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Ein Bild, eine Geschichte

Karl-Heinz Melters über die Entstehung seiner Mutter-Teresa-Fotos

„Am meisten beeindruckt hat mich ihr unerschütterlicher Glaube“, berichtet der ehemalige missio-Fotograf Karl-Heinz Melters. Auf seinen Reisen traf er Mutter Teresa mehrere Male und erlebte die Ordensschwester hautnah. Ein Privileg, das nicht vielen zuteil wurde, denn die bescheidene Frau ließ sich nicht gerne fotografieren. Anschaulich und mitreißend berichtet der Zeitzeuge von seinen persönlichen Begegnungen mit der „Ikone der Nächstenliebe“.

Der Fotograf Karl-Heinz Melters

Karl-Heinz Melters wurde 1934 in Koblenz geboren. Seine fotografische Laufbahn begann bei der „Rheinzeitung“. Von 1967 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1999 arbeitete er für die Zeitschrift „missio aktuell“ und reiste in über 100 Länder der Welt. Durch das Auge seiner Kamera entdeckte er die so genannte Dritte Welt. Seine Fotos wurden vielfach international prämiert und weltweit publiziert, u. a. im „World-Press-Jahrbuch“. „Fotografie ist für mich die Kunst, anderen Menschen etwas zu vermitteln, worauf sie sonst nie neugierig geworden wären“, sagt Melters. Auf seinen Reisen traf er Mutter Teresa mehrere Male und durfte sie als einer von Wenigen fotografieren.

Pforte des Mutterhauses

© Karl-Heinz Melters

„Das ist eines der ersten Bilder, welches ich von Mutter Teresa gemacht habe. Es zeigt sie früh morgens an der Pforte ihres Mutterhauses in der Circular Road in Kalkutta im Jahr 1973 – über dem Türeingang steht ganz schlicht „Mother Teresa“. Sie schaut hinaus auf eine Schlange von Menschen, die empfangen werden wollen. Darunter viele Journalisten, die zum Teil von weither angereist sind. Aber sie winkte meine Kollegin und mich herein, während die anderen trotz ihrer Termine draußen bleiben mussten. Damit hatte Mutter Teresa wenig am Hut. Da konnte ein fester Termin stehen und ein Fernsehteam aus den USA oder England angereist sein, wenn sie nicht wollte, wollte sie nicht. Es war nicht leicht, mit ihr zu sprechen, es war schwer, sie zu besuchen und es war unmöglich, sie zu enträtseln.“

Versunken im Gebet

© Karl-Heinz Melters

„Ganz einsam sitzt Mutter Teresa frühmorgens in der Kapelle ihres Mutterhaus, betend und meditierend. Das Licht ist schummrig, von außen dringt ein unglaublicher Verkehrslärm herein. Doch Mutter Teresa ist tief in sich gekehrt und lässt sich nicht stören. Am meisten beeindruckt hat mich ihr unerschütterlicher Glaube.“

Schwesterngemeinschaft

„Gegen sieben Uhr treten die Schwestern im Hinterhof des Mutterhauses in Kalkutta ihren Waschdienst an, um die Wäsche der Kranken und der Verstorbenen mit den bloßen Händen zu säubern. Die Aufnahme entstand 1973. Mir war es immer wichtig, nicht nur Mutter Teresa vor meine Kamera zu stellen, sondern auch und vor allem ihre Schwesterngemeinschaft. Aber es war gar nicht so einfach, an die Schwesterngemeinschaften heranzukommen. So passierte es am Anfang häufig, dass ich irgendwo hinkam und ohne Erlaubnis von Mutter Teresa keine Bilder machen durfte. Das passierte mir überall: in Vietnam, im Jemen, in Malaysia, aber auch in Berlin-Kreuzberg. Das war ich irgendwann leid. Deshalb habe ich Mutter Teresa bei der nächsten Begegnung gebeten, mir eine Erlaubnis zu geben, in ihren Ordensniederlassungen fotografieren zu dürfen. Sofort griff sie zum Kugelschreiber und schrieb auf ein kleines Kärtchen, man solle mich doch bitte in der Gemeinschaft Fotos machen lassen. Als ich dann mit diesem Kärtchen in der Hand irgendwo in der Welt an die Tür klopfte, stand das Haus sofort offen und ich konnte soviel fotografieren, wie ich wollte.“

