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Klare kirchenrechtliche Vorgaben zum Schutz von Ordensfrauen vor Missbrauch in der Kirche

missio Aachen unterstützt Initiative von kirchlichen Expertinnen im Globalen Süden und im Vatikan. Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse gefährden Ordensfrauen. Rechtliche Lücken schließen.

Das Foto zeigt eine Gruppe von Frauen in einem hellen Raum. Die Frauen scheinen unterschiedlichen Alters zu sein. Viele von ihnen tragen traditionelle religiöse Kleidung, wie weiße Gewänder und Schleier. Einige tragen auch bunte, gemusterte Kleider. Die meisten Frauen lächeln oder winken in die Kamera. Sie tragen alle Namensschilder um den Hals. Der Raum wirkt wie ein Konferenzraum oder eine Halle. Im Hintergrund sind weitere Personen und Säulen zu erkennen. Die allgemeine Atmosphäre ist fröhlich und gemeinschaftlich.
Schwester Marie Josée Ngalula, Schwester Florence Wanjiku, Schwester Jacinta Ondeng und Schwester Mary Lembo (vorne von links) trainierten vom 4. bis 9. September 2024 rund 120 Ordensfrauen aus 30 afrikanischen Ländern zum Thema Safeguarding. Sie sind Partnerinnen von missio Aachen.

Das katholische Hilfswerk missio Aachen unterstützt Initiativen, den Schutz von Ordensfrauen vor Missbrauch in der Kirche durch klare kirchenrechtliche Vorgaben und Richtlinien zu stärken. Gesonderte Melde- und Verfahrenspflichten bei Missbrauch dürften sich nicht allein auf Minderjährige und schutzbedürftige Erwachsene fokussieren, wie es im Motu proprio „Vos estis lux mundi“ bislang der Fall ist. 

Kirchliche Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse gefährden Ordensfrauen, nicht ihre individuellen Eigenschaften

Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen empfiehlt, verbindliche Safeguarding-Standards ausdrücklich auch für den Bereich des geweihten Lebens zu entwickeln. Damit schließt er sich jüngsten Forderungen von Expertinnen an, darunter die kenianische Ordensfrau und Safeguarding-Expertin Schwester Jacinta Ondeng, die Kirchenrechtlerin Claudia Giampietro von der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen (PCPM) und Schwester María Rosaura González Casas, Ordensfrau und Dekanin des Instituts für Anthropologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana.

„Kirchliche Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse gefährden in vielen Teilen der Weltkirche in besonderer Weise Ordensfrauen. Das wird durch den Begriff schutzbedürftige Erwachsene nur unzureichend erfasst. Dem müssen die kirchlichen Regelungen Rechnung tragen“, sagt Pfarrer Bingener. Johanna Streit, Leiterin der missio-Stabsstelle Safeguarding, ergänzt: „Unsere Erfahrungen zeigen, dass Ordensfrauen eben nicht aufgrund individueller Eigenschaften, wie es der Begriff schutzbedürftige Erwachsene nahelegt, sondern aufgrund bestehender Strukturen in vulnerablen Situationen leben und arbeiten. Dafür besteht noch zu wenig Problembewusstsein.“

Nicht allein in den Kategorien Minderjährige und schutzbedürftige Erwachsene denken

Wer ausschließlich in den Kategorien Minderjährige und schutzbedürftige Erwachsene denke, übersehe die spezifische Situation von Ordensfrauen. Eine Ausweitung der bisherigen Schutzpflichten sei deshalb notwendig, um Missbrauch an Ordensfrauen in der Kirche besser verhindern und konsequent verfolgen zu können. „Diese rechtliche Lücke muss im Sinne der Betroffenen geschlossen werden, damit diese Form des Missbrauchs verhindert und nicht weiter tabuisiert wird“, fordert Bingener.

missio Aachen setzt sich seit Jahren für die weltweite Vernetzung von Ordensfrauen im Kampf gegen Missbrauch » ein. Das Hilfswerk unterstützt Schulungen, Schutzkonzepte, Meldestellen sowie psychosoziale und rechtliche Begleitung. Zudem qualifiziert es Ordensfrauen zu Fachkräften und Multiplikatorinnen im Safeguarding für Afrika, Asien und Ozeanien. 

Vom 9. bis 11. Dezember 2026 findet in Rom ein Kongress der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen statt. Im Mittelpunkt steht dann die Prävention von Missbrauch an Ordensfrauen und erwachsenen Frauen sowie wirksame Schutzmaßnahmen.  


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Ihre Ansprechpartner

Porträt einer Frau mit kurzen, braunen Haaren und einer Brille. Sie trägt ein dunkles Oberteil und lächelt freundlich.

Johanna Streit

Leiterin der Stabsstelle „Safeguarding”
+49 (0)241 / 7507 - 315

Johannes Seibel

Leiter der Stabsstelle Presse & Kommunikation
+49 (0)241 / 75 07 - 286
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