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Inhalt

Zur Lage der Menschenrechte in Ägypten

© missio

Die Hintergründe des brutalen Anschlags auf eine koptische Kirche in Alexandria am 1. Januar 2011

Eine auf 15 Jahre Forschungsarbeit zu den muslimisch-christlichen Beziehungen in Ägypten gestützte Analyse

- Menschenrechtsstudie 41 -

In dieser Studie wird vor dem Hintergrund des brutalen Anschlags auf eine koptische Kirche in Alexandria am 1. Januar 2011 auf der Grundlage von Artikeln des Arab-West Report der Versuch unternommen die Komplexität der muslimisch-christlichen Beziehungen in Ägypten zu verdeutlichen. Ein genauer Blick auf den jüngsten Anschlag von Alexandria zeigt, dass weder der Anschlag noch die militanten Reaktionen der Christen ohne das richtige Verständnis für die gegenwärtige Atmosphäre der Spaltung in Ägypten betrachtet werden können. Die Politik von Kirche und Regierung trugen – wahrscheinlich unbeabsichtigt – zu dieser Atmosphäre bei. Dasselbe gilt für die Medien und die emotionalen Reaktionen der Betroffenen. In Reaktion auf diesen ungeheuerlichen Anschlag richteten viele Christen ihre Wut gegen Muslime und Regierungsziele. Diese Reaktion ist die Folge einer tiefen Frustration. Es gilt, die Ursachen für diese Frustration zu verstehen.

Während einige Muslime in den betroffenen Gegenden zurückschlugen, zeigten andere ob des brutalen Anschlags in Alexandria großes Mitgefühl mit ihren christlichen Freunden. Im Vorfeld des Anschlags hatten ägyptische Medien unbegründete und gefährliche Anschuldigungen verbreitet. Es hieß, in ägyptischen Kirchen und Klöstern würden Waffen gehortet. Ferner gaben die ägyptischen Medien Äußerungen von Metropolit Bishuy verzerrt und aus dem Kontext gerissen wider. Dies trug zur Verschärfung der Spannungen bei. Besser wäre es gewesen, man hätte versucht, die Hintergründe dieser unglücklichen Äußerungen zu verstehen (Verstehen heißt nicht Gutheißen!).

In einem Vortrag an der Universität Kairo zog ich ein Resümee meiner 15-jährigen Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Beziehungen zwischen Muslimen und Christen sowie der zwischen ihnen herrschenden Spannungen. Diese entstehen vorwiegend im Zusammenhang mit Glaubensübertritten und Streitigkeiten um den Bau von Kirchen. Ein Großteil der Berichterstattung in den Medien lässt dabei viel zu wünschen übrig. Falsche Berichte und Anschuldigungen tragen erheblich zur Verschärfung der konfessionellen Spannungen bei. Wir müssen die Vielfalt der muslimischen Auslegungen der islamischen heiligen Texte anerkennen. Behauptungen, der Islam allein sei Schuld an allem Unheil, oder die Muslime, die das Verständnis Osama Bin Ladens vom Islam ablehnen, verstünden den „wahren Islam“ nicht, sind schlichtweg falsch. Außerdem sind sie gefährlich, weil sie in die Hände der Extremisten spielen, denen sehr an einer Verschärfung der Spannungen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen gelegen ist.

(2011)

Der Autor

Cornelis Hulsman (*1955) ist ein niederländischer Soziologe. Er studierte Entwicklungssoziologie an der Universität Leiden, wo er sich auf das Thema Islam und Christenheit im Nahen Osten spezialisierte. In seiner Abschlussarbeit befasste er sich mit den Ursachen für den Völkermord an den Armeniern im Jahr 1915. Zwischen 1984 und 1994 bekleidete Hulsman Führungsfunktionen in der niederländischen Einwanderungsbehörde. Parallel zu seiner Tätigkeit engagierte er sich für den Dialog zwischen Muslimen und Christen und warb um Hilfe für die Armen in Ägypten. Später beschlossen er und seine Frau, die koptische Ägypterin Sawsan Gabra Ayoub Khalil – von Beruf Ingenieurin -, sich mittels Dialog und Hilfe für die Armen stärker der Unterstützung der koptischen Kirche in Ägypten zu widmen. Aus diesem Grund gab er 1994 seine Stelle als Leiter der Stichting Dienstverlening Emigratie Nederland auf und siedelte mit seiner Familie nach Ägypten um. Zusammen mit seiner Frau untersuchte Hulsman die Berichte verschiedener westlicher Medien über die Spannungen zwischen Muslimen und Christen und gründete 1997 den Religious News Service from the Arab World, Vorläufer des späteren Arab-West Reports. 2005 gründeten sie das Center for Intercultural Dialogue and Translation. Nach mehr als 3 Jahren erhielten sie 2008 die offizielle Anerkennung des ägyptischen Sozialministeriums für das Center for Arab-West Understanding, an dessen Gründung sie beteiligt waren. Über die Jahre sichteten Cornelis Hulsman und seine Frau hunderte von Presseartikeln und bauten mit der Unterstützung vieler Studenten eine umfangreiche Datenbank auf. Auf ihre Dokumentation und Forschungsarbeit stützen sich viele Wissenschaftler. Lob für ihre Arbeit erhielten sie von Wissenschaftlern aus Ägypten und dem Ausland sowie von Oberhäuptern der Christen und Muslime. An der Zeremonie zum Start ihres Electronic Network for Arab-West Understanding nahm Prinz Hassan bin-Talaal von Jordanien teil.

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Die Hintergründe des brutalen Anschlags auf eine koptische Kirche in Alexandria am 1. Januar 2011 - Eine auf 15 Jahre Forschungsarbeit zu den muslimisch-christlichen Beziehungen in Ägypten gestützte Analyse (PDF, 0.63 MB)
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