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Kanzler Merz soll in Indien Gewalt gegen Christen klar ansprechen

Merz vom 11. bis 13. Januar in Indien. missio-Präsident fordert: Religionsfreiheit muss im Gespräch mit Premier Modi Thema sein.

Das Bild zeigt eine einzelne ältere Frau in einem hellen Raum mit großen Fenstern, durch die Tageslicht fällt, wodurch die Szene lebendig und kontrastreich wirkt. Die Frau trägt ein weißes Gewand mit dunkelgrünen Streifen und hat ihr Haar unter einem Kopftuch verborgen. Sie steht aufrecht nahe dem Fenster, schaut nachdenklich und ernst in die Ferne, während ihre Hände vor ihrem Körper verschränkt sind. Weitere Personen, teils mit Kopftüchern, sitzen nebne ihr, wirken aber im Schatten fast verschwommen und in sich gekehrt. Das Licht hebt die markanten Falten und Linien in ihrem Gesicht hervor, was viel Ausdruck von Lebenserfahrung und Nachdenklichkeit vermittelt. Die Wände sind schlicht beige, und die Fenster sind mit Gitterstäben versehen, durch die ein großes Kreuz zu sehen ist. Die Atmosphäre ist ruhig, fast feierlich, und vermittelt eine religiöse Stimmung. Die Kombination von Licht und Schatten schafft eine dramatische, fast meditative Bildwirkung.
Diese indische Christin aus der Region Kandhamal erzählt von ihrer Vertreibung aus ihrem Heimatdorf während lokaler Ausschreitungen 2008 von Hindu-Nationalisten gegen Christen.

Das katholische Hilfswerk missio Aachen fordert Bundeskanzler Friedrich Merz vor seiner Indienreise auf, sich bei den Gesprächen mit Premierminister Narendra Modi für einen stärkeren Schutz von Christen, Muslimen und Angehörigen anderer Minderheiten im Land einzusetzen. Diese leiden seit Jahren unter hindunationalistischer Diskriminierung und Gewalt. „Religionsfreiheit ist ein unveräußerliches Menschenrecht und muss in strategischen Partnerschaften als solches klar benannt werden. Wenn Deutschland enge politische und wirtschaftliche Beziehungen mit Indien pflegt, darf dabei das Thema Menschenrechte nicht vernachlässigt werden“, sagte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen, am Samstag.

Restriktive indische Visavergabepraxis für kirchliche Organisationen und Medien aus Deutschland

missio Aachen hofft, dass Bundeskanzler Merz auch die restriktive Visavergabepraxis Indiens gegenüber kirchlichen Organisationen und Medien aus Deutschland anspricht. „Es wird für uns immer schwieriger, Visa zu erhalten, um unsere kirchlichen Partner in Indien zu besuchen. Solche Schikanen erschweren die Zusammenarbeit zwischen den Hilfswerken und der Kirche in Indien erheblich. Die Reise des Bundeskanzlers bietet eine Gelegenheit, dieses Problem auf höchster diplomatischer Ebene zu thematisieren“, so Pfarrer Bingener.

Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) fordert ebenfalls Ende der Gewalt gegen religiöse Minderheiten in Indien

In diesem Zusammenhang verweist missio Aachen auf den Beschluss der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)     vom vergangenen November, der einen stärkeren deutschen Einsatz für Religionsfreiheit in Indien fordert. Darin ruft das ZdK die Bundesregierung auf, „sich für ein Ende von Gewalt, Diskriminierung und Einschüchterung“ religiöser Minderheiten in Indien einzusetzen. „Der Bundeskanzler hat nun die Chance, diese Erwartung der katholischen Zivilgesellschaft in Deutschland zu erfüllen“, sagte Pfarrer Bingener. 

Im Vorfeld der Reise hatte missio Aachen eine Anfrage an das Bundespresseamt gestellt, ob und in welcher Form Bundeskanzler Merz in Indien das Thema Religionsfreiheit und Visavergabepraxis ansprechen wolle. Diese Anfrage blieb bislang unbeantwortet. 

Bundeskanzler Merz reist mit einer Wirtschaftsdelegation vom 11. bis 13. Januar nach Indien. Laut Bundespresseamt trifft die Delegation Premierminister Modi in Ahmedabad, der Hauptstadt Gujarats. Von Oktober 2001 bis Mai 2014 war Modi Ministerpräsident von Gujarat. 2002 kam es dort zu einer Gewaltattacke von Hindunationalisten gegen Muslime, bei der über 1.000 Menschen starben. Auslöser war der Brand eines Zuges mit hinduistischen Pilgern, für den Muslime verantwortlich gemacht wurden. In Gujarat gibt es zudem immer wieder anti-christliche Gewaltakte. 


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Johannes Seibel

Leiter der Stabsstelle Presse & Kommunikation
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