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Inhalt

Zur Lage der Menschenrechte in Tunesien

© missio

Vor welchen Herausforderungen steht das Land heute?

- Menschenrechtsstudie 44 -

Um zu verstehen, was seit einigen Monaten in Tunesien vor sich geht, ist es notwendig, an die seit jeher existierenden Spannungen im Land zu erinnern: die geografischen zwischen den Regionen, die sozialen zwischen den Gesellschaftsteilen, die wirtschaftlichen zwischen einzelnen Sektoren, die politischen zwischen Kopf und Basis, die religiösen zwischen progressiven und fundamentalistischen Kräften. Zu dieser Situation kommt noch das diktatorische Regime des früheren Staatspräsidenten hinzu. Trotz dieser Hemmnisse hat das Land weiterfunktioniert, wenn auch bei gedrosseltem Tempo. Daraus ergeben sich die Herausforderungen, denen sich das Land heute stellen muss: in religiöser Hinsicht die laïcité, also die religiöse Neutralität des Staatswesens; politisch die parlamentarische Demokratie; kulturell die tunesische Identität und moderne Bildung; sozial die Gleichstellung von Mann und Frau; wirtschaftlich die Schaffung von Arbeit für die Jugend.

Eine Zivilgesellschaft ist im Entstehen begriffen. Die Christen vor Ort, alles Ausländer, tragen, trotz ihrer bescheidenen Stellung, das Ihrige zur religiösen Pluralität und zum humanitären Wirken bei. Von den Beobachtern außerhalb Tunesiens erwarte ich zuerst einen objektiven Blick, der der heillosen Verwirrung zwischen islamisch und islamistisch standhält, dann auch, dass sie ihr Augenmerk nicht einseitig auf den politischen Extremismus richten, der nach wie vor nur eine Minderheit darstellt. Eine Bewegung wie missio, die dem Vorbild zivilgesellschaftlichen Engagements folgt, kann Mini-Projekte fördern, denen die Staatsregierung unter Umständen zu wenig Beachtung schenkt.

(2011)

Der Autor

Jean Fontaine, Jahrgang 1936, Priester (Père Blanc), kam 1956 nach Tunesien; 1968 Arabisch-Diplom, 1970 Abschluss des Aufbaustudiums (3ème cycle), 1977 Erlangung der Doktorwürde. Tätigkeiten: Konservator an der Bibliothek des Institut des Belles Lettres Arabes (1965–1977); Direktor der Zeitschrift IBLA (1977–2008). Studienaufenthalte in arabischen Ländern (Marokko, Algerien, Libyen, Ägypten, Jemen, Kuwait, Jordanien, Palästina, Libanon, Syrien, Irak) und Vorträge in westlichen Ländern (Finnland, Italien, Niederlande, Frankreich, Rumänien, Kanada, USA). Er ist Mitglied beim tunesischen Verein ATIOS (Association Tunisienne d’Information et d’Orientation sur le Sida), der AIDS-Aufklärung und -Vorbeugung betreibt, und ist offiziell durch das tunesische Justizministerium befugt, die in den Strafvollzugsanstalten einsitzenden ausländischen Gefangenen zu besuchen. Leitet die Gruppe „Réflexion et foi“ (Reflexion und Glaube) für ausländische Ehefrauen tunesischer Männer. Er hat 25 Bücher veröffentlicht, darunter 1999 die dreibändige Histoire de la littérature tunisienne, die einen Bogen über 2500 Jahre tunesischer Literaturgeschichte spannt (5. Jh. v. Chr. bis heute).

Download

Tunesien 2011 - Vor welchen Herausforderungen steht das Land heute? / Tunisia 2011 – The challenges facing the country / Tunisie 2011 – les défis à relever par le pays (PDF, 0.4 MB)
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