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Inhalt

Osttimors unvollendete Aufarbeitungsprozesse

Helden und Opfer: Die Konkurrenz um Anerkennung und Reparationen

- Menschenrechtsstudie 52 -

1999 war Osttimor in aller Munde, heute ist das junge Land aus den Schlagzeilen verschwunden. Noch immer (2013) ist Osttimor durch die Folgen der indonesischen Besatzung und der Gewalt und Zerstörung nach dem mutigen Votum der Bevölkerung für die Unabhängigkeit 1999 gezeichnet. Die traumatischen Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte – das erfahrenen Leid, die vielen Toten und Verschwundenen, der Verlust von Hab und Gut – wirken fort. Die juristischen und gesellschaftlichen Aufarbeitungsprozesse konnten nur begrenzt zu Gerechtigkeit und Versöhnung beitragen. Sie bleiben unvollendet, wie die vorliegende Studie aufzeigt. Viel ist versprochen worden, zu wenig wurde erreicht. Im Ringen um Anerkennung und Reparationen fühlen sich die zivilen Opfer von Menschenrechtsverletzungen inzwischen ausgegrenzt und vergessen. Durch die unbewältigte Vergangenheit staut sich ein Konfliktpotential auf, das sich jederzeit wieder neu entladen kann, wie wir in Osttimor 2006–2008 gesehen haben. Die damalige Krise brachte das junge Land an den Rand des Zusammenbruchs. Umso wichtiger ist die Versöhnung zwischen den verfeindeten Menschen und die Versöhnung vieler Einzelner mit ihrer eigenen belasteten Vergangenheit. Hier liegen auch für die katholische Kirche in Osttimor große pastorale Herausforderungen.

Gemeinsam mit kirchlichen Hilfswerken und der Menschenrechtsorganisation "Watch Indonesia!" hat missio die Menschen in Osttimor mit Wahlbeobachtung beim Referendum 1999 solidarisch unterstützt. Wir haben gemeinsam die Verfahren für die Verbrechen in Osttimor vor dem ad-hoc Menschenrechtsgericht in Jakarta beobachtet und uns dafür eingesetzt, dass die Täter der Gräueltaten zur Verantwortung gezogen werden. Unter den Opfern waren auch Katechisten, Ordensschwestern wie -brüder und Priester. Die katholische Kirche, der ca. 95% der Bevölkerung angehören, wurde zur Zielscheibe, weil sie den Menschen Zuflucht bot und für sie Stimme war. Bischof Carlos Ximenes Belo wurde dafür 1996, gemeinsam mit José Ramos Horta, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

missio unterstützt die Forderungen nach Umsetzung der Empfehlungen der Wahrheits- und Versöhnungskommission und möchte mit dieser Studie einen Beitrag dazu leisten, dass die Bedürfnisse der Opfer in Osttimor nicht vergessen werden.

(2013)

Die Autorin

Monika Schlicher, *1964 in Kaiserslautern; Studium der Geschichte und Politik Südostasiens an der Universität Heidelberg, 1995 Promotion über die portugiesische Kolonialpolitik in Osttimor, 1994-96 Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte am Lehrstuhl für Politische Wissenschaft am Südasien-Institut der Universität Heidelberg; 2001 und 2004 Lehrbeauftragte am Fachbereich Indonesistik an der Humboldt-Universität Berlin; seit 1997 Mit-Geschäftsführerin von „Watch Indonesia!“, Arbeitsgruppe für Menschenrechte, Demokratie und Umweltschutz in Indonesien und Osttimor; Zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge zur Lage der Menschenrechte, zu Politik und Gesellschaft Osttimors und Indonesiens; Mitherausgeberin der Zeitschrift Indonesien-Information und des monatlichen Infodienstes zu Indonesien und Osttimor. Koordinatorin der im Zusammenschluss mit kirchlichen Werken durchgeführten Wahlprozess-Beobachtung in Osttimor 1999 sowie der begleitenden Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit; mit Alex Flor 2002 gemeinsame Koordination der Prozess-Beobachtung des Ad-hoc-Menschenrechtsgerichtes in Jakarta für die Verbrechen in Osttimor 1999, in Zusammenarbeit u.a. mit missio Aachen.

Der Autor

Henri Myrttinen arbeitet seit 1998 zu Osttimor und besuchte das Land zum ersten Mal als Wahlbeobachter beim Unabhängigkeitsreferendum 1999. Seitdem hat er für zahlreiche verschiedene NGOs in und zu Osttimor gearbeitet, vor allem zu Gender-Fragen und Konfliktresolution. Er promovierte 2011 an der University of KwaZulu-Natal in Südafrika zum Thema Männlichkeiten und Gewalt in osttimoresischen Milizen, Banden und Kampfsportgruppen. Er ist Autor mehrerer Studien zu Osttimor und gemeinsam mit Monika Schlicher und Maria Tschanz gab er 2011 das politische Lesebuch „Die Freiheit, für die wir kämpfen ... , Osttimor in der Unabhängigkeit“ heraus.

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Osttimors unvollendete Aufarbeitungsprozesse - Helden und Opfer: Die Konkurrenz um Anerkennung und Reparationen (PDF, 0.3 MB)
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