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PRESSEMITTEILUNG

Kameruns zivile Friedenskräfte brauchen internationale Unterstützung

Aachen - Im Südwesten Kameruns sind Priester entführt worden. Dort schwelt ein vergessener blutiger Konflikt. missio ruft die Bundesregierung auf, diplomatische Initiativen zur Beilegung des Konflikts zu stärken.

Die Menschen im Südwesten Kameruns leiden unter politischen Querelen. Foto: Karl-Heinz Melters/missio

Das katholische Hilfswerk missio Aachen fordert die Bundesregierung auf, sich im Rahmen ihrer Afrikapolitik stärker für die Stabilisierung Kameruns einzusetzen und schon bestehende Kontakte zu intensivieren. „Im Südwesten des Landes schwelt einer der schlimmsten vergessenen Konflikte Afrikas, in der die katholische Kirche als Vermittler und Friedensstifter zusehends in Bedrängnis gerät“, sagte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen. „Aufgrund der ungelösten politischen Probleme droht sich nach Berichten unserer Partner mittlerweile auch die christliche Gemeinschaft zu spalten“, so Bingener weiter.

Seit Jahren kämpfen im englischsprachigen Südwesten des ansonsten französischsprachigen Landes Rebellen für einen unabhängigen Staat. Das Militär Kameruns unterdrückt diesen Konflikt mit Gewalt. Mehrere Dörfer in der Region sind zerstört, 530.000 Menschen sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen innerhalb Kameruns auf der Flucht, rund 36.000 Menschen sind ins Nachbarland Nigeria geflohen. Knapp 2.000 Todesopfer forderten die Kämpfe bereits. Die katholische Kirche vermittelt in diesem Konflikt und kritisiert sowohl die Gewalt der Rebellen als auch die der Polizei und des Militärs.

Bischof: Priester mit Wissen der Gemeinde entführt und ermordet

Gegenüber missio berichtete nun der Bischof » der Diözese Mamfe, Andrew Nkea, dass er seine Priester aus den am meisten gefährdeten Dörfern zurückgezogen habe. Das Bistum liegt im Herzen der Unruheregion. Anlass seien zwei Entführungen und zwei versuchte Entführungen von Priestern Ende Oktober und Anfang November gewesen. Zudem sei dort vor einem Jahr schon ein Priester getötet worden. Auch er selbst, so der Bischof weiter, werde bedroht.

Die Angreifer seien junge Männer aus diesen Dörfern, die politisch aufgewiegelt worden seien, und sich als Separatisten bezeichneten. Sie werfen Bischof Nkea dessen Teilnahme an nationalen Einigungs- und Friedensgesprächen in der Hauptstadt Kameruns vor. Für ihn sei es besonders schmerzlich, dass Mitglieder der christlichen Gemeinden von den Entführungsplänen gewusst hätten, und die Priester nicht warnten. Deshalb sehe er sich gezwungen, die Priester solange aus den Gemeinden zurückziehen, bis die jungen Separatisten ihre Waffen niederlegten und die Gemeinden sich wieder gewaltlos und konstruktiv für eine Lösung des Konflikts einsetzten, so Bischof Nkea.

„Dass sich Bischof Nkea zu diesem Schritt gezwungen sieht, zeigt die Dringlichkeit, mit der dieser vergessene Konflikt auf die internationale politische Agenda muss“, sagte Pfarrer Bingener. missio Aachen unterstützt in der Diözese Mamfe die Betreuung von Flüchtlingen »

Hinweis: Am 26. März 2019 lehnte der Bundestag einen Antrag der Fraktion Die Grünen     zur Konfliktprävention in Kamerun ab.


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