Zum „Internationale Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens“ der Vereinten Nationen (UN) am 22. August gibt das katholische Hilfswerk missio Aachen den Betroffenen ein Gesicht, das diese Menschenrechtsverletzungen sichtbar macht: missio Aachen fordert für den in Pakistan zum Tod verurteilten Christen Asif Pervaiz unverzüglich eine Berufungsverhandlung. Seit sechs Jahren verschieben die Behörden angesetzte Termine immer wieder. Dem vierfachen Familienvater wird Blasphemie vorgeworfen, was er als frei erfunden zurückweist. Mit der Aktion „Gerechtigkeit für Asif Pervaiz“ lädt missio Aachen am UN-Gedenktag für Betroffene der Verletzungen von Religionsfreiheit dazu ein, über die Website des Hilfswerkes an den Obersten Gerichtshof in Pakistan zu appellieren.
“Hier geht es um Leben und Tod”
„Wer jahrelang in Ungewissheit auf ein Verfahren wartet, erlebt Strafe, bevor Recht gesprochen wird. Ein Staat, der seine eigenen rechtsstaatlichen Verfahren ernst nimmt, darf dies nicht zulassen. Hier geht es um Leben und Tod“, erklärte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen. „Solidarität zeigt politische Wirkung, wenn viele ihre Stimme erheben. Wer an der Aktion teilnimmt, stärkt alle in Pakistan, die für Recht, Gewissensfreiheit und Menschenwürde eintreten“, wirbt Bingener um breite Unterstützung.
Der Fall Asif Pervaiz steht exemplarisch für den Missbrauch der sogenannten Blasphemiegesetze in Pakistan. Solche Anschuldigungen treffen Menschen häufig willkürlich. Sie werden genutzt, Minderheiten wie Christen einzuschüchtern oder unliebsame Konkurrenten in Politik und Wirtschaft auszuschalten. „Deshalb braucht es eine angemessene Gesetzgebung, unabhängige Gerichte und faire Verfahren. Unsere Aktion will auch darauf aufmerksam machen“, betonte Bingener.
Dramatische Folgen des Vorwurfs der Blasphemie
Die dramatischen Folgen solcher Vorwürfe treffen nicht allein die Beschuldigten. Auch ihren Familien droht soziale Ächtung. Nicht zuletzt können Sie zu Ausschreitungen und sogenannter Mob-Gewalt gegen Minderheiten wie etwa 2023 in Jaranwala führen, in der ein christliches Viertel der Stadt verwüstet wurde. „Jede abgeschickte E-Mail in unserer Aktion sendet ein Signal der Verbundenheit, das den Betroffenen, der Zivilgesellschaft und Kirche in Pakistan Mut macht“, zeigt sich Pfarrer Bingener überzeugt.
Asif Pervaiz seit 2020 zum Tod verurteilt - Berufung ständig verschoben
Asif Pervaiz ist Textilarbeiter. Er soll auf seinem Mobiltelefon Nachrichten geschrieben haben, die angeblich den Koran und Propheten Mohammed beleidigen. Dies behauptete einer seiner Vorgesetzten und erstattete Anzeige bei der Polizei. Vorangegangen waren Streitigkeiten am Arbeitsplatz. 2013 nahm die Polizei Pervaiz wegen des Verdachts auf Blasphemie fest, die in Pakistan strafbar ist. Seitdem sitzt der mittlerweile erkrankte 43-Jährige in Lahore in Haft. Dort verurteilte ihn ein Gericht 2020 zum Tod.
Menschen in Deutschland können Asif Pervaiz unterstützen
In seiner Aktion fordert missio Aachen den Obersten Gerichtshof Pakistans auf, den zuständigen Gerichtshof in Lahore anzuweisen, die Berufungsverhandlung im Fall Pervaiz unverzüglich anzusetzen, das Todesurteil auszusetzen, menschenwürdige Haftbedingungen zu garantieren und Richter, Anwälte, Zeugen sowie die Familie von Asif Pervaiz zu schützen.
Wer eine E-Mail mit diesen Forderungen zur Unterstützung von Asif Pervaiz an den Obersten Gerichtshof in Pakistan schicken möchte, kann dies hier tun.