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Eine Frau steht an einer beschädigten Mauer und vor Trümmern eines Gebäudes. Die Umgebung ist sonnig, mit Bäumen und einem Zaun im Hintergrund. Die Frau trägt graue Kleidung und lächelt. Der Boden ist überwiegend mit Steinen und Schutt bedeckt.
Ein Verkehrsschild am Straßenrand zeigt mehrere Warnsymbole und Illustrationen zu Gefahren im Umfeld. Darunter sind Bilder von gefährlichen Gegenständen, verbotenen Aktivitäten und Sicherheitsanweisungen. Im Hintergrund verläuft eine Straße, und ein Kleinbus fährt vorbei.
Ein Verkehrsschild am Straßenrand zeigt mehrere Warnsymbole und Illustrationen zu Gefahren im Umfeld. Darunter sind Bilder von gefährlichen Gegenständen, verbotenen Aktivitäten und Sicherheitsanweisungen. Im Hintergrund verläuft eine Straße, und ein Kleinbus fährt vorbei.
Zwei Frauen sitzen in einem großen Raum. Eine Frau in einem grauen Kleid rührt in einem Kochtopf, der auf einem Holzofen steht. Die andere Frau in einer rosa Bluse hält einen Korb. Im Hintergrund sind Möbel und eine Kühlschrank sichtbar.
Zwei Frauen sitzen in einem großen Raum. Eine Frau in einem grauen Kleid rührt in einem Kochtopf, der auf einem Holzofen steht. Die andere Frau in einer rosa Bluse hält einen Korb. Im Hintergrund sind Möbel und eine Kühlschrank sichtbar.
Zwei einfache Behausungen aus weißen Zeltmaterialien stehen unter klarem Himmel. Wäsche hängt auf einer Leine zwischen den Zelten. Im Vordergrund sitzt eine Person auf dem Boden und wäscht, während zwei Kinder spielend vorbeigehen. Der Boden ist sandig und trocken.
Zwei einfache Behausungen aus weißen Zeltmaterialien stehen unter klarem Himmel. Wäsche hängt auf einer Leine zwischen den Zelten. Im Vordergrund sitzt eine Person auf dem Boden und wäscht, während zwei Kinder spielend vorbeigehen. Der Boden ist sandig und trocken.
Eine Frau mit einem Baby auf dem Schoß sitzt neben einer anderen Frau, die ein kleines Kind in den Armen hält. Im Hintergrund sind einfache Haushaltsgegenstände und eine bescheidene Innenausstattung zu sehen. Das Bild vermittelt den Eindruck von Nähe und Fürsorge.
Eine Frau mit einem Baby auf dem Schoß sitzt neben einer anderen Frau, die ein kleines Kind in den Armen hält. Im Hintergrund sind einfache Haushaltsgegenstände und eine bescheidene Innenausstattung zu sehen. Das Bild vermittelt den Eindruck von Nähe und Fürsorge.
Ein Mann geht mit vier Kindern in blauen Anzügen entlang eines schmalen Weges, der von Zelten gesäumt ist. Die Kinder halten sich an den Händen. Im Hintergrund sind Bäume und weitere Strukturen sichtbar, während der Himmel klar ist.
Ein Mann geht mit vier Kindern in blauen Anzügen entlang eines schmalen Weges, der von Zelten gesäumt ist. Die Kinder halten sich an den Händen. Im Hintergrund sind Bäume und weitere Strukturen sichtbar, während der Himmel klar ist.
Ein Junge fährt mit dem Fahrrad vor einem Tor zu einer Kirche mit Glockenturm und bunten Fenstern. Die Kirche ist aus Stein und hat eine auffällige Kuppel. Der Himmel ist blau und es sind wenige Wolken zu sehen.
Eine große Gruppe von Menschen, darunter viele Kinder in traditionellen Gewändern mit Kopftüchern, versammelt sich in einer Kirche. Im Vordergrund stehen mehrere Priester in liturgischen Gewändern. Die Kirche ist hell erleuchtet, mit Holzbänken und Säulen im Hintergrund.
Eine große Gruppe von Menschen, darunter viele Kinder in traditionellen Gewändern mit Kopftüchern, versammelt sich in einer Kirche. Im Vordergrund stehen mehrere Priester in liturgischen Gewändern. Die Kirche ist hell erleuchtet, mit Holzbänken und Säulen im Hintergrund.
Eine große Gruppe von Menschen, darunter viele Kinder in traditionellen Gewändern mit Kopftüchern, versammelt sich in einer Kirche. Im Vordergrund stehen mehrere Priester in liturgischen Gewändern. Die Kirche ist hell erleuchtet, mit Holzbänken und Säulen im Hintergrund.
Eine große Gruppe von Menschen, darunter viele Kinder in traditionellen Gewändern mit Kopftüchern, versammelt sich in einer Kirche. Im Vordergrund stehen mehrere Priester in liturgischen Gewändern. Die Kirche ist hell erleuchtet, mit Holzbänken und Säulen im Hintergrund.
Eine Frau in einem Habit steht in einem zerfallenen Raum und blickt nach draußen auf eine Landschaft mit Bergen und Gebäuden. Im Vordergrund sind Trümmer zu sehen. Der Himmel ist klar und blau.
Äthiopien

