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Dr. Heinrich Hahn, Deutschland

Bei einem Krankenbesuch findet der Aachener Arzt Heinrich Hahn (1800 – 1882), gerade 32 Jahre alt, auf dem Nachttisch seines Patienten eine Schrift. Es ist ein Jahrbuch des Allgemeinen Vereins der Glaubensverbreitung aus Lyon. Hahn ist fasziniert. Er will das französische Modell nach Deutschland bringen. Sein Ziel: die Menschen für die Mission begeistern und der Förderung der Missionsarbeit Dauerhaftigkeit und Bestand geben.

© missio-Archiv

Die Gründungsjahre sind schwierig. Die Idee aus dem verhassten Frankreich stößt auf Widerstand, Hahns weltkirchliches Engagement angesichts der Herausforderungen im eigenen Land auf Unverständnis. Man solle die Freigiebigkeit doch besser auf die eigene Bedürftigkeit richten, wird ihm von offizieller kirchlicher Seite mitgeteilt. Dabei ist der Vater von zehn Kindern alles andere als blind für die sozialen Nöte der eigenen Gesellschaft. Als Arzt mit einer offenen Tür für die Armen kennt er deren beengte, hygienisch katastrophale Lebensverhältnisse nur zu gut.

Wo immer möglich, nutzt Hahn seine Möglichkeiten als Bürger und Politiker, um für die gerechte Ordnung in der Gesellschaft einzutreten, die er als Willen Gottes für die Menschen erkennt. Doch als Katholik wehrt er sich dagegen, das soziale und kirchliche Engagement vor Ort gegen die Unterstützung der Missionsarbeit auszuspielen. Seinen Kritikern entgegnet er: Wir müssen uns eingestehen, dass die Christen einen Vater, Gott, und eine Mutter haben, die katholische Kirche, der wir alle angehören.

Gegen alle Widerstände hält Hahn an seiner universalen Vision fest und vertraut auf die Kraft des Gebets: „Wer für seinen Nächsten betet, lässt sich auch bereit finden, für seinen Nächsten zu handeln“. Und er hat Erfolg. An der Basis, in den Gemeinden wächst das missionarische Bewusstsein. Aus Hahns tiefster Überzeugung, dass Mission die Aufgabe aller Christen weltweit ist, entsteht mit dem »Franziskus-Xaverius-Verein“ in Deutschland eine Laienbewegung, die bis heute im Internationalen Katholischen Missionswerk missio fortlebt.

Weitere Informationen zu Dr. Heinrich Hahn

  • „Christus, meine Hoffnung“. Diese Bekenntnis stammt von Dr. Heinrich Hahn. Der Familienvater, Ehemann, Arzt, Politiker und Bildungsbürger legte durch seine Arbeit Zeugnis der christlichen Nächstenliebe ab. Zur Zeit der Industrialisierung behandelte er in Aachen und Umgebung Menschen über alle Standesgrenzen hinweg und widmete sich insbesondere den Armen und Mittellosen. Was zunächst in der Begegnung mit einzelnen Kranken klein anfing, mündete im heutigen katholischen Missionswerk missio e.V., das Hahn zu seinem Gründungsvater zählt.

    Heinrich Hahn wurde am 29. August 1800 in Aachen als Sohn eines Manufakturwarenhändlers geboren. Zusammen mit seiner Schwester wuchs er in einer gutbürgerlichen, wohlbehüteten katholischen Familie auf, deren lebendiges Glaubenszeugnis den Grundstein für seine eigene tiefe Religiosität legte. Obwohl Hahn mathematisch hoch begabt war, studierte er in Gent Medizin, wo er 1822 im Alter von 21 Jahren zum Doktor der Medizin promovierte. Seinem Vater, den er innig liebte und als Vorbild im Glauben sah, widmete er die auf Latein verfasste Promotion, auf die die Anerkennung als Doktor der Chirurgie und Geburtshilfe folgte. Hahn eröffnete eine eigene Praxis in Aachen, arbeitete in Krankenhäusern, machte Hausbesuche, behandelte Arme ohne Honorar, schrieb wissenschaftliche Aufsätze, forschte zur Tuberkulose und stellte bei dieser eine rasche Verbreitung durch die schlechten Wohnverhältnisse der Fabrikarbeiter fest, die er anprangerte. Seine Fachkenntnisse und sein Engagement wurden vielfach geehrt.

