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Angst vor „irakischen Verhältnissen“ in Syrien

Dr. Otmar Oehring, Leiter der Fachstelle Menschenrechte

13. Mai 2011

Der Menschenrechtsexperte des katholischen Hilfswerks missio, Otmar Oehring, wundert sich über Äußerungen des Bischofs von Aleppo, Antoine Audo. Dieser hatte sich vor wenigen Tagen in einem Interview hinter das Regime von Präsident Baschar al-Assad gestellt und ein gewisses Verständnis für das Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in Syrien gezeigt. Oehring, der gerade von einer Reise durch den Nahen Osten zurückgekehrt ist, rät dazu, Aussagen von Kirchenleuten wie Bischof Audo mit Vorsicht zu genießen:

„Die Aussagen, die sie treffen, sind zum Teil schon überraschend in ihrer Deutlichkeit, denn sie können natürlich auch für die Kirchen extrem gefährlich werden, wenn es tatsächlich zu einem Umbruch kommt. Der zeichnet sich momentan zwar nicht wirklich ab, aber wenn doch, dann ist meines Erachtens durchaus mit irakischen Verhältnissen zu rechnen, dann kommt`s wirklich zur Abrechnung von seiten der Sunniten, die – in der Masse zumindest – bislang unterdrückt worden sind von einer kleinen Minderheit der alevitischen „Regierungsclique“. Die Regierung hat sich als Unterstützer die Christen ins Boot geholt, und die haben sich das mehr oder weniger freiwillig gefallen lassen und daraus auch Nutzen gezogen, das muß man ganz klar sagen. Also, wie das weitergeht, weiß niemand – und deswegen sind solche Aussagen von kirchlicher Seite zwar verständlich (man lebt in einer Diktatur), aber sie sind auf Dauer wohl nicht unbedingt hilfreich.“

Für den Fortgang der Ereignisse in Syrien gebe es mehrere Szenarien, so Oehring. Das erste Szenario sei, dass es „mit Gewalt weitergeht und dass es keine Reformen gibt“. Dann bleibe alles, wie es war – „oder auch nicht, denn keiner wird vergessen, dass es soviel Gewalt und soviele Tote gegeben hat“.

„Das zweite Szenario würde heißen, dass es zwar weiterhin viel Gewalt gibt, aber auch Reformen. Selbst dann würden die Menschen natürlich nicht vergessen, was passiert ist, aber es wäre immer noch besser als das dritte Szenario, dass es zu einer Aufspaltung des Staates kommen könnte in einen alevitisch-christlichen Teilstaat entlang der Küste: die Aleviten direkt an der Küste und die Christen im so genannten Tal der Christen, das direkt anschließt. Und dann würde es den Rest Syriens geben, in dem natürlich dann die Sunniten die große Mehrheit wären, wo aber auch Christen leben würden. Aus Analysen, die wir von verschiedenen Leuten in der Region gehört haben, muss man den Schluss ziehen, dass auch das nicht unbedingt die allergrößte Gefährdung für die Christen bedeuten würde, denn in den dreißiger Jahren hat`s eine solche staatliche Aufteilung schon einmal gegeben, und die Christen sind damals auch ganz gut damit gefahren...“

„Prinzipiell“, so Oehring, müssten die Christen eigentlich hoffen, dass sich die syrische Regierung hält und dass sich am Status quo im Land nicht allzuviel ändert.

„Denn die Verhältnisse, die die Christen in Syrien – vor allem auch die katholischen Christen dort – heute vorfinden, sind eigentlich, wenn man sich den Nahen Osten ansieht, mit die besten: Man kann hier wirklich fast schon von Religionsfreiheit sprechen. Das einzige, was daran noch fehlt, ist natürlich die Möglichkeit, offiziell zu konvertieren – ansonsten haben die katholischen Kirchen viele Möglichkeiten. Man darf nicht vergessen, dass vor Jahren auch ein katholisches Gesetz vom Parlament verabschiedet worden ist, das viele Fragen, welche in nahöstlichen Ländern in der Regel nicht zugunsten der Katholiken bzw. der Christen insgesamt regelt, geklärt hat. Dieses Gesetz würde man natürlich als Schutz wohl verlieren, wenn es denn wirklich zu einem Umsturz kommen würde.“

Quelle: radio-vatikan.de (rv 12.05.2011 sk)

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