missio - glauben.leben.geben

Von Pia Scheiblhuber

Schon die Bibel erzählt Geschichten von Heilung und Heilsein. Was bedeutet Heilung, wie kann sie gelingen, und was haben Spiritualität und Berührung damit zu tun? Wir suchen Antworten.

Gesund sein bedeutet mehr als nicht krank zu sein. Denn es ist nicht nur ein funktionierender Körper, der für Wohlbefinden sorgt, auch Beziehungen, ein angenehmes Wohn- und Arbeitsumfeld und psychische Widerstandsfähigkeit gehören dazu. Alle Menschen sehnen sich nach Unbezahlbarem: ganzheitlichem Heil, einem harmonischen Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele. Was braucht es, um Heilung zu erfahren und andere beim Heilungsprozess zu unterstützen?

Gemeinschaft

Drei stilisierte Musiker, einer mit einem Saxophon, einer mit einer Flöte und einer mit einer Violine, spielen inmitten großer, grüner Blumen. Rote Herzen schweben um sie herum, was eine fröhliche und harmonische Atmosphäre vermittelt.
Musizieren stärkt das Wir-Gefühl und kann Depressionen vorbeugen.

Ein verbindendes Wir-Gefühl stärkt Körper und Geist. Das beweist eine Studie der Universität Harvard, die seit mittlerweile 85 Jahren läuft und bestätigt: Gute Beziehungen machen glücklicher und gesünder. Ähnlich wie Sport und gesunde Ernährung hat das Gefühl, in eine Gemeinschaft eingebunden zu sein, positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Wer in einem Orchester musiziert, in einer Gruppe tanzt oder in einem Verein Handball spielt, hat ein geringeres Risiko, an Depressionen zu erkranken, chronische Krankheiten zu entwickeln oder schneller zu altern als Einzelgänger. Wissenschaftler der Osaka Metropolitan University in Japan haben in einer Studie nachgewiesen, dass ältere Menschen, die Tagesangebote in Gemeinschaft wahrnehmen, ein um 40 Prozent geringeres Risiko haben, gebrechlich zu werden als Gleichaltrige, die stattdessen persönliche Assistenzdienste nutzen.

Berührung

Jesus trägt den Begriff „Heilung“ schon in seinem Titel „Heiland“. Die Bibel erzählt, wie er Blinde, Gelähmte, Gehörlose und Aussätzige erlöst. Jesu Worte, der Glaube der Kranken, aber vor allem die Berührung machen die Menschen gesund. Doch Heilung und Wertschätzung durch Berührung funktioniert nicht nur in biblischen Geschichten. Es ist belegt, dass regelmäßige Berührung, Körperkontakt und In-den-Arm-Nehmen Menschen sowohl körperlich als auch seelisch guttun. Berührungsmangel kann bei Säuglingen zu Entwicklungsstörungen führen, aber auch Erwachsene können daran psychisch und physisch leiden. Denn Berührung reduziert Stress und fördert die Ausschüttung des „Kuschelhormons“ Oxytocin, das für ein Geborgenheitsgefühl sorgt.

Eine stilisierte Illustration zeigt mehrere Menschen in Umarmungen, die in Blütenkelchen sitzen. Die Figuren sind in verschiedenen Farben dargestellt und umgeben von grünen Blättern. Die Darstellung symbolisiert Nähe, Liebe und Gemeinschaft. Der Hintergrund ist hellblau.
Berührung und Umarmungen tun sowohl körperlich als auch seelisch gut.

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