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Pressemitteilung

Einsatz für Frauenrechte in Katar auch nach WM-Aus

Deutschland ist bei der Fußball-Weltmeisterschaft ausgeschieden. Die missio-Kampagne für Frauenrechte in Katar geht aber weiter.

Sr. Mary John Mananzan OSB fordert die Abschaffung der frauenfeindlichen Gesetze in Katar. Foto: Jun Santiago / missio
Sr. Mary John Mananzan OSB fordert die Abschaffung der frauenfeindlichen Gesetze in Katar.

Einen stärkeren entwicklungspolitischen und zivilgesellschaftlichen Austausch zwischen Deutschland, Katar und den weiteren arabischen Golfstaaten hat der Islamwissenschaftler und Golf-Experte Sebastian Sons empfohlen. Dies betonte er in einem Parlamentariergespräch des katholischen Hilfswerkes missio Aachen in Berlin.

missio-Petition „Frauen schützen in Katar“ geht in Verlängerung

missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener begrüßte „jede Form des zivilgesellschaftlichen Dialoges, um mehr voneinander zu erfahren. Dieser ist dringend notwendig und daran beteiligen wir uns insbesondere auch im Hinblick auf den interreligiösen Dialog sehr gerne“. Zugleich bekräftigte er, „dass menschenrechtliche Fragestellungen, wie beispielsweise die diskriminierende Gesetzgebung bei sexueller Gewalt gegen Arbeitsmigrantinnen in Katar hier nicht ausgespart bleiben dürfen. Für diese Themen werden wir auch dann eintreten, wenn das Scheinwerferlicht der Weltmeisterschaft längst abgeschaltet ist. Unsere Forderungen gehen also in die Verlängerung!“: Die Petition „Frauen schützen in Katar“ an Außenministerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) läuft bis Ende November 2023.

„Doppelmoral, Rassismus und Eurozentrismus“

Sebastian Sons, Autor der missio-Menschenrechtsstudie „Die Fußballweltmeisterschaft in Katar: Menschenrechte, Arbeitsmigration und Außenpolitik“ », ist gerade aus Katar zurückgekehrt. Der Ärger der Katarer über die internationale öffentlichkeitswirksame Kritik an der Menschenrechtslage in dem Golfstaat konzentriere sich vor allem auf Deutschland, dem „Doppelmoral, Rassismus und Eurozentrismus“ gegenüber den Golfstaaten vorgeworfen werde. „Die Weltmeisterschaft hat das Selbstbewusstsein in Katar und den angrenzenden Golfstaaten erheblich erhöht. Die Regierung, die Medien und die Bürgerinnen und Bürger üben eine deutlich offenere Kritik am Westen“, sagte Sons. Der Islamwissenschaftlicher plädierte dafür, die Polarisierung zu überwinden und neue Gesprächsformate und Gesprächskanäle für den Dialog zu finden. Europa und Deutschland müssten neue Wege gehen, um ihre wirtschaftlichen Interessen und ihre Prinzipien der Menschenrechte in den Golfstaaten gleichzeitig vertreten zu können.

Die Ordensfrau Schwester Mary-John Mananzan OSB aus den Philippinen engagiert sich gegen Ausbeutung und sexuelle Gewalt an Arbeitsmigrantinnen aus ihrem Heimatland in Katar und den Golfstaaten. Sie forderte die Regierung in Katar auf, endlich die Männer, die sexuelle Gewalt gegen Arbeitsmigrantinnen verüben, auch als Täter zu behandeln und zu bestrafen.

 


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Johannes Seibel

Leiter der Stabsstelle Presse & Kommunikation
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