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Keine Religionsfreiheit ohne Meinungsfreiheit – und umgekehrt

© Akademie Franz-Hitze-Haus, Münster

4. Dezember 2015

Tagung im Franz-Hitze-Haus in Münster

Einen Blick hinter die Kulissen des Kongresses "Religionsfreiheit: Ein Menschenrecht zwischen Einforderung und Instrumentalisierung" in der Akademie Franz Hitze Haus in Münster hat ein öffentlicher Vortragsabend am 27. November 2014 erlaubt.

"Drei berufene Sprecher" aus dem Kreis der internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie sie Moderator Dr. Christoph Marcinkowski von missio Aachen ankündigte, präsentierten den Zuhörenden spannende Teilaspekte des Themas vor ihrem jeweiligen gesellschaftlichen Hintergrund.

Veranstaltet hatte die Akademie die Tagung in Zusammenarbeit mit missio und dem Institut für Christliche Sozialwissenschaften der Universität Münster, vertreten durch Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins. Ziel war, Betrachtungsweisen zu analysieren, die sich aus verschiedenen kulturellen und religiösen Tendenzen ergeben.

"Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Kunstfreiheit" – diese Menschenrechte bezeichnete Prof. Dr. Heiner Bielefeldt (Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik an der Universität Erlangen-Nürnberg) in seinem einleitenden Beitrag als "benachbarte Rechte", da sie sich in Verfassungen zumeist eng beieinander befinden. "Identitätsstiftende Grundüberzeugungen, die man auch leben und kommunizieren möchte, bedingen einander", erklärte er. Meinungsfreiheit – zum Beispiel gegenüber Religionen – dürfe nur dort "mit hohen Hürden!" eingeschränkt werden, wo man Menschen vor Hass-Reden, Diffamierungen oder Verächtlichmachungen schützen müsse. "Menschenrechte beschützen Menschen, nicht Religionen", betonte Bielefeldt. Als probates Mittel gegen solche Hass-Reden nannte er, der auch UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit ist, vor allem "more speech", sprich: fundierte Gegenrede, "auch von den Staatsrepräsentanten, in den Medien und vor allem in zivilgesellschaftlichen, kreativen Aktionen. Es muss deutlich werden, dass Hetzer eben nicht im Namen einer ,schweigenden Mehrheit‘ sprechen", sagte Bielefeldt. "Eine Attacke gegen Euch ist eine Attacke gegen uns", diese Solidarität sollten Angegriffene spüren.

Bei den auf Englisch gehaltenen Vorträgen der Religionswissenschaftlerin Prof. Dr. Sharon A. Bong aus Malaysia und von Bischof Matthew Hassan Kukah aus Nigeria warfen die Teilnehmer – dank exzellenter Simultanübersetzung – einen Blick in Länder und Gesellschaften, in denen Meinungs- und Religionsfreiheit vor ganz anderem Hintergrund diskutiert werden. So sei Malaysia laut Verfassung kein "islamisches Land", auch wenn der Islam offiziell Staatsreligion ist. Dass allerdings zwischen dem Anspruch, mit anderen Religionen "in Frieden und Harmonie" zusammenleben zu wollen und der aktuellen Realität noch große Unterschiede bestünden, verdeutlichte die Wissenschaftlerin in ihrer Präsentation anschaulich. Im schwierigen Gleichgewicht zwischen Überleben und Widerstand sah sie aber auch ermutigende Ansätze – etwa moderate Moslems und gesellschaftliche Gruppen, die sich für Frieden und die Vielfalt einsetzten.

Auf die Rolle der Medien beim Thema Menschenrechte in seinem Land ging Bischof Matthew Hassan Kukah aus der Diözese Sokota näher ein. Er beleuchtete auch die ethnische, kulturelle und religiöse Vielfalt in Nigeria, wo der Islam ausdrücklich nicht Staatsreligion ist. In einer kurzen abschließenden Diskussion stellten die Gäste den Referenten vor allem vertiefende Fragen zu Themen wie verbotene Missionierung, Glaubenswechsel oder zu den nötigen gesellschaftlichen Voraussetzungen für die angesprochene "qualifizierte Gegenrede" gegen Hass-Reden.

Text: Bischöfliche Pressestelle Münster

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