missio - glauben.leben.geben

Irankrieg: Europa muss drohende Katastrophe im Libanon verhindern

missio bewilligt weitere 100.000 Euro humanitäre Hilfe für Kirche im Libanon. Pfarrer Bingener fordert: Endlich Willen zum Dialog zeigen.

Ein Feuerwehrmann bekämpft ein Feuer an einem Straßenrand. Rauch zieht am Himmel auf und die Flammen sind hinter Bäumen sichtbar. In der Nähe stehen Feuerwehrfahrzeuge und ein Auto mit der Aufschrift „PRESS“.
Dieses Archivbild illustriert im Süden des Libanons auch die heutige Gefahr: Der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah gefährdet alle Menschen.

Das katholische Hilfswerk missio Aachen unterstützt die humanitäre Hilfe der Kirche im Libanon mit weiteren 100.000 Euro. „Der leidgeprüfte Libanon steht vor einer seiner schwersten Bewährungsproben und humanitären Krisen. Ein drohender Bodenkrieg im Süden könnte Zustände hervorrufen, wie wir sie aus Gaza kennen. Zehntausende Familien sind in akuter Gefahr. Sie leben gleichermaßen in Angst vor einer israelischen Bodenoffensive wie vor der Präsenz der Hisbollah und ihrer Kämpfer. Für unsere Partner vor Ort ist das sehr dramatisch“, sagte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen.

Derzeitige Kriegsdynamik trifft unschuldige Menschen

„Europa muss jetzt seinen gesamten diplomatischen Einfluss geltend machen, um das Schlimmste zu verhindern“, sagte Bingener. Zugleich verwies er auf ein Dilemma, dem sich auch die Debatte in Deutschland stellen müsse: Einerseits wäre eine Schwächung oder ein Ende des mörderischen Regimes im Iran für die Region und für den Schutz Israels ein wichtiger Fortschritt. Andererseits trifft die derzeitige Kriegsdynamik unschuldige Menschen, verursacht massive zivile Zerstörungen und schafft im Libanon eine politisch gefährliche Fragilität. „Angesichts dessen stellt sich mit großer Dringlichkeit die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel und nach dem Willen zum Dialog, den Papst Leo anmahnt“, so Bingener.

Viele christliche Familien sind erschöpft

Mit der zusätzlichen Hilfszusage unterstützt missio Aachen seine Partner bei der Versorgung von rund 5.200 Familien im Süden des Libanons mit Lebensmitteln und Treibstoff. Diese überwiegend christlichen Familien wollen den Evakuierungsaufrufen der israelischen Regierung nicht länger folgen. Viele sind erschöpft und haben entschieden, ihre Heimat, ihren Besitz und ihre Dörfer nicht noch einmal zu verlassen.

Darüber hinaus helfen die missio-Partner mehr als 1.000 christlichen und muslimischen Familien, die nach Beirut oder in das angrenzende Berggebiet geflohen sind. Sie werden dort in kirchlichen Einrichtungen versorgt.

Auch weitere 500 Familien, überwiegend schiitischen Glaubens, die im Bekaa-Tal in Richtung Syrien in der Region Deir el Ahmar Zuflucht gefunden haben, sind auf Unterstützung angewiesen. Sie werden ebenfalls von kirchlichen Einrichtungen aufgenommen und betreut.

Libanon braucht Hilfe, politische Solidarität und das Gebet

„In einer solchen Anspannung habe ich unsere Partner im wahrlich krisenerprobten Libanon selten erlebt. Sie brauchen nicht nur materielle Hilfe, sondern auch wirksame internationale politische Solidarität und unser Gebet“, sagte Pfarrer Bingener.


Diese Mitteilung teilen:

Johannes Seibel

Leiter der Stabsstelle Presse & Kommunikation
+49 (0)241 / 75 07 - 286