbildung geschützt ist.“

(Bernhard Spielberg)

Bestehende Kreise als Kleine Christliche Gemeinschaften

Eine andere Frage ist, ob man in Deutschland nicht angesichts der gerade beschriebenen soziologischen Realität beim Aufbau Kleiner Christlicher Gemeinschaften mit anderen Gruppen, die sich nicht in einer geographischen Nachbarschaft gebildet haben, beginnen kann. Könnte sich nicht ein Familienkreis, eine Bibelgruppe, eine Frauengruppe oder ein Katechetenkreis dazu entscheiden, sich auf den Weg zu machen eine Kleine Christliche Gemeinschaft zu werden und das Gruppenleben nach den Grundpfeilern dieses Konzeptes zu gestalten?

Die Erfahrungen in verschiedenen Diözesen und Pfarreien in Deutschland zeigen, das dies nicht funktioniert. Jede Gruppe, die sich gründet, tut dies mit einem bestimmten Ziel, hat einen “genetischen Code” (z.B. ein Familienkreis). Wenn man dieses Ziel ändert, wird sich die Gruppe in Frage stellen und Mitglieder verlieren, die nicht zu diesem Zweck in die Gruppe eingetreten sind. Außerdem haben wir ja schon oben festgestellt, dass es nicht um Gruppe geht, sondern um Kirche-Sein. Kirche-Sein heißt gesendet sein. Wohin sind wir gesendet? – Das wird sich die Gruppe fragen, wenn sie wirklich auf diesem Weg ist. So wird nach einiger Zeit auch hier die Kategorie „Nachbarschaft“ ins Spiel kommen.

Der soziale Nahraum, die “Nachbarschaft” (die “Kleine Christliche Gemeinschaft” also, die “Gemeinde am Ort”) kann sicher auch ein Krankenhaus sein, ein Hospiz, eine Schule, das Familienumfeld einer Kindertagesstätte…, wenn sich Menschen hier als Kirche vor Ort verstehen und Aktivitäten nach den vier oben genannten Grundpfeilern entwickeln.

Was also für eine geographische Orientierung von Kirche am Ort, für “Nachbarschaft” spricht:

  • Wo soll sich (nachprüfbar und lebensnah) das soziale Engagement der KCG realisieren, wenn nicht in der Nachbarschaft?
  • Wo können Menschen besucht werden, können Beziehungen unter Christen dadurch neu entstehen, wie kann einladend auf die KCG hingewiesen werden, wenn man nicht zunächst einfach als Nachbar beziehung aufnimmt, Leute beim Einkaufen grüßt, die man vom Sehen her kennt…?
  • Und wenn die Beteiligung an der KCG wächst, die Treffen zu groß werden (die Erfahrung zeigt, dass Kirche dann wächst)? Dann muss sie sich teilen. Und das Kriterium der Teilung muss wiederum sich orientieren an der Geographie der Wohnungen, an der (möglicherweise durchaus weiträumigen) Nachbarschaft.

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