Karl-Heinz Melters: "Gegen sieben Uhr treten die Schwestern im Hinterhof des Mutterhauses in Kalkutta ihren Waschdienst an, um die Wäsche der Kranken und der Verstorbenen mit den bloßen Händen zu säubern." / Kalkutta, 1973
© Karl-Heinz Melters

Glaubensstark, fromm und unbelehrbar

© Karl-Heinz-Melters

„Mutter Teresa ist von vielen Menschen kritisiert, von den meisten aber wohl verehrt worden. Sie war eine Frau mit einem unerschütterlichen Glauben, der Berge versetzen konnte. Es gab kaum eine Person auf der Welt, die von so unterschiedlichen Menschen, wie Lady Di, Gorbatschow, Niki Lauda oder Richard von Weizsäcker gleichermaßen bewundert wurde. Sie war glaubensstark, fromm und unbelehrbar – sie war eine ungewöhnliche Persönlichkeit.“

Letzte Aufnahme

© Karl-Heinz Melters

„Dies ist eine meiner letzten Aufnahmen von Mutter Teresa. Bei dieser Begegnung zeigte sie uns stolz ihr Telefon. Neben dem Oberbürgermeister war sie die Einzige in Kalkutta, die im Besitz eines einfachen, aber intakten Telefons war. ‚Dieses einfache Telefon ist berühmt’, sagte sie. ‚Mit dem Telefon habe ich mit Gorbatschow, Clinton und Kohl telefoniert, die mir nach der Verleihung des Friedensnobelpreises gratulierten.’ – Nachdem ich viele Portraitaufnahmen von ihr gemacht hatte, gab sie mir lächelnd zu verstehen, dass es nun reichte.“

Im Sterbehaus

© Karl-Heinz Melters

„Dieses Bild entstand bei meinem ersten Besuch von Mutter Teresa im Sterbehaus Nirmal Hriday in Kalkutta, wo die Schwestern todkranke Menschen betreuen, die auf den Straßen aufgelesen werden. Bevor ich dieses Bild machen konnte, forderte Mutter Teresa mich auf, die Kamera wegzulegen und mit anzupacken. So half ich dabei, die Kranken und Sterbenden zu waschen und zu füttern. Das musste ich ein paar Stunden tun. Erst dann durfte ich zur Kamera greifen.“

Mutmacher

„Hier traf ich 1978 am Flughafen von Kalkutta auf Mutter Teresa, die kurz vor dem Abflug nach Bombay von ihren Mitschwestern umringt wurde. Ich bekam mit, wie Mutter Teresa ihren Mitschwestern Mut zusprach. Dies muss sie auf sehr witzige Art und Weise gemacht haben, denn sie waren ständig am lachen. Mutter Teresa war viel unterwegs, konnte jedoch überall hin umsonst reisen, da die Fluggesellschaften ihr Freiflüge zur Verfügung stellten.“

Mutter im Kreise ihrer Mitschwestern

Letzte Reise in Würde

© Karl-Heinz Melters

„Diese Aufnahme habe ich 1977 in Äthiopien gemacht. Das Land war im Bürgerkrieg versunken. Überall auf den Straßen lagen Tote. Soweit sie konnten, haben die Teresa-Schwestern die Leichen auf einem Karren in ihr Haus in Addis Abeba gebracht, um sie in ein weißes Tuch zu hüllen, dieses mit einer Rose zu schmücken und den Gestorbenen so eine würdige letzte Reise zu ermöglichen.“

Zuflucht für Waisen

© Karl-Heinz Melters

„Wie so oft, waren auch im äthiopischen Bürgerkrieg die Kinder die Leidtragenden. Unzählige Menschen wurden umgebracht. Nur die Kinder ließ man am Leben. Sie liefen heulend und weinend durch die Stadt und suchten irgendwo Halt, Unterkunft, Hilfe. Keiner hat sich um sie gekümmert – nur Mutter Teresa, die zu dieser schrecklichen Zeit in Äthiopien war. Sie hat die Kinder in ihrem Schwestern-Haus in Addis Abeba aufgenommen.“

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