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Inhalt

Boko Haram - Nachdenken über Ursachen und Wirkungen

© missio

- Menschenrechtsstudie 34 -

Im Juli 2009 war die nigerianische Polizei zwei Wochen lang in Kämpfe mit Mitgliedern einer unter dem Namen Boko Haram bekannten islamischen Sekte verwickelt. Die Gewalt brach aus, nachdem die Mitglieder der sogenannten Sekte angeblich eine Polizeistation in Bauchi, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, angegriffen hatten. Plötzlich gab es ähnliche Gewaltakte von Sektenmitgliedern gegen die Öffentlichkeit in den Bundesstaatshauptstädten Maiduguri und Kano im Norden Nigerias. Während der gewaltsamen Zusammenstöße zwischen den Sektenmitgliedern und der Polizei wurden Tausende unschuldiger Menschen getötet oder zu Krüppeln gemacht, wurden Kirchen, Moscheen, Wohnungen und Unternehmen im Werte von hunderten Millionen Naira zerstört.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die von Boko Haram aufgeworfenen Probleme in engem Zusammenhang stehen mit Fragen der Identitätspolitik und dem Kampf um die Beanspruchung und Durchsetzung einer individuellen und gemeinschaftlichen Identität in einer sich wandelnden Welt. Es handelt sich auch um ein Symptom der Krise der Modernisierung. Allerdings ist es vor allem ein Weckruf für Nigeria und die Nigerianer, ihre staatsbürgerlichen Interessen über alle Partikularinteressen zu stellen. Vor dieser Herausforderung steht jetzt unsere junge, noch ums Überleben kämpfende Demokratie. Wir können stolpern und fallen, aber wir müssen unseren Einsatz für die hehren Prinzipien und die Herausforderungen beim Aufbau einer demokratischen Gesellschaft auf den Grundlagen einer säkularen, freien und gerechten Gesellschaft aufs neue beweisen.

(2009)

Der Autor

Matthew Kukah ist Priester der katholischen Erzdiözese Kaduna in Nigeria. Er studierte Philosophie und Theologie am St. Augustin-Seminar in Jos und wurde 1976 ordiniert. 1979/80 absolvierte er ein Masters-Programm Konfliktstudien an der Fakultät für Friedensforschung der Universität Bradford. Ende 1980 kehrte Matthew Kukah nach Nigeria zurück und arbeitete in Zaria als Rektor des St.-Joseph-Seminars, bevor er dann im Catholic Resource Centre in Kaduna die Stellung als Koordinator übernahm. In der Folge wurde er zum Sonderassistenten Seiner Eminenz, Kardinal Dominic Ekandem, ernannt und diente in der neugeschaffenen Diözese von Abuja als dessen Vertreter. In den Jahren 1982 bis 1986 half er beim Aufbau der katholischen Kirche in der heutigen Erzdiözese Abuja. Er ging 1986 an die Fakultät für Orientalistik und Afrikanistik der Universität London und nahm an einem Doktorandenprogramm Religion und Politik teil. Nach seiner Rückkehr nach Nigeria 1990 wurde er zum Nationalsekretär für pastorale Angelegenheiten und zum stellvertretenden Generalsekretär des katholischen Sekretariats von Nigeria ernannt. Vier Jahre später ernannte man ihn zum Generalsekretär des katholischen Sekretariats, eine Stellung, die er bis zu seiner Mitgliedschaft im Untersuchungsausschuss für Menschenrechtsverletzungen bekleidete. Die Mitgliedschaft im Untersuchungsausschuss endete 2002, und gegenwärtig arbeitet Matthew Kukah als Senior Rhodes Scholar am St.-Antony’s-College der Oxford-Universität in England. Kukah hat sehr umfangreich zu Fragen von Religion, Demokratie und Menschenrechten in Nigeria publiziert. Auf seinen zahlreichen Reisen ist er innerhalb und außerhalb Nigerias als Redner bekannt geworden. Zu seinen Werken zählen: Religion, Politics and Power in Northern Nigeria (1992), Religious Militancy and Self-Assertion in Nigeria [in Zusammenarbeit mit Toyin Falola] (1996) sowie Democracy and Civil Society in Nigeria (1999). Derzeit arbeitet Matthew Kukah an einem neuen Buch zu Menschenrechten in Nigeria.

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Boko Haram – Nachdenken über Ursachen und Wirkungen / Some reflections on causes and effects / Réflexions sur les causes et les effets (PDF, 0.36 MB)
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