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Ebola im Ostkongo ist mehr als eine Gesundheitskrise

missio Aachen fordert EU und Bundesregierung zu umfassender, langfristiger Hilfe auf. missio-Partner berichtet aus Goma.

Ein Mann mit kurzem, krausem Haar sitzt an einem Tisch. Er trägt ein weißes Hemd und hat eine Armbanduhr an. Er schaut direkt in die Kamera und hat seine Hände auf dem Tisch gefaltet. Der Hintergrund ist in neutralen Farben gehalten.
Anderson Makenzi Nzanzu aus Goma ist Stipendiat des Missionswissenschaftlichen Instituts im missio e.V. in Aachen und promoviert an der Katholischen Universität des Kongo in politischer Philosophie.

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen fordert die Europäische Union (EU) und die Bundesregierung auf, ihre Hilfe für die Menschen im Osten der Demokratischen Republik Kongo umfassend und langfristig auszurichten. Die Ebola-Epidemie dürfe nicht isoliert betrachtet werden, warnt missio-Partner Anderson Makenzi Nzanzu, der sich derzeit in Goma aufhält. „Europa sollte den aktuellen Ebola-Ausbruch nicht bloß als Gesundheitsfrage betrachten, sondern als eine Krise, die auf eine bereits äußerst fragile humanitäre, sicherheitspolitische und wirtschaftliche Lage im Land trifft“, sagt Nzanzu in einem Interview auf dem missio-Blog. » Er promoviert derzeit an der Katholischen Universität des Kongo in politischer Philosophie und ist Stipendiat des Missionswissenschaftlichen Instituts im missio e.V. Sein Forschungsschwerpunkt ist Krieg, Frieden und Sicherheit in Zentralafrika.

Angst, Gerüchte und Desinformation

Auch in Goma, bislang kein Hotspot der Epidemie im Osten des Landes, bleibe die Lage angespannt. Zwar sei offiziell die einzige Person mit bestätigter Ebola-Infektion in der Stadt inzwischen genesen, berichtet Nzanzu. Durch den Personen- und Warenverkehr mit betroffenen Nachbarregionen bestehe jedoch weiterhin ein erhöhtes Einschleppungsrisiko.

Mit Blick auf das gesamte Land und insbesondere den Osten des Kongos seien viele Gesundheitseinrichtungen auf neue Fälle unzureichend vorbereitet. Es fehle an Schutzausrüstung, Material zur Infektionskontrolle, geschultem Personal, Handwaschstationen und verlässlichen Abläufen für Verdachtsfälle. Angst, Gerüchte und Desinformation behinderten die Prävention. 

Aus Angst vor Einkommensverlust gehen Menschen nicht in Gesundheitsstationen

Zugleich verschärften Grenzbeschränkungen, eingeschränkter Handel und steigende Preise die Not vieler Familien. Besonders gefährdet seien Vertriebene, arme Haushalte, Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke. Deshalb zögerten Menschen, Gesundheitseinrichtungen aufzusuchen, weil sie Isolation oder Stigmatisierung fürchteten, was es ihnen erschwere, für ihre Familien sorgen zu können. 

missio Aachen appelliert daher an die Europäische Union und die Bundesregierung, medizinische Unterstützungsmaßnahmen mit humanitärer und sozialer Hilfe sowie friedenspolitischen Initiativen zu verknüpfen. Erforderlich seien flexible, langfristige Mittel für lokale Gesundheitseinrichtungen, die Schulung von Personal, epidemiologische Überwachung, Aufklärung, psychosoziale Begleitung und Hilfen für gefährdete Haushalte. Kirchen und lokale Organisationen müssten eng an der Zusammenarbeit beteiligt werden. Sie kennen die Bedingungen vor Ort und genießen vielfach mehr Vertrauen in der Bevölkerung als staatliche Stellen. „Wer die Epidemie wirksam bekämpfen will, muss zugleich das Gesundheitssystem stärken, die Not der Bevölkerung lindern und die Folgen von Krieg und Vertreibung in den Blick nehmen“, sagt missio-Pressesprecher Johannes Seibel.


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Eine Frau mit langen, braunen Haaren lächelt direkt in die Kamera. Sie trägt ein Musteroberteil und hat einen freundlichen, offenen Gesichtsausdruck. Der Hintergrund ist hell und einfarbig.

Nataliia Datskevych

Volontärin in der Stabsstelle Presse & Kommunikation
+49 (0)241 - 75 07 383
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