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Bildungschancen für junge Menschen in Gaza und Westjordanland

missio Aachen unterstützt Aktion "Zurück zur Schule" des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem. Zukunft der Christen im Heiligen Jahr in Gefahr.

Ein Mädchen sitzt an einem Tisch und schreibt in ein Heft. Zwei Kinder sitzen ihr gegenüber und schauen gespannt zu. Auf dem Tisch liegen Bücher und Schreibmaterial. Der Hintergrund zeigt eine helle Klassenzimmerumgebung.
Kinder in Gaza und im Westjordanland brauchen Schulen, um eine Perspektive für ihr Leben zu behalten. Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem startet im August 2026 die Aktion „Zurück zur Schule“, die missio Aachen unterstützt.

Das katholische Hilfswerk missio Aachen unterstützt das Bildungsprogramm „Zurück zur Schule“ des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem für Familien in Gaza und im Westjordanland. Damit sollen die 150 bedürftigsten Familien gefördert werden. 

„Wir sind in großer Sorge um die Menschen in Gaza und im Westjordanland. Familien leiden besonders unter Krieg, Gewalt, wirtschaftlicher Not und fehlenden Zukunftsaussichten. Gerade deshalb müssen wir alles dafür tun, dass junge Menschen trotz Krieg und Not weiterhin Zugang zu Bildung erhalten“, sagt Dr. Gregor von Fürstenberg, Vizepräsident von missio Aachen, zur Aktion.

Zugleich ruft missio dazu auf, in der Solidarität mit den christlichen Gemeinden im Heiligen Land nicht nachzulassen. „Die Christinnen und Christen in Gaza und im Westjordanland leben seit Jahren unter enormem Druck und sind immer wieder Gewalt, Schikanen und Einschränkungen ausgesetzt. Ihre Gemeinden dürfen nicht aus ihrer angestammten Heimat verdrängt werden“, so von Fürstenberg.

Existenz christlicher Familien in Palästina bedroht

Das Lateinische Patriarchat beschreibt in einem Bericht an missio die Lage vieler christlicher Familien als zunehmend existenzbedrohend. Bewegungsbeschränkungen, der Entzug von Arbeitserlaubnissen und der weitgehende Stillstand des Tourismus erschwerten es vielen Menschen, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Nach Angaben des Patriarchats liegt die Arbeitslosenquote in den christlichen Gemeinden bei 54 Prozent.

Besonders dramatisch ist die Situation im Gazastreifen. Dort leben nach Angaben des Lateinischen Patriarchats nur noch 541 Christen. Menschen wurden vertrieben, im Krieg getötet oder starben infolge des Zusammenbruchs der medizinischen Versorgung und des Mangels an lebenswichtigen Gütern.

Schule gibt Halt und Zukunft

Mit seiner Initiative „Zurück zur Schule“ » übernimmt das Lateinische Patriarchat Bildungskosten für besonders benachteiligte Familien. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen trotz Krieg, Armut und Vertreibung den Schulbesuch zu ermöglichen. Im Westjordanland, in Jerusalem und im Gazastreifen sollen Schulen nach Möglichkeit offengehalten oder wieder geöffnet werden. Das Patriarchat versteht dies zugleich als Signal, dass Zerstörung und Gewalt nicht über die Zukunft der jungen Menschen und ihrer Familien entscheiden dürfen.

missio Aachen unterstützt dieses Programm. „Schule bedeutet in dieser Situation weit mehr als Unterricht“, sagt von Fürstenberg. „Sie gibt Kindern Alltag, Gemeinschaft und die Erfahrung, dass sie nicht vergessen sind. Bildung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass junge Menschen eines Tages ihre Heimat selbst mitgestalten können.“

Das Lateinische Patriarchat warnt zugleich vor einer weiteren Abwanderung der christlichen Bevölkerung. Viele junge Menschen sähen nach Studium oder Ausbildung kaum noch Chancen auf Arbeit und fühlten sich deshalb zur Auswanderung gedrängt. Internationale Solidarität müsse deshalb über akute Nothilfe hinausgehen und den Familien eine reale Perspektive geben, in ihrer Heimat bleiben zu können.

Dank des Lateinischen Patriarchats für missio-Hilfe

„Ich möchte missio Aachen meinen aufrichtigen Dank dafür aussprechen, dass sie in diesem entscheidenden Moment an unserer Seite stehen. Ihre Solidarität gibt uns Kraft. Noch wichtiger aber ist, dass sie den Familien einen Grund geben, weiterhin daran zu glauben, dass Hoffnung noch immer möglich ist und unsere jungen Menschen ihre Zukunft hier im Heiligen Land aufbauen können“, schreibt George Akroush, Leiter des Büros für Entwicklung des Lateinischen Patriarchats, an missio Aachen.


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Johannes Seibel

Leiter der Stabsstelle Presse & Kommunikation
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