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© Ganzorig, mongolischer Maler aus Darkhan, Mongolei.

Weihnachten ist neu in der mongolischen Welt

Zu Fragen der Inkulturation der katholischen Kirche in der Mongolei

Vor 22 Jahren kam der philippinische Ordensmann Wenceslao Padilla zusammen mit zwei Mitbrüdern auf Einladung der neuen demokratischen Regierung in die Mongolei. In ein Land viereinhalb mal so groß wie Deutschland, in dem es bis dahin keinen einzigen einheimischen Katholiken gab. Heute ist Padilla der erste und einzige katholische Bischof der Mongolei und leitet als Oberhaupt die katholische Gemeinschaft von rund 1000 Katholiken. Am Beispiel von Weihnachten spricht Bischof Padilla über die Herausforderungen der Kirche den christlichen Glauben in der mongolischen Kultur zum Ausdruck zu bringen und zu gestalten.

von Bischof Wenceslao Selga Padilla CICM

Die Mongolei ist eine nichtchristliche Nation. Die Christen bilden unter den religiösen Organisationen die kleinste Gruppe. Als wir 1992 begannen, gab es weder eine Kirchenstruktur noch einen einzigen einheimischen Katholiken. Es war wirklich ein Start aus dem Nichts. Es gab keinerlei kirchliche Strukturen oder Symbole, keine liturgische Sprache. Alles, was wir in die Kirche einbrachten, besaß einen Hauch von Fremdartigkeit.

Bischof Padilla gehört zur Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariens, die 1864 erste Missionsarbeit in der Inneren Mongolei (heute China) bagann. © missio / Fritz Stark

Weihnachten ist neu in der mongolischen Welt, selbst der dafür verwendete Begriff. Der Weihnachtstag (25. Dezember) ist ein gewöhnlicher Arbeitstag. Weihnachten wird jedoch in kleinem Rahmen von Ausländern begangen, besonders von denen, die aus Ländern kommen, in denen Weihnachten traditionell gefeiert wird. Erst seit einigen Jahren gewinnt die Idee von Weihnachten zunehmend an Bekanntheit, bedingt durch den damit verbundenen Kommerz. Deshalb herrscht vornehmlich der Eindruck einer säkular geprägten Weihnachtszeit.

Kaufhäuser und Geschäfte stellen Weihnachtsdekorationen und Symbole zur Schau, wie sie in der westlichen Gesellschaft gezeigt werden. Es wird weihnachtliche Musik gespielt. Viele sind damit zufrieden, denn es trägt zu einer friedvollen, beruhigenden und freudigen Atmosphäre bei. Doch der echte Geist der Weihnacht, in der die Geburt eines Kindes, das Erlösung in die geplagte Welt brachte, fehlt.

Das Weihnachtsspiel

Mit Zunahme der christlichen Bevölkerung werden mehr Feierlichkeiten gestaltet, mehr Weihnachtslieder werden gesungen und es finden mehr liturgische Weihnachtsfeiern statt. In den letzten Jahren führen überwiegend Jugendliche und Kinder in Kirchen die Weihnachtsgeschichte in einfallsreichen Inszenierungen auf. Die Darsteller der Weihnachtsgeschichte wählen geeignete Gewänder passend aus, je nach ihren Rollen im Stück. Beispielsweise tragen Maria und Josef die Kleidung, wie auf dem Land üblich.

Hirten sind so gekleidet, wie sie sich hier normalerweise kleiden. Das Schaf, gewöhnlich von einem Kind gespielt, das ein Schafsfell trägt, imitiert das Blöken eines Lamms. Und die Krippe besteht aus einer halben Jurte, der Hälfte eines mongolischen Rundzelts. Engel werden noch immer in ihren traditionellen weißen Gewändern und mit Flügeln dargestellt.

© Bettina Tiburzy

Weihnachten = Geburtstag des Herrn

Эзэний мэндэлсэн өдөр // Ezèn mèndèlsèn ődőr

Um eine liturgische Sprache für die Kirche in der Mongolei zu entwickeln, verfassten kirchliche Mitarbeiter nach umfangreichen Vorrecherchen zwischen 2006 und 2008 ein Wörterbuch mit ungefähr 7000 mongolischen Begrifflichkeiten. Weihnachten übersetzen sie als Geburtstag des Herrn.

Mongolisch wird heute mithilfe des kyrillischen Alphabets geschrieben, aber auch die traditionellen mongolischen Schriftzeichen finden Verwendung.

Gott

Тэнгэрбурхан // Tèngèrburkhan

Burkhan wird sehr häufig von Mongolen als Wort für Gott benutzt und kann als allgemeine Bezeichnung für Gott benutzt werden, in gleicher Weise wie Tèngèr, was Himmel bedeutet.

Burkhan ist auch das Wort, mit dem Buddhisten das Wort Buddha übersetzen.

Um Verwirrung zu vermeiden und Respekt gegenüber der buddhistischen Tradition zu zeigen, wählte die katholische Kirche in der Mongolei das Doppelwort Tèngèrburkhan für die Übersetzung des Wortes Gott. Zudem passt die Bezeichnung gut zu den zwei Merkmalen des christlichen Gottes: Erhabenheit und Innewohnen (Immanenz).

Die Weihnachtsgeschichte in mongolische Kultur und Sprache übertragen

Es sind gerade diese Aufführungen, in denen die Inkulturation besonders in der Kleidung deutlich wird. Leute, die diese Darstellungen anschauen, sind freudig erfüllt und stimmen in die Weihnachtslieder ein, die bereits in ihrer Mundart gesungen werden. Die Weihnachtsgeschichte in mongolischer Sprache zu erzählen, stellt somit einen wesentlichen Aspekt der Inkulturation von Weihnachten dar.

Das Vater Unser auf Mongolisch gesungen von Bischof Wenceslao Padilla:

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In den kirchlichen Gemeinden stellen die Pfarrer die Adventszeit ausführlicher als eine Zeit der Vorbereitung auf das kommende Weihnachtsfest vor und bieten auch Adventsmeditationen an.

Dank der Massenmedien sind diese Szenen und Aufführungen der Weihnachtsgeschichte zugänglich und können denjenigen helfen, über die Essenz und Bedeutung der Geschichte nachzudenken, die vor über zweitausend Jahren einem einfachen Paar in Nazareth widerfuhr, als sie der Geburt eines Jungen beiwohnten. Er ist Emmanuel, Gott mit uns!

Bischof Wenceslao Selga Padilla CICM
Apostolischer Präfekt von Ulan Bator

Möchten Sie mehr über den missio-Glaubenszeugen Bischof Wenceslao Padilla und seine Mission in der Mongolei erfahren, können Sie hier einen Film ansehen.

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