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Inhalt

Zur Lage der Menschenrechte auf Papua-Neuguinea

Zauberei, Christentum und Menschenrechte

- Menschenrechtsstudie 48 -

Bunt, mit Federn geschmückt und grell mit Kreide bemalt tanzten Krieger in Stammestracht um den Altar, an dem Gottesdienst gefeiert werden sollte. Diese farbenfrohen Bilder gingen um die Welt. Es war der erste Besuch eines Papstes in Papua-Neuguinea, im Mai 1984. Johannes Paul II. würdigte die Leistung der Missionare und den Glauben der ersten Christen, er dankte für die ersten einheimischen Berufungen und die große Schar der Gläubigen angesichts der „Probleme, die entstehen, wenn man einem Volk, das hundert verschiedene Sprachen und Dialekte hat, Christus verkünden will.“

Papua-Neuguinea ist der drittgrößte Inselstaat der Welt und umfasst mehrals 600 Inseln im Pazifischen Ozean. 85 Prozent der 6,3 Millionen Einwohner leben in ländlichen Regionen, meist von dem, was die Frauen in ihren Gärten anbauen. Es ist ein Leben ohne Strom, ohne Schulen, ohne medizinische Versorgung – und ohne Bildungschancen: etwa die Hälfte der Frauen und 40 Prozent der Männer können weder lesen noch schreiben.

Seit dem Papstbesuch vor rund 30 Jahren hat sich Papua-Neuguinea verändert, aber es wurde zu einem Spannungsfeld zwischen zwei Welten und zwei Wertesystemen. Der rasante gesellschaftliche Wandel bringt Unsicherheit mit sich. Die Ausbeutung der Bodenschätze durch Investoren und die Ausbeutung des Meeres durch ausländische Fischindustrie raubt den Menschen ihre Lebensgrundlage. Die Chancenlosigkeit und Unzufriedenheit vor allem der Jugend führt wieder vermehrt dazu, nach einem Schuldigen für die eigene Misere zu suchen.

Untersuchungen des Melanesischen Instituts in Goroka belegen, dass es in allen gesellschaftlichen Gruppen gang und gäbe ist, negative Ereignisse wie Krankheit, Tod oder Unglücksfälle dem Wirken von Schadenszauber zuzuschreiben. Der Jahrhunderte alte Glaube an solche Magie war nie ganz ausgestorben ist aber durch die gesellschaftlichen Entwicklungen neu aufgelebt. Wer als Zauberer oder Hexe – meist ältere Frauen und Männer – verdächtig ist, wird häufig bestraft, ohne sich verteidigen zu können. Diese Menschenrechtsverletzungen reichen von der Verbannung der Betroffenen aus ihren Heimatdörfern über Körperverletzung und Folterung bis hin zur Tötung. Der Glaube an die Wirksamkeit von Schadenszauber sät in der ganzen Bevölkerung Papua-Neuguineas Angst und Misstrauen.

Die Kirche kann zu alldem nicht schweigen, zumal sie selbst davon nicht unbelastet ist. Ihren Auftrag in der neuguineischen Gesellschaft hat Papst Johannes Paul II. bereits 1984 beschrieben: „Es gibt tiefreichende Verbindungen zwischen Evangelisierung und menschlichem Fortschritt, da die Menschen, denen wir das Evangelium verkünden, zur gleichen Zeit von sozialen und wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst werden. Daher ist es wichtig, sich Fragen der sozialen Ordnung zu stellen ... Im Lichte des Evangeliums hat die Kirche immer etwas zu Fragen zu sagen, die das Wohl der Gesellschaft berühren.“ **

missio möchte die Kirche in Papua-Neuguinea in diesem Anliegen unterstützen und richtet mit dieser Publikation auch das Augenmerk der politischen Öffentlichkeit auf ein Thema, das außerhalb des Landes kaum bekannt ist. Das Melanesische Institut in Goroka hat als Forschungsinstitut der beiden christlichen Kirchen hierzu mit der vorliegenden Studie einen wichtigen Beitrag geleistet.

(2012)

Der Autor

Franco Zocca, geboren 1943 in Verona, Mitglied der Steyler Missionare, offiziell „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“ (lat. Societas Verbi Divini; SVD) – Magister der Theologie (Päpstliche Universität Gregoriana, 1969), Doktor der Soziologie (Universität Trento, 1978). 1974 bis 1987 Arbeit in Indonesien, seit 1994 in Papua-Neuguinea. Leiter der Forschungsabteilung des Melanesischen Instituts in Goroka. Forschungsschwerpunkte: Kulturelle Faktoren als treibende oder hemmende Kräfte in der wirtschaftlichen Entwicklung Indonesiens; Mentalität der Jugend Papua-Neuguineas; Land und Kirchen in Papua-Neuguinea; Wandel der Religionszugehörigkeiten in Melanesien; Zauberei und Christentum in Papua-Neuguinea; Haltung der evangelischen Kirchen zur HIV- und Aids-Epidemie in Papua-Neuguinea; die Situation der Flüchtlinge aus West-Papua in Papua-Neuguinea.

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Zur Lage der Menschenrechte auf Papua-Neuguinea: Zauberei, Christentum und Menschenrechte. (PDF, 0.36 MB)
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