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PRESSEMITTEILUNG

Katholikentag: Rednerin fürchtet um ihr Leben

Münster/Aachen - Experten-Podium in Münster zum Thema „Goldräuber und Kriegstreiber” mit unter anderem Stella Matutina

Foto: Christian Schnaubelt / missio

Die missio-Projektpartnerin Stella Matutina wird nach ihrem Auftritt auf dem Katholikentag vorerst nicht in die Philippinen zurückkehren können, weil sie dort nach eigenen Angaben um ihr Leben fürchtet. Die 50-Jährige Katholikin berichtete auf dem PodiumGoldräuber und Kriegstreiber über die Menschenrechtsverletzungen in ihrer Heimat im Zusammenhang mit der Ausbeutung von Bodenschätzen. Vor einigen Tagen ist in den Philippinen ein katholischer Priester nach der Messe umgebracht worden, und ich fürchte mich, wieder nach Hause zu reisen, erklärte Stella Matutina über den Geistlichen, der sich wie sie für die Menschenrechte engagiert hatte. Stella Matutina hatte erfahren, dass Steckbriefe mit Fotos von ihr mit dem Überschrift Wanted in der Stadt Davao und an verschiedenen Checkpoints angebracht seien. Die Gefahr sei groß, erschossen zu werden oder verhaftet zu werden, wie bereits zahlreiche weitere kirchliche Mitarbeiter zuvor. Stella Matutina war im Jahre 2015 mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar ausgezeichnet worden.

Über dramatische Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit wertvollen Bodenschätzen berichtete ebenso der Leiter des Katholischen Büros für Gerechtigkeit und Frieden in der Erzdiözese Bukavu im Kongo. Dort würde sexuelle Gewalt als Kriegswaffe eingesetzt, so der katholische Priester Justin Nkunzi. Mit Unterstützung von missio hat seine Organisation Trauma-Zentren über die Opfer aufgebaut. Für mich sind das mit die eindrucksvollsten Projekte überhaupt, die missio unterstützt, weil dort wirklich Seelsorge im ganz ursprünglichen Sinn des Wortes geleistet wird. Da werden verwundete Seelen geheilt, sagte Prälat Klaus Krämer, Präsident von missio in Aachen.

Mit Vertretern der Schmuckindustrie wurde auf Katholikentag der Frage nachgegangen, woher das Gold stammt, welches sich in Eheringen, Zahngold und Fußballpokalen befindet. Denn schließlich besitzen deutsche Privathaushalte Gold in einer Gesamtmenge von 8.872 Tonnen.
Sandro Erl von dem Schmuckunternehmen Niessing betonte, dass sein Unternehmen einzig Recycling-Gold verwenden würde. Dagegen ist es dem  Hamburger Goldschmiedemeister Thomas Becker ein Anliegen, mit fairem und umweltfreundlich gewonnem Gold eine Einkommensmöglichkeit für die einheimischen Schürfer zu schaffen. Er war vor einer Woche aus der Demokratischen Republik Kongo zurückgekehrt und präsentierte ein Kreuz mit Silber aus Lateinamerika und Gold aus einer Kooperative im Kongo. Vertrieben wird das Schmuckstück unter anderen von missio.

Zum Schluss der Podiumsdiskussion Goldgräber und Kriegstreiber wies Prälat Krämer auf die Verbindung von westlichem Konsumverhalten und der Notsituation in Ländern wie den Philippinen und Kongo hin. Am Gold in den Handys kann man das sehr anschaulich machen, dass jeder Teil des Problems ist, aber auch etwas tun kann, sagte der Präsident von missio in Aachen. Rund 140 Millionen ausgemusterte Handys verstauben in deutschen Schubladen, darin befinden sich mehr als 2,4 Tonnen Gold. In Kooperation mit dem Katholikentag wurden mehrere Tausend alte Handys in Münster gesammelt, die nun für einen guten Zweck recycelt werden. Weitere Informationen unter www.missio-hilft.de/handysammeln ».

Fotos des Podiums können bei Christian Schnaubelt, Tel.: 0177 30 77 106, angefordert werden.


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