Lange Schatten

Vor dreieinhalb Jahren endete der Bürgerkrieg im Norden Äthiopiens. Doch die Angst ist geblieben. Das Leid der Menschen – vor allem das innere – zeigt sich erst auf den zweiten Blick. Schwester Manna ist eine, die hinsieht. 

Text: Beatrix Gramlich | Fotos: Hartmut Schwarzbach

Bürgerkrieg

Von 2020 bis 2022 tobte im Norden Äthiopiens ein blutiger Bürgerkrieg. Mit 600 000 Toten und mehr als zwei Millionen Binnenflüchtlingen galt er als einer der brutalsten der Welt. Auslöser war ein Machtkampf zwischen Premierminister Abiy Ahmed und Tigrays Volksbefreiungsfront TPLF, die seit fast drei Jahrzehnten die Politik Äthiopiens beherrschte.

Spuren der Zerstörung

Dreieinhalb Jahre nach Kriegsende sind die Spuren noch überall sichtbar: Zerstörte Gebäude, Warnungen vor den Gefahren von Minen und Besatzer, die laut Friedensabkommen längst hätten abziehen müssen. 

Alltagsleben

Mühsam kämpfen sich die Menschen in ihren Alltag zurück. Beim Gang über den Markt, in den Straßen und beim Einkaufen scheint auf den ersten Blick fast Normalität zu herrschen. 

Ein neues Zuhause

Mehr noch als die äußeren Spuren des Krieges plagt die Menschen ihr inneres Leid. Die Ursulinenschwestern in Adigrat leben in einem ehemaligen Getreidespeicher. Sie haben zwölf Mädchen bei sich aufgenommen und bieten ihnen ein einfaches, aber sicheres Zuhause. Für viele weitere sind die Schwestern eine wichtige Anlaufstelle: Frauen, die Vergewaltigungen erlebt haben, Mütter, die nicht wissen, wie sie allein ihre Kinder durchbringen sollen, finden bei den Schwestern Geborgenheit, ein offenes Ohr und ganz praktische Unterstützung.

Ich habe als Putzhilfe in einem Hotel gearbeitet. Eritreische Soldaten kamen zum Trinken dorthin. Sie waren zu fünft, haben mich in ein Zimmer  geschleppt und vergewaltigt.  Später merkte ich, dass ich schwanger bin. Zuerst wollte ich mich umbringen. Aber dann habe ich beschlossen, das Kind zu bekommen. Ich habe ein Jahr gebettelt, um zu überleben. Dann hat mir jemand von den Ursulinen erzählt. Ich dachte, ich könnte das Baby bei ihnen abgeben. Aber Schwester Manna hat versprochen, dass sie mir helfen, es großzuziehen. Sie haben mir ein Häuschen gemietet und geben mir Lebensmittel. Mit ihnen schaffe ich das.

 

Abeba Kahsay, 32, mit Sohn Jared

Binnenflüchtlinge

Die Stadt Adigrat ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Ein Fünftel der 250.000 Einwohner sind Binnenflüchtlinge, im Krieg waren es dreimal so viel. Sie leben in Schulen, wo längst nicht überall wieder Unterricht stattfindet, und auf dem Gelände des alten Flughafens. 

