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Zur Lage der Menschenrechte im Senegal

© missio

Der Casamance-Konflikt

- Menschenrechtsstudie 45 -

Der seit 1982 andauernde Konflikt zwischen der Regierung des Senegal und dem Mouvement des forces démocratiques de Casamance (MFDC) [Bewegung der demokratischen Kräfte der Casamance] in der Region Casamance fügt den Menschenrechten der Bewohner weiterhin schweren Schaden zu. Die Grundrechte der Bevölkerung dieser südsenegalesischen Region sind stark unter Druck – sie werden regelmäßig mit Füßen getreten. Wenn man auch anerkennen muss, dass die Heftigkeit der Kämpfe und der Gewalt seit dem letzten, im Jahr 2004 unterzeichneten Waffenstillstandsabkommen zwischen dem senegalesischen Staat und dem MFDC nachgelassen hat, werden die Rechte der Casamance-Bewohner aufgrund des seit bald dreißig Jahren andauernden Konflikts dennoch sehr oft grob missachtet. Diese Verstöße gehen im Allgemeinen auf das Konto der kriegführenden Parteien (die Armee und die Kämpfer der Aufständischen). Sie betreffen in erster Linie die politischen und individuellen Freiheiten sowie die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte der Bevölkerung der Casamance, hauptsächlich aber ihr Recht auf ein friedliches Leben und eine gesunde Umwelt. Denn in der Casamance-Krise wird das Recht auf Leben häufig mit Füßen getreten: Immer wieder sind in der Armee und bei den Kämpfern des MFDC Verluste an Menschenleben zu beklagen. Das gilt aber auch für Zivilisten – sie werden Opfer der zahlreichen Minen, von denen es in dieser Region wimmelt, oder der häufigen bewaffneten Überfälle oder Morde entlang der Verkehrsadern. Durch diese Barbarei ist die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt, so dass ihre Bewegungs- und Handlungsfreiheit eingeschränkt, ja sogar fast nicht vorhanden ist. Ein solches Phänomen wirkt sich negativ auf die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte der Bevölkerung in der Region aus. So stellt man eine außerordentliche Zunahme der Armut in diesem Landesteil fest, deren Folge die Überalterung bzw. das Fehlen einer niveauvollen Schul- und Erziehungsinfrastruktur ist. Infolgedessen herrscht hohe Arbeitslosigkeit (vor allem bei jungen Leuten und Frauen), hinzu kommt eine starke Verbreitung von HIV/AIDS. Außerdem gibt es zahlreiche Vertriebene und Flüchtlinge, die ihre Grundbedürfnisse nur schwer erfüllen können (Wasser, Ernährung, Unterbringung, medizinische Versorgung). Somit fehlt es der Bevölkerung der Casamance an einem Gefühl des Friedens und der (materiellen und finanziellen) Sicherheit, so dass sie eine unzulässige und gefährliche Übernutzung von Wald und Bodenschätzen betreibt und damit die negativen Folgen für das Ökosystem und die Umwelt erhöht.

Eingedenk dieser Entwicklungen und im Bewusstsein der möglicherweise von diesen schweren Menschenrechtsverletzungen im Casamance-Konflikt ausgehenden Gefahr bemühen sich die bewaffneten Akteure (der Staat und der MFDC), aber auch die nichtstaatlichen Strukturen (NGOs, Organisationen der Zivilgesellschaft) und die religiösen Gruppen, insbesondere die katholische Kirche, unablässig darum, die Grundrechte der Casamance-Bevölkerung in die Realität umzusetzen. Das Ziel der unterschiedlichen Akteure ist eine Sensibilisierung der Konfliktprotagonisten dafür, dass eine Berücksichtigung der Menschenrechte notwendig ist, um einen dauerhaften und endgültigen Frieden in der Casamance zu erreichen.

(2011)

Der Autor

Rémy Arsène Dioussé, geboren am 21. Januar 1983 in Ziguinchor/Senegal, ist Absolvent der Faculté des sciences juridiques et politiques de l’Université Cheikh Anta Diop de Dakar [Juristische und politikwissenschaftliche Fakultät der Universität Cheikh Anta Diop in Dakar]. Im August 2008 hat er eine maîtrise de droit public, option relations internationales [Magistertitel in Staatsrecht, Option Internationale Beziehungen], erhalten. Zur Zeit setzt er sein Studium mit einer zweiten Masterarbeit zum Thema „Droits de l’homme et de la paix“ [„Menschen- und Friedensrechte“] am Institut des droits de l’homme et de la paix de l’Université Cheikh Anta Diop de Dakar [Institut für Menschenrechte und Frieden an der Universität Cheikh Anta Diop in Dakar] fort. Von Mai bis Dezember 2010 hat er ein Praktikum im Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Dakar absolviert. Seit 2011 ist er Mitarbeiter der GIZ im Rahmen des Programme d’appui au développement socio-économique pour la paix en Casamance (ProCas-Sécuali) [Programms zur Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung für den Frieden in der Casamance (PROCAS)], wo er die Studie verfasst hat.

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Zur Lage der Menschenrechte im Senegal - Der Casamance-Konflikt. (PDF, 0.28 MB)
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