Thomas Rachel, Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, und Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des katholischen Hilfswerks missio Aachen, haben zu einer Intensivierung des Dialogs zwischen Juden, Christen und Muslimen im Heiligen Land aufgerufen. Anlass war ein Besuch Rachels in Aachen, bei dem er sich mit Mitarbeitenden des Hilfswerks über den gemeinsamen Einsatz für Religionsfreiheit austauschte.
Rachel: “Religionen teilen Werte wie Nächstenliebe”
Rachel betonte, angesichts der wachsenden Spannungen im Heiligen Land und tiefsitzender Verletzungen bei den Angehörigen der verschiedenen Religionsgemeinschaften sei es von größter Wichtigkeit, dass der interreligiöse Dialog nicht zum Erliegen komme. „Die Religionen teilen Werte wie Respekt, Barmherzigkeit und Nächstenliebe. Sie können verbinden, wenn Menschen bereit sind, einander zuzuhören und die Erfahrungen des anderen ernst zu nehmen“, sagte Rachel mit Blick auf eigene Begegnungen im Heiligen Land.
missio fördert Projekte für Dialog in Israel und Palästina
Pfarrer Bingener verwies unter anderem auf von missio-Partnern in Bethlehem, Jerusalem und Ramallah initiierte Projekte, die junge christliche, jüdische und muslimische Menschen miteinander ins Gespräch bringt. Dazu zählten Fortbildungen für Lehrkräfte zu Themen wie Vielfalt, ziviler Frieden und Umweltverantwortung, interreligiöse Lernformate für Schülerinnen und Schüler sowie Trainings für Jugendleiter in ziviler Friedensarbeit und nachhaltigem Handeln. „Die gegenwärtige Sprachlosigkeit zwischen Juden, Christen und Muslimen muss überwunden werden, damit Frieden und Versöhnung überhaupt wieder möglich werden“, sagte Bingener.
Appell an israelische Regierung und Parteien zum interreligiösen Dialog
Pfarrer Bingener appellierte an die israelischen Regierung und die politischen Parteien im Land, die Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern aller drei Religionen aktiv zu suchen und entsprechende Dialogprojekte zu unterstützen. Dies sei das Fundament, auf dem dauerhafter Friede wachsen könne.
Rachel und Bingener unterstrichen, die Angehörigen der verschiedenen Religionsgemeinschaften müssten die Leiderfahrungen der jeweils anderen Seite wahrnehmen und anerkennen. Nur so könnten Verletzungen Schritt für Schritt heilen. „Wer Frieden will, muss den Schmerz des anderen sehen“, sagte Rachel.
Zusammenarbeit zwischen Rachel und missio fortsetzen
Rachel und missio Aachen bekräftigten in ihrem Treffen, die gemeinsame und gute Zusammenarbeit fortführen zu wollen. Mit seinen langjährigen Kontakten zu kirchlichen Partnern in Afrika, dem Nahen Osten und Asien unterstützt das katholische Hilfswerk politisch Handelnde durch fachliche Expertise.