Mein Mann lehrte als Professor an der staat­lichen Universität in Adigrat. Im ersten Kriegsjahr, während der Blockade von Tigray, sollte er Fahrdienste  für die Armee übernehmen. Aber er weigerte sich und wurde in seinem Auto getötet. Zwei Jahre wusste ich nicht, was mit ihm passiert ist. Erst nach dem Friedensschluss habe ich davon erfahren. Jetzt versuche ich, Amien und mich mit Gelegenheitsarbeiten durchzubringen. Die Uni verweigert mir die Papiere, mit denen ich Witwenrente beantragen könnte. Ich glaube, Gott wollte, dass ich die Ursulinen kennenlerne. In Schwester Manna habe ich eine Mutter gefunden.

 

Alem Gimedhin, 26, mit Sohn Amien

Auf Hilfe angewiesen

Auch im Flüchtlingslager helfen die Ursulinenschwester Manna und ihre Mitschwestern leise und unauffällig zehn besonders bedürftigen Frauen. Sie wissen: Manche haben aus Not ihren gesamten Hausrat verkauft und schlafen auf dem nackten Boden.

Ich war für die Farm unseres Konvents in Kobo in der Amhara-Region zuständig. Im Dezember 2021 standen plötzlich Regierungs­soldaten vor der Tür, die Gewehre im Anschlag. Sie fragten: „Wo sind die zwei Schwestern aus Tigray?“ Sie nahmen Schwester Lemlem und mich fest und brachten uns zu einer Polizeiwache. Dort pferchten sie uns mit 80 anderen Frauen in einem ummauerten Hof – ohne Dach, ohne Toilette. Jede Nacht holten sich die Soldaten Frauen und Mädchen und vergewaltigten sie. Ich war zu schwach, um etwas zu sagen. Ich kann diese Bilder nicht vergessen. Mir ist nichts passiert. Aber das hat mich zerstört.

 

Schwester Briket Gebray,65

Heimkehr ungewiss

Frauen, Männer und Kinder, die vor der Willkür der Besatzungstruppen geflohen sind, warten darauf, endlich in ihre Dörfer zurückzukehren. Seit Jahren harren sie in Zelten aus, die nur für eine Übergangszeit gedacht waren, in denen es außer ein paar zerbeulten Töpfen und einem Holzkohlekocher so gut wie nichts gibt. 

Geschichte des Konflikts

Auslöser des Bürgerkriegs in Äthiopien war ein Machtkampf zwischen Premierminister Abiy Ahmed und Tigrays Volksbefreiungsfront TPLF, die seit fast drei Jahrzehnten die Politik Äthiopiens beherrschte. Als der Staatschef die von der TPLF organisierten Kommunalwahlen in Tigray nicht anerkannte, eskalierte der Konflikt. Ahmed, der ein Jahr zuvor für die Aussöhnung mit Eritrea den Friedensnobelpreis erhalten hatte, wurde zum Kriegstreiber. Im Kampf gegen die TPLF bat er das lange verfeindete Nachbarland und ethnische Milizen um Unterstützung.  

Großes Ansehen

Tesfaselassie Medhin, der Bischof von Adigrat, ist während des Krieges in der Stadt geblieben. Es herrschte eine totale Kommunikationssperre. Trotzdem ist es ihm gelungen, der Welt von dem zu berichten, was in Tigray passierte. Die Katholiken stellen nur ein Prozent der Bevölkerung, aber ihr Ansehen ist enorm - weil sie geblieben sind und denen zur Seite stehen, deren Stimmen zum Schweigen gebracht wurden.

Wir sind durch die Hölle gegangen. Eritreische Soldaten haben mich aus der Messe gezerrt und bedroht. Ich war Zielscheibe Nummer eins, weil ich Berichte darüber verschickt habe, was hier passiert ist.

 

Bischof Tesfaselassie Medhin, 73

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Das E-Paper enthält die komplette Geschichte, die kontinente-Chefredakteurin Beatrix Gramlich in Äthiopien recherchiert hat.

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