Die Nuba-Berge liegen an der Grenze zwischen Sudan und Südsudan: ein umkämpftes, schwer zugängliches, quasiautonomes Gebiet. Unterwegs in einer verschlossenen Welt ...
Schwer zugänglich
Die Nuba-Berge sind nur noch über einen einzigen sandigen Weg aus dem Nachbarland Südsudan erreichbar. Er führt in eine abgeschiedene Welt mit mächtigen Felsen bis auf 1300 Meter Höhe, fruchtbaren Tälern und strohgedeckten Rundhütten.
50 Volksgruppen
Hier leben die Nuba. Zu ihnen zählen mehr als 50 Volksgruppen mit ebenso vielen Sprachen. Allen gemeinsam ist ihre schwarzafrikanische Identität.
Mother of Mercy Hospital
Das Mother of Mercy Hospital ist das einzige Krankenhaus in der Region. Es ist Anlaufstelle für eine Million Menschen. In manchen Sälen stehen bis zu 50 Betten.
Eine der größten Herausforderungen ist, Geld für die Klinik aufzutreiben. Wir sehen die Not und arbeiten mit einem sehr engen Budget.
Klinikchef Tom Catena
Patienten auf nackten Matratzen
Für Bettzeug fehlt im Mother of Mercy Hospital das Geld. Die Patienten liegen auf nackten Gummimatratzen. Die Klinik ist auf die Hilfe der Angehörigen angewiesen. Sie kochen, waschen die Wäsche und übernehmen die Pflegedienste für die Patienten.
Das Krankenhaus in der Kleinstadt Gidel ist die einzige Klinik in dem Gebiet. Es ist Anlaufstelle für eine Millionen Menschen in einem Gebiet von der Größe Baden Württembergs. Schwangere, Krebskranke, unterernährte Kinder und viele mehr. In einer der 14 Fachabteilungen bekommen sie Hilfe. Manche nach tagelangen Fußmärschen.
Schwer genug? Die Kinder auf der Station werden regelmäßig gewogen.
Der Augenarzt nutzt das Licht seines Smartphones, um in die Augen seines Patienten zu leuchten.
Das Warenlagen der Klinik: Manchmal gibt es Probleme mit dem Transport und die Medikamente kommen nicht an.
Grenzfall Nuba-Berge
Die Nuba-Berge mit ihren drei Millionen Einwohnern sind ein Grenzfall: Politisch gehören sie zum Sudan, kulturell und ethnisch zum Südsudan. Geographisch liegen sie an der Schnittstelle beider Länder. 1991 begann der muslimisch-arabische Sudan einen „Heiligen Krieg“ gegen die von ihm als minderwertig erachteten Nuba, der 2005 mit einem Friedensabkommen endete. Mit der Unabhängigkeit des Südsudans 2011 wurde eine Volksabstimmung über die politische Zugehörigkeit der Nuba-Berge vereinbart, die jedoch bis heute nicht stattfand. Stattdessen beantwortete Khartum den Kampf der SPLM-North, einer Abspaltung der südsudanesischen Befreiungsbewegung, um mehr Autonomie mit Gewalt und Bombardements. Erst der Krieg, der seit 2023 im Sudan tobt, brachte den Nuba-Bergen vorläufig Frieden – aber auch fast eine Million Flüchtlinge. Inzwischen kontrollieren die SPLA-Milizen große Teile der Region. Sie weiten ihren Einflussbereich Schritt für Schritt aus und bauen Verwaltung, Schulen, Gesundheitsversorgung auf. Doch vieles funktioniert nur notdürftig und mithilfe der Kirche.
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Unzählige Blindgänger
Die Spuren des Krieges sind allgegenwärtig, überall lauern Blindgänger. Manchmal gab es fünf, sechs Tage keine Bombardements. Dann kamen die Flugzeuge wieder – und mit ihnen die Angst.
In den Nuba-Bergen leben rund eine Million Binnenflüchtlinge.
Die Planen der einfachen Hütten im früheren Kriegsgebiet sind löchrig.
Späte Chancen
Der Krieg hat vielen Frauen nicht nur die Kindheit, sondern auch die Chance zum Lernen genommen. Jetzt drücken sie an zwei Nachmittagen pro Woche die Schulbank.
„Mein größter Wunsch ist der Schulabschluss. Um das Geld dafür zu bezahlen, verkaufe ich selbstgemachten Hirsewein.“
Kamuka Jaily Anur
Zukunft schneidern
Im Pfarrzentrum von Gidel bieten die Combonischwestern werktags Näh- und Handarbeitskurse an. Die Frauen schneidern Kleider, Höschen und Decken für Neugeborene und verkaufen sie an die Klinik.
Antenne Zuversicht
„Radio Voice of Faith“, die Stimme des Glaubens, sendet täglich von acht bis 18 Uhr. Auf dem Programm stehen neben Katechese und Kirchlichem Beiträge über Gesundheit, die Förderung von Mädchen und Tipps für die Landwirtschaft. „Unser Programm hilft den Leuten“, sagt Abaker Alimi. Selbst in den entlegensten Winkeln des Landes hören sie den von der Kirche finanzierten Sender.
missio-Magazin kontinente
Die Rubrik „Vor Ort“ führt Sie zu missio-Projekten weltweit. Spannende Geschichten aus Gegenden, in die sonst niemand reist.