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Kriminelle Banden lösen im Nordwesten Nigerias Panik und Flucht aus

Bischof Bulus fordert sichtbare Sicherheitsmaßnahmen der Regierung. Rund 40 Tote, Angriffe auf Christen und Muslime, Entführungen.

Ein Bischof sitzt in einem weißen Gewand mit rotem Kragen und Mitra. Er blickt nachdenklich und hat einen ernsten Ausdruck auf seinem Gesicht. Im Hintergrund sind Pflanzen zu sehen. Seine Haltung vermittelt Autorität und Besonnenheit.
Bischof Bulus Yohanna Dauwa ist der erste Bischof der Diözese Kontogora im Nordwesten von Nigeria.

Kriminelle Banden terrorisieren im Nordwesten Nigerias erneut die Region Kontagora, in der erst kurz vor Weihnachten 320 Schüler und Lehrkräfte einer katholischen Schule nach einer Entführung freigekommen waren. „Die Regierung Nigerias muss entschlossen handeln und sichtbare Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, damit die Menschen nicht weiter fliehen und in ihre Dörfer zurückkehren können. Auch die internationale Gemeinschaft darf nicht wegsehen“, fordert der Bischof des Bistums Kontagora, Bulus Dauwa Yohanna, heute gegenüber dem katholischen Hilfswerk missio Aachen. 

“Viele fliehen auf das Gelände der Kathedrale in Kontagora”

Laut einem Bistumssprecher töteten zwischen dem 28. Dezember und 3. Januar bewaffnete, motorisierte Banden etwa 40 Christen und Muslime. Sie entführten eine unbekannte Zahl an Zivilisten, raubten Geld und Haustiere, zerstörten Häuser, kirchliche Einrichtungen und einen großen Markt. „Noch in 15 Kilometern Entfernung war eine riesige Rauchsäule zu sehen“, berichtet Bischof Bulus. „In den Dörfern herrscht Panik. Viele fliehen auf das Gelände unserer Kathedrale in Kontagora", fügte er in einem Telefonat mit missio Aachen hinzu. In einigen Pfarreien seien Priester und Gemeinden aufgefordert worden, sich an sichere Orte zurückzuziehen, da unklar ist, ob und wann die Angreifer erneut zuschlagen könnten. Besonders tragisch ist, dass die kurz vor Weihnachten freigekommenen Schüler und ihre Familien durch die Angriffe erneut traumatisiert werden. 

Kurz vor Weihnachten befreiten 320 Schüler und Lehrer erneut traumatisiert

Am 21. November des vergangenen Jahres hatten bewaffnete Gruppen rund 320 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der katholischen Schule St. Mary im Bistum Kontagora entführt. Der Vorfall erregte internationale Aufmerksamkeit. Nach Verhandlungen der Regierung waren kurz vor Weihnachten alle Entführten frei. Ob dabei Lösegeld gezahlt wurde, welche Absprachen mit den Entführern getroffen wurden oder ob sie strafrechtlich verfolgt werden, blieb unklar. Umso erschreckender ist es, dass solche kriminellen Banden nach Weihnachten wieder ungehindert in der Region agieren konnten. „Hätte man die Täter damals zur Rechenschaft gezogen, wäre die Lage heute nicht so eskaliert“, ist sich Bischof Bulus sicher.


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Johannes Seibel

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