Das Internationale Katholische Hilfswerk missio in Aachen erhält weltweite Solidarität für den Vorschlag eines UN-Tages gegen Hexenwahn, berichtet Dr. Gregor von Fürstenberg, Vizepräsident von missio Aachen. „Bereits wenige Tage nachdem missio sein Anliegen und das Schreiben an Annalena Baerbock publik gemacht hatte, erreichten uns unterstützende Stimmen von Menschenrechtsorganisation und Experten aus unter anderem Indien, Nigeria, der DR Kongo, Elfenbeinküste und vielen anderen Ländern.“ Aus Australien meldete sich die international renommierte Expertin Professor Miranda Forsyth von der Australian National University in Canberra zu Wort. „Dieser Tag wäre so wichtig, weil so die schrecklichen Menschenrechtsverletzungen bekannter würden, die weltweit verübt werden“, so die Autorin zahlreicher Studien zu sogenannten modernen Hexenverfolgungen. Unterstützung gibt es ebenfalls aus der DR Kongo, weil dort nach Aussage der Menschenrechtsaktivistin Thérèse Mema Mapenzi Frauen und Kinder leiden. „Ein UN-Tag würde für weltweite Aufmerksamkeit sorgen und die Präventionsmaßnahmen und den Schutz der Betroffenen stärken“, so die Kongolesin.
Der missio-Projektpartnerin Schwester Lorena Jenal ist es dabei wichtig zu berichten, dass dieser Appell von ihrem Team und den geretteten Frauen im Haus der Hoffnung im Hochland von Papua-Neuguinea unterstützt wird. Bislang konnten hier 420 Frauen aus den Händen der Folterer befreit werden. „Jeder Mensch und jede Frau hat ein Recht auf Schutz und Sicherheit. Mit einem UN-Tag kämpfen wir gemeinsam gegen jede Form der Gewalt“, erklärte die katholische Ordensschwester.
In den USA unterstützt „End Witch hunts“ die Kampagne
In den USA findet der missio-Appell Unterstützung bei der Menschenrechtsorganisation „End Witch hunts“, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Hexenwahn beschäftigt. Die Direktorin Sarah Jack solidarisiert sich auch aus einem persönlichen Grund mit der Forderung eines Internationalen UN-Tages. Vier ihrer Vorfahren wurden im 17. Jahrhundert als vermeintliche Hexen hingerichtet wie im Jahre 1692 Mary Easty in der Stadt Salem. „Die Namen und das Schicksal meiner Vorfahren wäre beinahe in Vergessenheit geraten“, so die Amerikanerin Sarah Jack. „Genau deshalb ist ein Internationaler UN-Tag am 10. August wichtig“. Das August-Datum ist verbunden mit dem bisherigen missio-Tag gegen Hexenwahn und geht zurück auf den 10. August 2012 als in Papua-Neuguinea sich eine Frau namens Christina Pakuma aus den Fängen der Folter befreien konnte und von Schwester Lorena auf der Flucht begleitet wurde.
Die UN antwortet bisher nicht auf die Forderung
Das Katholische Hilfswerk missio hatte bereits im Januar 2026 erste Gespräche zu der Idee eines UN-Tags mit den Vereinten Nationen in Papua-Neuguinea geführt, jenem Land, das besonders von diesen Menschenrechtsverletzungen getroffen ist. Eine offizielle Anfrage bei der zuständigen Stelle der Vereinten Nationen in New York vom 3. August ist trotz zwischenzeitlicher Nachfrage unbeantwortet geblieben. Nach Einschätzung von Dr. Gregor von Fürstenberg zeigen jedoch die Stimmen aus zahlreichen Ländern wie bedeutend ein UN-Tag für den verstärkten Kampf gegen diese Menschenrechtsverletzungen wäre. „missio bittet mit Nachdruck die Präsidentin der UN-Vollversammlung, Annalena Baerbock, ihre verbleibende Zeit bei der UN zu nutzen, um dieses wichtige Anliegen für den Schutz von Frauen und gegen Menschenrechtsverletzungen im Zeichen des Hexenwahns ins Rollen zu bringen“.