Durch iranische Angriffe auf Ziele im Irak ist auch die christliche Minderheit des Landes in Mitleidenschaft gezogen worden. Das berichteten irakische Partner dem katholischen Hilfswerk missio Aachen am vergangenen Wochenende. Besonders betroffen ist die mehrheitlich christlich geprägte Stadt Ankawa nahe dem Flughafen Erbil im kurdischen Autonomiegebiet. Dort gingen auch iranische Drohnen auf dem Gelände der chaldäisch-katholischen Pfarrei St. Peter und Paul nieder und zerstörten mehrere Einrichtungen.
Sorge vor wirtschaftlicher Krise
Ziele iranischer Drohnen und Raketen sind nach Angaben der Partner militärische Stützpunkte der USA sowie das US-Konsulat in der Umgebung von Ankawa. Darüber hinaus berichten die missio-Partner von Schäden an Anlagen zur Ölförderung und -verarbeitung sowie Gasfelder im kurdischen Autonomiegebiet und der Region um Dohuk. Zudem sei von dort die Ölausfuhr in Richtung Türkei gestoppt worden. Dies alles wirke sich bereits auf die Stromversorgung in der Region aus. Zugleich wachse die Sorge vor einer wirtschaftlichen Krise.
„Der Irak möchte nicht in diesen Krieg hineingezogen werden. Bislang sind auch noch keine Fluchtbewegungen wie im Libanon zu beobachten. Sollten jedoch kurdische Einheiten in die Kämpfe verwickelt werden oder Menschen aus dem Iran in den mehrheitlich schiitischen Süden des Iraks fliehen, könnte sich die Lage weiter zuspitzen. Hier hoffen wir auf äußerste Zurückhaltung der kriegführenden Parteien“, erläutert Johannes Seibel, Pressesprecher von missio Aachen.