  • Der rastlose Arzt war getrieben von seiner Liebe zur Wissenschaft und den Menschen, gefestigt im Glauben, aus dem er seine Kraft schöpfte. Bildung hatte für Hahn auch einen sozialen Nutzen. So ist es nicht verwunderlich, dass er als Stadtrat, in den er 1846 hineingewählt wurde und dem er bis 1881 angehörte, für Freischulen eintrat, in denen Kinder der Fabrikarbeiter kostenlos Unterricht bekommen sollten. Dass er dabei auf Widerstand der Vertreter der reichen Oberschicht traf, brachte ihn nicht davon ab weiterhin für das Wohl der Armen und Niedergedrückten einzutreten. Er appellierte an die Regierung und forderte für die Arbeiter gesunde Wohnungen, hygienische Arbeitsräume, bessere Nahrung und Kleidung, Abschaffung der Kinderarbeit und geregelte Arbeitsstunden in den Fabriken. 1859 bis 1861 wurde Hahn in den Preußischen Landtag gewählt, als Abgeordneter für den Stadt- und Landkreis Aachen-Eupen. Auch dort prangerte er die Missstände der Mittellosen weiter öffentlich an.

  • Hahn heiratete mit 28 Jahren. Aus der Ehe gingen ein Sohn und neun Töchter hervor. Bedacht auf ihre religiöse Bildung, stellte er das tägliche Gebet, so wie er es einst bei seinen Eltern erlebt hatte, in den Mittelpunkt seines Familienlebens. Bevor er zur Arztpraxis ging, besuchte Hahn täglich die Frühmesse.

    Das soziale Engagement des bescheidenen und empathischen Arztes kannte weder Grenzen noch Berührungsängste. Als 1832 in Aachen die Cholera wütete, ging er fast jede Nacht drei oder viermal zu Kranken, meist mittellosen Leuten. 1838 leitete Hahn das Josephinische Instituts in Aachen, ein Hospiz für Alte und Kranke. Bei einem Krankenbesuch in Belgien entdeckte Hahn französische Missionsannalen. Pauline Jaricot hatte 1819 unter Arbeiterinnen einer Seidenfabrik in Lyon einen Verein zur Unterstützung der Missionen gegründet, die sich auf viele Länder ausdehnte.

  • Hahn war begeistert von dieser Idee und wollte nach diesem Vorbild einen Missionsverein im Rheinland gründen. Es folgte ein reger Briefwechsel mit der Lyoner Zentrale - auf Französisch, das Hahn bestens beherrschte. Er verstand Mission als etwas Universales, für die Interessen des großen und heiligen Werkes der Glaubensverbreitung, zur Ehre Gottes. Nachdem der Erzbischof von Köln jedoch aufgrund von Geldmangel ablehnte Hahn bei seinem Vorhaben zu unterstützen, ließ dieser nicht locker und gründete 1837 die „Bruderschaft vom heiligen Franziskus Xaverius“. Vom Innenminister als staatsfeindlich verdächtigt und von der Geheimpolizei bespitzelt, erlangte sie erst 1842 staatliche und kirchliche Genehmigung als Xaverius-Verein. Die von diesem Verein gesammelten Gelder durften durch die Lyoner Zentralstelle verteilt werden. Hahn trug die Hauptarbeit am Verein, 40 Jahre lang.

    Anfang des Jahres 1880 erkrankte er an einem Leberleiden und starb 1882 im Alter von 82 Jahren im Kreise seiner Familie. Auch auf dem Sterbebett verließ ihn seine Hoffnung auf Gott nicht: „Der liebe Gott fügt auch die kleinsten Dinge.“ Das Seligsprechungsverfahren für Hahn läuft seit Oktober 2000.

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